Trommeln der Meinungsvielfalt

16.8.2020, 15:32 Uhr
Vor dem Rathaus gab es über die samstägliche Mahnwache hinaus eine Kundgebung, nach Ansicht der Stadtratsfraktion eine rechte Meinungsmache.

Vor dem Rathaus gab es über die samstägliche Mahnwache hinaus eine Kundgebung, nach Ansicht der Stadtratsfraktion eine rechte Meinungsmache. © Foto: Yevheniia Frömter

Mehr als 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren hierfür eigens nach Hilpoltstein gekommen, um ihren Unmut hinsichtlich der aktuellen Situation auszudrücken.

Unterstützung fanden die Hilpoltsteiner Demonstranten aber auch jenseits der Stadtgrenze. Beispielsweise bezog auch die "Freiheitsbewegung Forchheim" bei der Veranstaltung Position.

Dabei wurde nicht nur am Rednerpult heftig Kritik an der "Corona-Politik" geübt. Über den ganzen Marktplatz hinweg wurde mit Politik, Polizei und vor allem mit der Presse hart ins Gebet gegangen. Das "Bündnis für Meinungsvielfalt" sei weder staatsfeindlich noch rechtsradikal gesinnt, so der einheitliche Tenor. Das Bündnis wolle statt dessen Brücken bauen und außerhalb des "Mainstreams" informieren. Ziel sei es, die Demokratie in der Bundesrepublik zu verteidigen.

Klar distanzierten sich die Verantwortlichen von der Angehörigkeit zu irgendwelchen Parteien. "Der Regierung ist der Umgang mit der Pandemie aus den Händen geglitten", erklärte Günther Jaeschke. Der Rechtsanwalt sagt von sich, er sei eigentlich eher "konservativ" angehaucht. Allerdings denke er nun anders: "Es wird gezielt Desinformation verbreitet – da vergeht einem Hören und Sehen." Für ihn ist klar: "Wir sind in unseren Grundrechten eingeschränkt." Besonders bei Kindern und älteren Menschen seien diese "Einschnitte" zu erkennen: "Die Folgen werden erst noch kommen." Mit lautem Pfeifen und Trommeln wurden Jaeschkes Feststellungen bejubelt.

Buhrufe gab es dagegen für Bürgermeister Markus Mahl und den Hilpoltsteiner Stadtrat: "Als Bürgermeister kann man Mitbürger nicht einfach abstempeln, nur weil sie anderer Meinung sind", sagte Gerd Schreiber aus Roth.

Hinsichtlich der Maskenpflicht und der Sicherheitsmaßnahmen äußerte eine weitere Besucherin ihren Unmut: "Ich habe das schon verstanden, es ist mir aber egal." Auf Transparenten und T-Shirts wurde weiterhin gefordert: "Gib Gates keine Chance" oder "Gegen totale Verblödung – für die Freiheit."

Die Demonstration wurde nach über zwei Stunden ohne "besondere Vorkommnisse" auf dem Marktplatz beendet, informierte die Polizeiinspektion Hilpoltstein. Mitglieder vom Bündnis #hipistbunt hatten während dieser Zeit ebenfalls starke Präsenz gezeigt.

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