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Neue Kritik am Eckersmühlener Baugebiet: Ist die Pellet-Heizung "Sünde"?

Das "Energiebündel" wirbt dafür, das neue Baugebiet in Eckersmühlen nicht zentral mit Holzpellets zu beheizen. - 19.02.2021 06:00 Uhr

Dieser Plan zeigt, an welcher Stelle im Baugebiet an der Zwillach der Wall samt Abenteuerspielplatz entstehen könnte.

18.02.2021 © Plan: Hermann Lorenz


Er meint damit die geplante Beheizung der 90 Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser mit einer zentralen Holzpellet-Heizung.

"Energie aus Holz ist kein Klimaschutz", greift Lorenz auf die Hauptaussage eines Briefs von 500 Wissenschaftlern aus aller Welt an die Regierungen der Industriestaaten zurück. Sie fordern darin einen Stopp der Holzverbrennung zur Energieerzeugung und erklären, dass "für jede damit erzeugte Kilowattstunde Wärme oder Strom zwei bis drei Mal so viel Kohlendioxid ausgestoßen wird wie bei der Verwendung fossiler Brennstoffe". Dem Argument nachwachsender Bäume treten die Wissenschaftler entgegen. "Das dauert 100 Jahre. Zeit, die die Welt nicht hat, um den Klimawandel zu bekämpfen." Pro Jahr würde das Holzheizkraftwerk an der Zwillach rund 330 Tonnen Kohlendioxid ausstoßen.

Lorenz führt eine mögliche hohe Feinstaub- und Geruchsbelästigung der Nachbarschaft an. Seiner Darstellung zufolge werden durch die Hauptwindrichtung die Belastungen vermutlich große Teile des Ortes treffen. "Pro Jahr sterben in Deutschland an Feinstaub zwischen 50 000 und 60 000 Menschen. Außerdem begünstigt er die Verbreitung der Corona-Viren", zitiert der Ingenieur die Ergebnisse jüngster Forschungen.


Ärger und Lärm um das neue Baugebiet Eckersmühlen


Lorenz beschränkt sich nicht auf die Ablehnung der Pellet-Zentralheizung. Er unterbreitet auch eine Alternative, wie "Wohnen an der Zwillach" zum "ökologischen Leuchtturmprojekt" werden könnte. "Damit würde man drei Fliegen mit einer Klappe schlagen", ist er überzeugt: Lärmschutz zum angrenzenden Industriegebiet, Ökologie nach dem Stand der Technik und einen aufgewerteten Kinderspielplatz.

Passivhausstandard

Er schlägt vor, alle Häuser im Passivhausstandard zu errichten und sie mit Wärmepumpe sowie Photovoltaik auszustatten. "Dann wäre eine dezentrale und teils autarke, verbrennungslose Energieversorgung für jedes Gebäude möglich. Und man könnte auf das Heizkraftwerk verzichten", schildert Lorenz. Holz als Energiespeicher und Brennstoff sollte die Ausnahme bleiben.

Bislang ist das zentrale Heizkraftwerk im Nordwesten der neuen Bebauung geplant. An seiner Stelle wäre es möglich, dort einen bepflanzten Erdwall aus dem Aushub der Baumaßnahmen zu errichten, der einen gewissen Lärmschutz zur angrenzenden Firma Rudolph hin gewährleisten und einen echten Abenteuerspielplatz entstehen lassen würde. "Dezentrale Heizungen sind immer preiswerter, ökologischer und sicherer", begründet Lorenz den Vorschlag. Schließlich wären Käufer im Baugebiet in Bezug auf das Heizen auf Jahrzehnte vom Investor als Monopolist abhängig.

Mehrausgaben durch die aufwändigere Bauweise würden sich für die einzelnen Bauherren durch öffentliche Zuschüsse und hohe Einsparungen bei den Kosten für die Energie schnell amortisieren. "Eine Photovoltaik-Anlage mit Speicher hat sich in zwölf Jahren bezahlt gemacht und sorgt dann dauerhaft kostengünstig für Strom", rechnet Lorenz vor.

Link zum Brief der Wissenschaftler: https://www.klimareporter.de/energiewende/energie-aus-holz-ist-kein-klimaschutz

stt

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