Möglichkeit für Quereinsteiger

Pflegehelferin im Seniorenheim: "Eine gute Entscheidung"

18.1.2022, 17:49 Uhr
Immer ein Lächeln auf dem Gesicht: Die Freude am Umgang mit den Bewohnern des Seniorenheims ist Christa Lutz anzusehen. „Es ist schön, dass sie da ist“, sagt Herta Meyer, die hier ihren Nachmittagskaffee bekommt.
 

© Stefanie Graff, NN Immer ein Lächeln auf dem Gesicht: Die Freude am Umgang mit den Bewohnern des Seniorenheims ist Christa Lutz anzusehen. „Es ist schön, dass sie da ist“, sagt Herta Meyer, die hier ihren Nachmittagskaffee bekommt.  

Eigentlich ist Christa Lutz gelernte Fleischereifachverkäuferin und Fleischerin, hat viele Jahre als Geschäftsführerin die Familien-Metzgerei in der Gartenstraße geleitet und nebenbei zwei Töchter großgezogen, bis die Familie den Betrieb wegen einer schweren Erkrankung ihres Mannes aufgeben musste. Mittlerweile geht es ihrem Mann wieder besser, und die temperamentvolle Geschäftsfrau hat sich auf die Suche nach einer neuen Aufgabe gemacht. „Mir haben die Kontakte gefehlt, ich hatte immer so viel mit Menschen zu tun.“ In den alten Beruf hat es sie trotzdem nicht zurückgezogen.

Eine Stellenanzeige des benachbarten Seniorenheims habe sie angesprochen. „Ich hatte noch nie etwas mit Pflege zu tun, aber ich dachte mir, ich probier es einfach.“ Wenig Verständnis habe sie dafür in ihrem Bekanntenkreis gefunden. Mitten in der Pandemie, überall gab es Horrorgeschichten über die miserablen Arbeitsbedingungen in der Pflege und die Überlastung von Pflegeberufen zu hören. „Mir war das egal. Ich wollte wissen, ob das was für mich ist.“

Bei Bodo Steinheimer, der das Seniorenheim seit zehn Jahren leitet, hat sie mit ihrer Bewerbung offene Türen eingerannt. „Wir müssen etwas für das Image der Pflegeberufe tun“, ist er überzeugt. „Wahnsinnig gute Erfahrungen“ habe er in den vergangenen Jahren mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den mittleren Lebensjahren gemacht.

Frauen bringen Kompetenzen mit

„Gerade Frauen nach der Familienphase bringen ganz viele Kompetenzen mit, die wir gut gebrauchen können. Und sie wissen, was sie wollen und können.“ Schon der namensgebende Gründer des Hauses, Hans Roser, hatte mit dem damals aufsehenerregenden „Rother Modell“, das genau dieser Gruppe damals eine Ausbildung in Teilzeit angeboten hatte, von sich reden gemacht.

Steinheimer geht einen etwas anderen Weg: „Arbeitsethos, Verantwortungsbewusstsein, Offenheit, Geduld und Menschenliebe sind für uns genauso wichtig wie fachliche Qualifikationen.“ Er kann sich in seinem Haus über einen Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften nicht beklagen. Die Arbeitsbedingungen im Hans-Roser-Haus sind gut, und das sollen sie auch bleiben. „Nur so können wir Pflege mit Qualität bieten.“

Steinheimer ist auf der Suche nach zusätzlichen Pflegehilfskräften, die vor allem in der Grundpflege zu tun haben. „Eigentlich der schönste Teil des Berufs, bei dem man ganz eng in Kontakt mit den Bewohnern ist.“ Waschen, anziehen, Bett und Zimmer in Ordnung bringen, bei den Mahlzeiten helfen. Die Aufgaben sind vielfältig und immer nah am Menschen.

Geeigneten Quereinsteigern bietet er eine Festanstellung in Teilzeit mit 20 bis 34 Wochenstunden und fachliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch auf Wunsch die Option, parallel zur Anstellung die einjährige Ausbildung zur Pflegefachhelferin zu machen. „Wir suchen Menschen mit Herz, die sich eine langfristige berufliche Perspektive in einer Tätigkeit mit Sinn wünschen.“

Zweifel schnell ausgeräumt

Christa Lutz hat all das mitgebracht. Gern hat sie die Chance beim Schopf ergriffen, nach einem ausführlichen Kennenlern-Gespräch im Rahmen einer Hospitation die Arbeit im Seniorenheim genauer kennenzulernen. Letzte Zweifel – „ich hatte zum Beispiel Bedenken, ob ich den Umgang mit Körperausscheidungen schaffe“ – waren schnell ausgeräumt. Jetzt genießt sie die Arbeit in einem netten Team und den Umgang mit den vertrauten Bewohnern. Es gebe für sie nichts Schöneres, als einem alten Menschen mit Demenz ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern.

Dass ihre neue Arbeit auch anstrengend ist, verhehlt sie nicht. „Man muss manchmal schon ganz schön rennen, um rumzukommen.“ Sie hat in ihrem neuen Beruf nicht nur ein sicheres Einkommen, sondern auch Erfüllung gefunden. Und einen Arbeitsplatz direkt um die Ecke.
„Ein Idealfall“, sagt Steinheimer und hofft, noch mehr Menschen ermutigen zu können, in die Pflege zu wechseln. Überall gibt es Pflegeheime, die auf der Suche nach motiviertem Personal sind, und überall gibt es Menschen auf der Suche nach neuen Perspektiven. „Wer sich für einen Wechsel in die Pflege interessiert, kann sich bei mir jederzeit melden.“