Favoriten beherrschten Bayerische Meisterschaft im Zeitfahren

6.5.2015, 18:37 Uhr

© Foto: Manfred Marr

Bei den gut besetzten Titelkämpfen der lizenzierten Teilnehmer bei der Bayerischen Zeitfahr-Meisterschaft 2015 gaben erwartungsgemäß in allen Klassen die Favoriten den Ton an.

Friedrich Meingast vom RC Herpersdorf fuhr in der Eliteklasse der Männer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 47,7 km/h absolute Tagesbestzeit! Der 30-jährige Gymnasiallehrer holte sich damit verdient seine vierte Goldmedaille im Einzelzeitfahren. Ebenso souverän gewann bei den Frauen Adelheid Schütz (VC Corona Weiden) ihren siebten Bayerntitel in Folge!

In der Juniorenklasse U19 waren der DM-Dritte Patrick Haller (RSC Ingolstadt), in der weiblichen Jugendklasse die zweifache Deutsche Jugendmeisterin Ricarda Bauernfeind (RSG Ansbach) die überragenden Starter.

Beim RC Wendelstein durfte man sich über den 21. Bayern-Titel des Allrounders Matthias Lastowsky freuen, den er bei den Senioren erkämpfte. Sein Vereinskamerad Edgar Dohlus verfehlte nach sehr guter Leistung als Vierter knapp das Podium.

Gelungener Test für die DM

Für Friedrich Meingast, der sich in den nächsten Wochen sehr intensiv auf die Zeitfahr-DM in Bensheim vorbereitet, war die „Bayerische“ ein gut gelungener Test. „Ich fand sehr schnell meinen optimalen Rhythmus und fühlte mich auch am Ende der 23 Kilometer noch relativ frisch. Das hätten heute gerne auch ein paar Kilometer mehr sein dürfen“, erklärte der erfolgreiche Titelverteidiger der Männer-Eliteklasse, nachdem er mit neuer Rekordgeschwindigkeit gewonnen hatte.

„Mein tägliches Zeitfahrtraining in der vergangenen Woche hat sich gelohnt“, stellte Friedrich Meingast zufrieden fest. Weniger zufrieden war nach 23 Kilometer der Zweite, Tobias Erler vom RSC Kempten. „Ich habe den Start um einige Sekunden verschlafen und dann machte mir auch noch meine Schaltung Probleme“, ärgerte sich der gebürtige Oberbayer, dem am Ziel 18 Sekunden zum Sieg fehlten. Auch Maximilian Hornung vom RC Herpersdorf, der Vizemeister des Vorjahres, war mit Rang fünf nicht ganz zufrieden — genauso wie Lasse Ibert vom RC Wendelstein, der den zehnten Platz belegte.

42 Jahre alt

Rundum zufrieden war dagegen auch Adelheid Schütz, die seit 2009 jedes Jahr unangefochten die Bayerischen Zeitfahr-Meisterschaften gewann. Kein Wunder, dass die inzwischen 42-jährige Fakultätsassistentin der Uni Bayreuth bisher nie an das Ende ihrer Karriere dachte: „Ich habe erst mit 35 Jahren mit dem Radsport begonnen, nachdem ich oft mit meinem Mann größere Radtouren machte. So lange ich meine jüngeren Konkurrentinnen noch schlagen kann, mache ich natürlich noch weiter“, erklärte die erfahrene Zeitfahr-spezialistin, die allerdings kaum andere Radrennen fährt. „Nur gelegentlich Bahnrennen und diese dann am liebsten gegen die Uhr“, sagte Adelheid Schütz, die dabei bereits auch mehrere Bahntitel gewann.

Für Ricarda Bauernfeind von der RSG Ansbach ist Adelheid Schütz allerdings kein Vorbild. Die 15-jährige Gymnasiastin ist derzeit Deutschlands vielseitigste und erfolgreichste Jugendfahrerin. Im Vorjahr gewann sie 20 Rennen, davon zwei DM- und sämtliche Bayerntitel auf Bahn und Straße. Dass sie sich den bayerischen Zeitfahrtitel nicht entgehen ließ, war zu erwarten. Nach 14 Kilometern war sie fast zwei Minuten schneller als die zweitplatzierte Paulina Klimsa aus München. „Ricarda ist eines der größten deutschen Nachwuchstalente. Trotz ihrer vielen Siege werden ihr Ehrgeiz und ihr Trainingsfleiß immer noch größer“, schwärmt ihr „Entdecker“ Bodo Schwager von der RSG Ansbach.

Das spannende Duell der beiden besten bayerischen Jugendfahrer entschied diesmal der Augsburger Tim Wollenberg (KTM-Youngster) gegen den deutschen Omnium-Meister Bastian Frick (RSV Irschenberg) klar für sich. Wollenberg nahm Frick mit 21 Sekunden ab. Lokalmatador Ingo Gerth (RC Wendelstein) wurde nach eindrucksvoller Leistung Fünfter. Überragender Teilnehmer der Klasse U15 war einmal mehr Seriensieger Leslie Lührs vom RSV Irschenberg.

„Ich finde es besonders erfreulich, dass heuer bei der Zahl der jugendlichen Teilnehmer ein neuer Rekord erreicht wurde“, betonte Norbert Preuß der seit vielen Jahren auch als Jugendtrainer beim RC Herpersdorf im Einsatz ist. Peter Bohmann, der Vizepräsident des Bayerischen Radsportverbandes, hatte für den Veranstalter großes Lob parat: „Was hier vom SV Rednitzhembach bei der Vorbereitung und der Organisation geleistet wurde ist vorbildlich. Das war heute sehr gut gelungene Werbung für den Radsport!“ Für die reibungslose Abwicklung der vielen Wettbewerbe hatten alle Helfer um Norbert Preuß und Martin Hanzlik großes Lob verdient. Ebenso Sprecher Felix Janetschke und das kompetente Kampfgericht, das im 20-Sekunden-Takt der Starts und bei oft sehr hektischen Zieleinläufen nie die Ruhe und die Übersicht verlor.

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