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Teuflische Gesellen steigen aus dem Brombachsee

Neue Spalter Brauchtumsgruppe erinnert mit ihren Masken an eine Sage aus dem 17. Jahrhundert — Dichtes Programm - 11.01.2018 15:53 Uhr

Die Brombachseer Seenteufel zeigten am Seeufer Gesicht – bei den kommenden Veranstaltungen sind sie natürlich voll maskiert.

11.01.2018 © Foto: Leykamm


Eigentlich hätte die "Brombachseer Seenteufel" schon letztes Jahr vorgestellt werden sollen. Im Anschluss an den Pelzmärtelmarkt am Enderndorfer Strandhaus. Da sich die Masken der Gruppe am Krampus und dem Percht orientieren, hätte das ja auch gut gepasst. Der zeitgleiche Volkstrauertag aber erübrigte dann die Präsentation, die nun in diesen Tagen mit Beginn der heißen Faschingsphase nachgeholt wurde.

Gespannt warteten um die 200 Besucher auf den Einmarsch der finsteren Gesellen, die sich scheppernd und klappernd ihren Weg aus der Finsternis des Waldrandes in das Licht der beleuchteten schwimmenden Strandhausterrasse bahnten.

Wacker schritt Stefan Nüßlein vor ihnen her, der keine gruseligen, sondern äußerst harmonische Töne seinem Akkordeon entlockte als er das Frankenlied spielte.

Damit unterstrich er zugleich die Begrüßungsbotschaft des Chefs und Schriftführers der Gruppe, Jürgen Hofmann (Großweingarten). Denn die Masken orientieren sich zwar im Aussehen an alpenländischen Vorbildern, wie er zugestand. Doch sollen sie im Kern auf eine fränkische Sage verweisen, die in einer modifizierten Version von der stellvertretenden Vorsitzenden Silvia Bäumler verlesen wurde.

Mitte des 17. Jahrhunderts soll ein Müller im Brombachtal mit seinem Schicksal gehadert haben, weil er mit seiner Familie am Hungertuch nagen musste. Nach einem Wirtshausbesuch sei ihm dann eine schreckliche Gestalt erschienen, die ihm Wohlstand versprochen habe, wenn er ihr denn seine Seele verkaufe.

Der verzweifelte Mann ließ sich laut der Geschichte darauf ein und übergab in erster Euphorie das eigene Haus den Flammen. Der Teufel, der sich hinter der Erscheinung verbarg, hielt nicht Wort; statt des erhofften Reichtums verwandelte sich der Müller und soll seither als halb Mensch, halb Tier im Brombachtal herumgeistern.

Wie er aussehen könnte, darüber geben die Masken und Gewänder der "Brombachseer Seenteufel" nun Auskunft. Im jetzigen Fasching kann er dank der neuen Gruppe gleich in achtfacher Ausführung bei zehn Veranstaltungen bestaunt werden.

Die Idee dazu seien einem Kumpel und ihm bereits nach der letzten Session gekommen, blickte Hofmann bei der Vorstellung zurück. Die beiden machten sich sogleich flott ans Werk: Aufrufe übers Internet und im Bekanntenkreis wurden gestartet. Erst sei die Euphorie groß gewesen, bis sich die Interessenten der Kosten für Gewand und Masken bewusst geworden seien. Schließlich fand sich eine Gruppe mit acht Personen zusammen, die nun also als "Brombachseer Seenteufel" ihr "Unwesen" treiben.

Neben Silvia Bäumler und Jürgen Hofmann macht dessen Ehefrau Andrea als Kassenführerin die Führungsriege der Truppe komplett, die sich seit Kurzem offiziell "e.V." nennen darf. Dass er vorübergehend mit dem Rollstuhl vorliebnehmen muss, hat Mitinitiator Heinz Laqua (Georgensgmünd) nicht vom Mitmachen abbringen können – hierfür gab es Sonderapplaus. Aus Abenberg sind Carina Hofer, Markus Zeiner und Marco Schraufstetter als passives Mitglied dabei.

Thomas Bäumler (Ehemann von Silvia) und Michael Ullrich komplettieren die Büchenbach-Riege. Mit Andreas Trautmann ist sogar ein "Teufel" bis aus Offenbau mit von der Partie. Erst kürzlich stieß er zur Gruppe.

Die Gewänder wurden teils selbst genäht, teils handelt es sich um geänderte Trachten mit aufgenähten Fellen; Handarbeit ist in allen Fällen gefragt gewesen.

Zum Startschuss gab es für die neue Gruppe reichlich Orden vom Faschingsverband Franken sowie interne Ehrungen. Groß war auch die Liste der Vereinsabordnungen, die von Nürnberg bis Greding angereist waren, um bei der Präsentation dabei zu sein.

Recht passend zur Hintergrundsage der Masken verwandelten die "Engel der Nacht" aus den Reihen des 1. FC Schwand mit ihrer Feuershow die schwimmende Terrasse in ein tanzendes Flammenmeer, durch das ab und zu schaurige Gestalten hindurchlugten.

Diese haben nun jede Menge Termine zu bewältigen. Am kommenden Sonntag, 14. Januar, ist die Truppe beim Brauchtumsumzug in Hilpoltstein dabei, das Wochenende darauf dann beim Freundschaftstreffen des "Bund Deutscher Karneval" in Spalt. Am letzten Januarsonntag steht das Hummelremmidemmi in Pleinfeld auf der Agenda. Die erste Februarhälfte ist dann noch dichter an Terminen: Unter anderem sind die Seenteufel dabei in Mitteleschenbach, Kipfenberg und Greding. Die Umzüge in Großweingarten und Spalt krönen dann die erste Session der "Brombachseer Seenteufel".

J. LEYKAMM

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