Milena Slupina: Weltrekord, Weltcup, Weltmeisterin

30.12.2019, 13:00 Uhr
Kunstradfahren ist ein faszinierende Mischung aus Kraft, Athletik und künstlerischem Ausdruck. Niemand auf der Welt beherrscht das so gut wie Milena Slupina vom TSV Bernlohe.

Kunstradfahren ist ein faszinierende Mischung aus Kraft, Athletik und künstlerischem Ausdruck. Niemand auf der Welt beherrscht das so gut wie Milena Slupina vom TSV Bernlohe.

 Sie ist die mehrfache Siegerin und auch in diesem Jahr die absolute Favoritin. Kunstradfahrerin Milena Slupina aus Roth könnte Anfang Januar zum fünften Male insgesamt und zum dritten Mal in Folge Sportlerin des Jahres im Landkreis werden. Diesmal hätte sie es vermutlich sogar noch mehr verdient, als in den Jahren 2009, 2013, 2017 und 2018. Schließlich hat die 24-jährige 2019 mit ihrem Sportgerät alles gewonnen, was es weltweit zu gewinnen gibt.

Meisterschaft auf Meisterschaft

Sie ist selbstverständlich Bayerische und Deutsche Meisterin. Sie hat den Gesamt-Weltcup für sich entschieden und ist erst kürzlich in Basel Weltmeisterin geworden. Schon seit September ist die Rotherin vom TSV Bernlohe Weltrekordlerin. Denn sie hat für eine Kunstfahrrad-Kür mit 195,35 Punkten die beste Wertung erhalten, die jemals vergeben worden ist. Abgerufen hat Milena Slupina diese Leistungen in einem Jahr, das praktisch überfüllt war mit Wettkämpfen und ihr körperlich alles abverlangt hat.

Meisterschaft folgte auf Meisterschaft. Die vier Weltcuptreffen kamen hinzu. Die German Masters als Qualifikation für die WM mussten ebenfalls gefahren werden. Sechs Mal pro Woche trainiert sie dafür. Bei voller Berufstätigkeit. "Bis 2017 begann die Hauptsaison erst im Herbst", schildert Milena Slupina die Veränderungen. "Mit Einführung des Weltcups 2018 fängt die Wettkampfsaison nun schon ziemlich früh im Jahr an."

Bei der Premiere belegte sie den zweiten Platz in der Gesamtwertung. 2019 gewann Milena Slupina die Weltcupwertung überlegen. "Mein Vorsprung war recht groß", sagt sie.

Die Anstrengungen des endenden Jahres hätten sie jedoch fast den größten Triumph des Jahres gekostet. Denn im ersten Lauf bei der WM hat sie es nur ganz knapp ins Finale der besten Vier geschafft. Aufgrund der langen Saison war die Luft offenbar raus und die Reserven (fast)aufgebraucht. Vor "der wichtigsten Fahrt der Saison", wie Slupina selbst sagt, war sie also alles andere als körperlich topfit und mental gefestigt. Dann aber hätten ihr zwei Eigenschaften als Sportlerin den Weg geebnet. Überzeugt zu sein, dass man es schaffen könne, wenn es drauf ankomme. "Und mich körperlich über Grenzen hinaus quälen zu können", sagt Slupina. "So ist es mir im Finale gelungen, alles aus mir herauszuholen." Zum zweiten Mal nach 2017 stand sie dann ganz oben auf dem Podium einer Weltmeisterschaft.

Kurze Pause

"Jetzt ist Zeit für eine Pause", findet Slupina, weiß aber sehr gut, dass sie bald wieder einsteigen muss in die Vorbereitungen, um auch in der neuen Saison vorne mit dabei zu sein. Am 29. Februar 2020 ist Auftakt im Weltcup.

Milena Slupina, die als Ingenieurin bei der Schwabach Firma Niehoff arbeitet, hat in den vergangenen beiden Jahren enorm dazu beigetragen, das Kunstradfahren der Damen auf eine neue Ebene zu heben. 2017 bei der WM sind erstmals 180 Punkte überschritten worden. Im Sommer 2018 lag der Weltrekord bei 186 Punkten. Milena Slupina hat ihn innerhalb nur eines Jahres um fast zehn Punkte verbessert. "Das ist nicht allein mein Verdienst", sagt sie. Die Konkurrenz sei größer geworden. "Und damit der Druck zur Leistung."

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