Neuer Pächter im "Goldenen Stern"

Ex-Clubspieler Eigler übernimmt Schwabacher Gasthaus

31.7.2021, 12:04 Uhr
Wirtswechsel im

Wirtswechsel im "Goldenen Stern": Schwabachs Oberbürgermeister Peter Reiß, Petra und Dieter Trutschel, Christian Eigler, Sascha Spahic, die Eigentümer Ismail und Hayri Șahin. © Carola Scherbel

Ein behutsam modernisiertes Konzept mit dem Schwerpunkt deutsche und speziell fränkische Küche" kündigt der neue Pächter Christian Eigler für die Zukunft des "Goldenen Sterns" am Schwabacher Königsplatz an. Oberbürgermeister Peter Reiß freute sich bei der Vorstellung im Goldenen Rathaussaal über die Pläne: "Ich finde es großartig, dass Sie ein Konzept mit fränkischem Angebot für dieses gastronomische Schmuckstück im Herzen Schwabachs gewählt haben." Ab April 2022 will der neue Pächter zunächst für zehn bis zwölf Wochen umbauen, um dann Mitte 2022 an den Start zu gehen.

Der gebürtige Unterreichenbacher Christian Eigler bedankte sich beim Ehepaar Petra und Dieter Trutschel, die den "Goldenen Stern" seit fast 30 Jahren geführt haben. Ende März nächsten Jahres verabschieden sich die beiden in den Ruhestand, hätten ihm aber schon heute das Kennenlernen des Betriebs ermöglicht.

Eigler selbst stand von 2008 bis 2012 für den 1. FC Nürnberg in der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga auf dem Platz, davor auch für Greuther Fürth und Arminia Bielefeld sowie danach von 2012 bis 2015 für den FC Ingolstadt. Der 37-jährige gebürtige Rother war Zweitliga-Torschützenkönig, U20-/21-Nationalspieler und ist seit 2018 Spielertrainer bei seinem Jugendclub SV Unterreichenbach.

Eine Institution in Schwabach

Auch Gasthaus-Eigentümer Ismail Șahin würdigte die Leistung der bisherigen Pächter: "Die Familie Trutschel hat den Goldenen Stern zu einer Institution mit hervorragendem Ruf in menschlicher wie kulinarischer Hinsicht weit über die Stadtgrenzen hinaus etabliert." Christian Eigler habe am Ende das beste Konzept vorgelegt, um diesen Ruf behutsam zu modernisieren und fortzuführen.

Die Trutschels blicken nach eigenen Worten auf eine "großartige Zeit" zurück. "Es war wunderbar zu sehen, wie bei unseren Stammgästen zunächst die Großeltern bei uns Hochzeit gefeiert haben, ein paar Jahre später deren Kinder und heute feiern auch schon die Enkel", erzählt Petra Trutschel.

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Der "Goldene Stern" (rechts im Hintergrund) ist mit prägend für das Bild des Schwabacher Königsplatzes. © Patrick Shaw

Schwabachs Wirtschaftsreferent Sascha Spahic hob die Bedeutung des Lokals für Stadt und Tourismus hervor. "Auch für unsere Gäste und Besuchergruppen ist ein Besuch im Stern etwas ganz Besonderes. Insbesondere das leckere fränkische Essen sowie das besondere Flair haben schon viele Besucher begeistert", so Spahic. Daher biete man beispielsweise seit einigen Jahren einen Stadtrundgang mit Drei-Gänge-Menü im Stern an.

Ein Ort mit Geschichte

Der "Goldene Stern" wurde wohl schon im Mittelalter als Gasthof geführt. Neben dem goldenen Gasthausschild hat das Haus in seiner Goldschlägerstube einen weiteren Bezug zum Edelmetall: Historische Bedeutung erlangte der "Goldene Stern" durch den "Tag von Schwabach", der dort vom 16. bis 19. Oktober 1529 stattfand. Dabei berieten die Städte Nürnberg, Straßburg, Ulm, Augsburg und Nördlingen sowie das Kurfürstentum Sachsen, das Landgrafentum Hessen und das Markgrafentum Brandenburg-Ansbach über die „Schwabacher Artikel“. Diese bilden eine wichtige Grundlage der Confessio Augustana, auf der das evangelisch-lutherische Bekenntnis fußt.