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OB-Wahl Schwabach: Christine Krieg tritt für Grüne an

Bei der Kommunalwahl 2020 will die 50-Jährige Matthias Thürauf beerben - 11.07.2019 14:20 Uhr

Christine Krieg (2. von links) will Schwabachs erste Oberbürgermeisterin werden. © Foto: Günther Wilhelm


Bei der Nominierungsversammlung im "Schwung" war sie die einzige Kandidatin und erhielt eine klare Mehrheit von 33 der 36 Stimmen. Zwei Mitglieder stimmten gegen sie, zudem gab es eine Enthaltung.

Nachdem Peter Reiß (SPD) und Michael Fraas (CSU) bereits feststehen, sind damit die drei aussichtsreichsten Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Schwabach klar.

"Wir wollen Oberbürgermeisterin werden"

Als die Fürther Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs als Sitzungsleiterin die Wahl Kriegs verkündet, könnte der spontane Beifall der Grünen kaum größer sein. Kreisvorsitzender Bernhard Spachmüller ist sofort mit einem Blumenstrauß zur Stelle – und mit einer so launigen wie klaren Ansage: "Wir Schwabacher Grüne wollen Oberbürgermeisterin werden", persifliert er die legendäre "Wir sind Papst"-Schlagzeile. "Und wenn es am 15. März nicht klappt, dann eben in der Stichwahl am 29."

Wochenlang hatten die Grünen über mögliche Kandidatinnen oder Kandidaten eisern geschwiegen. Ernsthaft im Gespräch war vor allem auch Eckhard Göll, doch der erfahrene Stadtrat hat aus persönlichen Gründen auf eine Kandidatur verzichtet. Eine Konkurrenz habe es nicht gegeben, betont Christine Krieg im Gespräch mit dem Tagblatt. "Das war ganz harmonisch und entspannt."

Selbstbewusst und unaufgeregt

Ganz entspannt, so wirkt Christine Krieg auch in ihrer Vorstellungsrede. Auf kämpferische Töne oder gar Attacken verzichtet sie völlig. Sie redet frei und druckreif, sachlich und mit einem Lächeln. Auf eine so selbstbewusste wie unaufgeregte Art gelingt es ihr, Aufbruchstimmung zu verbreiten.

Schmunzelnd erinnert sie sich, dass sie sogar schon einmal im Schwabacher Rathaus gearbeitet hat – einige Monate als Referendarin in der Rechtsabteilung. Nach ihrem Abitur am Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium hat sie in Bayreuth Jura studiert. Später zieht sie nach Leverkusen, gründet eine Familie, wird Mutter von Zwillingen, zwei Mädchen.

Fachanwältin und Mediatorin

Wahlerfolge der NPD in den neuen Ländern sind für sie der Auslöser, sich auch politisch zu engagieren: in der CDU. Als Stadträtin stimmt sie aber durchaus auch mit den Grünen. "Ich war schon immer schwarz-grün", sagt sie.

2009 kehrt sie nach Schwabach zurück. "Doch zwischen der CDU in NRW und der CSU ist ein kleiner Unterschied, deshalb kamen für mich nur die Grünen infrage." Ihr Parteieintritt 2017 ist eine Reaktion auf das Erstarken der AfD.

Beruflich wird sie Fachanwältin in einer großen Kanzlei in Gunzenhausen, Lehrbeauftragte an der Fachhochschule in Ansbach, zudem bildet sie sich zur Mediatorin fort. Als Expertin für Medizinrecht berät sie unter anderem 60 Kliniken in ganz Bayern.

"Eine Lebensentscheidung"

Erfahrung und Kompetenz, die auch als Oberbürgermeisterin "nicht hinderlich" sei. "Dieses Amt ist für mich aber kein Karrieresprung, auch nicht finanziell", betont sie, es sei sogar ein Risiko. Denn würde sie gewählt und nach sechs Jahren abgewählt, dann wären alle Kontakte dahin. "Ich müsste wieder bei Null anfangen."

Warum sie dieses Risiko eingeht? "Auf die Gefahr hin, dass es arrogant klingt: Als Anwältin habe ich alles erreicht", erklärt sie im Pressegespräch. "Die Kandidatur ist eine Lebensentscheidung." Gut überlegt und sehr ernsthaft.

Deshalb ist sie auch als Vorstandsmitglied der angesehenen Schwabacher Bürgerstiftung zurückgetreten. "Ich will nicht den Eindruck erwecken, als wollte ich die Stiftung instrumentalisieren", erklärt sie.

Grüne Modellstadt als Vision

Für das Amt als OB fühlt sie sich gewappnet: "Als Mediatorin bringe ich die Voraussetzungen mit, um Menschen zusammenzuführen, zu begeistern und gemeinsam für meine Geburtsstadt, die mir sehr am Herzen liegt, etwas zu bewegen."

Und was? "Schwabach steht gut da", sagt Krieg. "OB Thürauf hat das gut gemacht." Sie aber will den Akzent noch stärker auf Ökologie legten: "Meine Vision ist eine grüne Modellstadt." Weniger Autos in der Innenstadt durch bessere Angebote für Bus- und Radfahrer, eine dezentrale Energieversorgung, mehr Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden bei Wohn- und Gewerbeflächen, so lauten einige Stichworte. Ausdrücklich fügt sie hinzu: "Ich bin Unternehmerin, die Wirtschaft ist mir wichtig."

An der Basis kommt das an. "Du bist kompetent, du bist taff, du bist eine tolle Frau", gratuliert ihr die Landtagsabgeordnete Dr. Sabine Weigand. Und Bürgermeister Dr. Roland Oeser ist überzeugt: "Das Rathaus freut sich schon auf dich."

Und Christine Krieg auf den Wahlkampf. Den startet sie am kommenden Samstag um 11 Uhr mit einem Infostand am Marktplatz.

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So viel verdienen Oberbürgermeister in der Region

Über das Gehalt wird nicht gerne gesprochen. Und auch Oberbürgermeister legen meist nicht offen, wie viel sie genau verdienen. Die Bezahlung hauptberuflicher Bürgermeister ist orientiert an der Beamtenbesoldung. Das Grundgehalt ist festgelegt, dazu kommt jedoch noch der Familienzuschlag und eine Aufwandsentschädigung.


 

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