Der Müllberg macht künftig Strom

18.1.2012, 08:38 Uhr

© Archiv / Winckler

Mehr noch: Die Deponiefläche soll den Georgensgmündern zu sehr günstigen Konditionen überlassen werden. „Sie haben über Jahrzehnte hinweg ohne zu Klagen unseren Müll genommen, da sollen sie jetzt auch vom Müllberg profitieren können“, fasste Landrat Herbert Eckstein die Meinung im Gremium zusammen.

Eine Fotovoltaikanlage ist auch auf der zweiten großen Landkreisdeponie in Pyras bei Thalmässing denkbar. Nur sind hier die Anfangsinvestitionen höher: Es gibt nämlich keinen Stromanschluss.

Beide Hausmülldeponien sind schon seit den 1990er Jahren stillgelegt. Der Hausmüll wird längst nach Ingolstadt gebracht und dort verbrannt. Aber nur die älteren Teile der Müllberge sind endabgedeckt. Unter den neueren Teilen gärt es nach wie vor. Das Deponiegas – seit 1989 immerhin 25,8 Millionen Kubikmeter – wird aufgefangen und zur Stromproduktion genutzt.

Unabhängig von davon, dass auf den Deponien schon lange kein Müll mehr landet, muss der Landkreis jedes Jahr viel Geld nach Georgensgmünd und Pyras pumpen. In den vergangenen sechs Jahren sind knapp drei Millionen Euro ausgegeben worden. Auch heuer werden wieder 500000 Euro fällig, unter anderem für eine neue Gasverdichterstation an der Deponie Georgensgmünd.

Das Geld müssen nicht die Gebührenzahler zusätzlich schultern. Es stammt aus einem Deponienachsorgefonds, der noch gut gefüllt ist. Muss er auch. Denn wenn in fünf, zehn oder 15 Jahren die kompletten Deponien endabgedeckt werden, dann wird das noch einmal mindestens fünf Millionen Euro kosten.rog

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