Dienstag, 19.11.2019

|

Seniorentag mit Kartoffelsuppe, Schwertkampf, Blutzucker

Rund 70 Aussteller präsentierten sich im Rother Stadtgarten. - 11.09.2019 17:29 Uhr

Richard Walter ist Dozent der Volkshochschule Schwanstetten und gibt Tai-Chi- und Qigong Anfängerkurse für Senioren. © Tobias Tschapka


Aber auch Unternehmen, die seniorengerechte Produkte und Dienstleistungen vorstellten, politische Parteien und diverse Vereine und Verbände. Das einzige, was in diesem Jahr vermisst wurde, war eine Besuchertribüne vor der Seebühne. Stattdessen nahmen die Senioren auf Stühlen Platz, die sich der Landkreis extra von den Spalter Sommernachtsspielen ausgeliehen hat.

"Ich kann mich noch gut an unseren ersten Seniorentag erinnern", sagte Landrat Herbert Eckstein bei seiner Begrüßungsansprache auf der Seebühne, auf der kurz zuvor die beiden Pfarrer Christian Konecny und Eberhard Hadem eine kurze Andacht gehalten hatten. "Damals im Jahr 1999 war es gar nicht so leicht, Aussteller zu finden, aber manch einer ist inzwischen von Anfang an dabei. Und heuer haben kamen sogar zehn neue dazu", freute sich Eckstein.

Bilderstrecke zum Thema

Mit Glücksrad und Kegelbahn: So war der Rother Seniorentag 2019

Am Glücksrad drehen? Sich über Rheuma- oder Schmerztherapie informieren? Auf der Kegelbahn eine flotte Kugel schieben? Patchwork-Kunst begutachten? Stuhltanz vorführen? Oder leckere Kartoffelsuppe probieren? So war der Rother Seniorentag auf dem Festplatz.


Die Besucher müssten keine Angst haben, dass man sie zu einem Kauf überrede, "sie können sich hier ganz unverbindlich informieren, ihren Blutzuckerspiegel oder ihre Augen überprüfen lassen". Eckstein zitierte auch die bekannte Ärztin und ehemalige Schauspielerin Dr. Marianne Koch, die einmal gefragt wurde, ab wann man den als alt gilt. "Sie sagte, sie kenne 29jährige, die sind bereits uralt, und sie kenne 80jährige, die sind das blühende Leben".

Letzteres wünschte er auch den Anwesenden. Mit die schlimmste Krankheit im Alter sei Einsamkeit. "Wer jammert, bekommt zu wenig Besuch", befand der Landrat, und schlug den Besuchern vor, ihrem Arzt ein Schnippchen zu schlagen: "Statt Tabletten zu nehmen gehen sie lieber nach draußen, und besuchen sie zum Beispiel einen Seniorentreff in ihrer Nähe".

Mit und ohne Schwert

Oder die Enkel, von denen vielleicht der eine oder die andere sich am Bühnenprogramm beteiligte, durch das Moderatorin Angelika Hein führte. Denn auch die Mädchen und Buben des Rother Kindergartens "Heilige drei Könige" waren dabei und sangen fröhliche Kinderlieder. Später folgten Gebärdenlieder und –tänze von Zeller Regens-Wagner Bewohnern, die auch einen Ausschnitt des Musicals "Mary Poppins" auf die Bühne brachten. Die Volkstanzfreunde Rohr hatten einen Auftritt, ebenso wie die Gruppe "Blechhaufen", die "Schnabelbremsen Heideck" und der Landfrauenchor, der übrigens auch seit dem ersten Seniorentag mit dabei ist. Mitsingen war angesagt beim Volks- und Heimatliedersingen mit Gabriel Regensburger aus Weinsfeld. In den Pausen unterhielt Josef Beck mit seiner Harmonika die Besucher.

Natürlich kam beim Seniorentag auch die Bewirtung nicht zu kurz. Erstmals servierten die Azubis der Kreisklinik Kartoffelsuppe, aber es gab auch diverse Köstlichkeiten aus der Region wie Bratwurstsemmeln, Kaffee und Kuchen und vieles mehr. Allzu viel brauchte man sich den Bauch aber nicht vollzuschlagen, denn wer beim Gewinnspiel "Gesundheit – Sport – Wissen" mitmachen wollte, der musste unter anderem einen Fitnesstest beim Stand der TSG 08 Roth absolvieren.

Auf der Wiese sah man einen Mann, der mit langsamen Bewegungen ein Schwert führte. Richard Walter ist Dozent der Volkshochschule Schwanstetten und gibt Tai-Chi- und Qigong Anfängerkurse für Senioren. "Im Tai Chi gibt es die sogenannte Schwertform, eine Bewegungskunst, die besonders empfehlenswert zur Linderung von Arthrose ist", erklärte er. Aber auch ohne Schwert seien die aus Fernost stammenden Übungen sehr gesundheitsfördernd. "Durch die sanften, langsamen und ohne Anstrengung ausgeführten Übungen lösen sich Verspannungen, die Beweglichkeit wird verbessert und eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefinden tritt ein", so Walter.

TOBIAS TSCHAPKA E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Roth, Leerstetten