Begeisterte Meister von einst

20.9.2011, 08:32 Uhr
Heinz Jakobi.

Heinz Jakobi. © Manfred Marr

Heinz Jakobi (Nürnberg, 89 Jahre)deutscher Meister der Profisteher 1956, 1958 und 1959: Ich war restlos begeistert, wie die Jungs gefahren sind. Meiner Meinung nach war der spätere Sieger Patrick Kos auch wirklich der beste Mann, und er hat verdient gewonnen. Ich hatte den Eindruck, die deutschen Fahrer hatten bei der Übersetzung einen Zahn zu hoch aufgelegt. Schade, dass keiner unter die drei Ersten kam. Ich fand alle Läufe richtig spannend. Das war eine sehr gute Werbung für den Stehersport.

Horst Duschl.

Horst Duschl. © Manfred Marr

Horst Duschl (RC Herpersdorf, 72 Jahre) — deutscher Meister der Amateursteher 1968: Abgesehen von dem schlechten Wetter war es ein Super-Radsport-Wochenende, wie man es „am Keller“ schon seit langer Zeit nicht mehr gesehen hat. Die Holländer waren einfach cleverer als unsere Jungs. Ich staunte, wie schon in den Vorläufen sofort nach dem Start mit voller Power gefahren wurde, das war Spitze. Die treuen Zuschauer wurden belohnt.

Gerhard Duschl.

Gerhard Duschl. © Manfred Marr

Gerhard Duschl (RC Herpersdorf, 62 Jahre) — deutscher Meister der Amateursteher 1969: Der sportliche Verlauf war einzigartig spannend und schön. Mir hat vor allem Christoph Breuer gut gefallen, er hat sich heuer wesentlich verbessert — und mit etwas Glück hätte er einen Platz auf dem Treppchen geschafft. Etwas mickrig fand ich die kleinen Blumensträuße bei der Siegerehrung und dass es keine Pokale und keinen großen Siegerkranz für den neuen Europameister gab.

Horst Gnas.

Horst Gnas. © Manfred Marr

Horst Gnas (RC Herpersdorf. 70 Jahre) — Weltmeister (1971 bis 1973, 2-facher deutscher Meister der Amateursteher: Ich habe bei den deutschen Fahrern ein gutes Teamwork vermisst. Wenn Scholz und Fernow bedingungslos für Breuer gefahren wären, hätte dieser meiner Meinung nach einen Podestplatz erreicht. Was die Holländer mit dem führenden Schweizer Mario Birrer gemacht haben, war zwar am Rande der Legalität, doch so etwas hat es zu meiner Zeit auch immer wieder mal gegeben. Auch das gehört einfach dazu beim Stehersport, wenn heiß gekämpft wird.

Roland Renn.

Roland Renn. © Marr

Roland Renn (RV Union 1886 Nürnberg, 49 Jahre) — deutscher Meister Amateursteher 1986 und 1987: Ich finde es bewundernswert, was der kleine Verein Sportplatz geleistet hat, die EM nach Nürnberg zu bringen und perfekt zu organisieren. Davon konnte man zu meiner Zeit nur träumen. Die Läufe waren alle unheimlich spannend mit herrlichen Kämpfen. Vor allem, wie in jedem Lauf sofort nach dem Start mit voller Power losgelegt wurde, fand ich super. Jean Breuer fuhr großartig. Schade, dass er das Treppchen als Vierter knapp verpasste.

Klaus Burges.

Klaus Burges. © Manfred Marr

Klaus Burges (Touren Klub Schwabach, 64 Jahre) — deutscher Meister der Amateursteher 1975 und 1977: Ich muss gestehen, dass ich schon länger nicht mehr „am Keller“ war, doch um so überraschter war ich, zu sehen, was man mit der EM auf die Füße gestellt hat. Der Verein Sportplatz kann zurecht stolz sein auf diese großartige Veranstaltung. Sowohl die Vorläufe als auch der Endlauf, der leider wegen Regens abgebrochen wurde, waren für alle Radsportfans echte Leckerbissen. Hoffentlich macht man am Keller so weiter, und es kommt auch bald wieder ein starker Lokalmatador, der ganz vorne mitmischt.

Mario Vonhof.

Mario Vonhof. © Manfred Marr

Mario Vonhof (Touenklub Schwabach, 36 Jahre) — deutscher Stehermeister 2009: Diese Veranstaltung war — abgesehen vom Wetter — einfach super! Ich muss vor allem den vielen geduldigen Zuschauern, die stundenlang ausharrten, ein ganz großes Kompliment machen. Da zeigte sich echte Verbundenheit und Begeisterung zu unserem Stehersport. Die Läufe der Steher waren alle spitze. Mit Patrick Kos hat meiner Meinung nach der beste Mann des Tages gewonnen, wobei die Holländer auch das beste Teamwork boten. Völlig versagt hat die internationale Jury, die bei der unfairen Fahrweise des Gespanns Matthé Pronk/René Kos viel zu spät eingriff.

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