Radverkehr

Schwabach: Note 4,3 beim Fahrrad-Klima-Test

Günther Wilhelm
Günther Wilhelm

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13.5.2021, 11:00 Uhr
Entsteht an der Kreuzung Hindenburg-/Schillerstraße ein Mini-Kreisverkehr? Der Plan wurde vorgelegt, aber zunächst um ein Jahr verschoben. Dann will der Stadtrat erneut beraten.

Entsteht an der Kreuzung Hindenburg-/Schillerstraße ein Mini-Kreisverkehr? Der Plan wurde vorgelegt, aber zunächst um ein Jahr verschoben. Dann will der Stadtrat erneut beraten. © Günther Wilhelm, NN

Schwabach soll für Radfahrer sicherer und attraktiver werden. Das ist eines der Ziele es neuen Mobilitätsplans. Bei der jüngsten Informationsveranstaltung hatte Moderator Dr. Thomas Donhauser den bundesweit renommierten Verkehrsforscher Robert Follmer gefragt, wie weit Schwabach auf diesem Weg denn schon sei.


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Dessen so launige wie ernüchternde Antwort: "Die Stadt ist noch in der Umkleidekabine." Doch das, so fügte er sofort hinzu, sei gar nicht schlecht: Immerhin wolle man sich umziehen, das wolle noch nicht jede Stadt. Und die Voraussetzungen seien gut: Denn Schwabach sei kompakt und damit gut geeignet für den Radverkehr.

Der hat am Montag im Stadtratsausschuss für Umwelt und Mobilität bei gleich drei Tagesordnungspunkten eine Rolle gespielt. Die Übersicht.

Wolkersdorf: Die Situation für den Fahrradverkehr an der Ortsdurchfahrt entlang der B2 soll verbessert werden. Dazu wurde ein Konzept diskutiert, das zwischen der Volckamerstraße/Am Wasserschloss und dem nördlichen Ortsausgang beidseitig Radschutzstreifen und eine Querungshilfe am Ortsausgang vorsieht. Diese Sicherheitsmaßnahmen würden aber einige Parkplätze kosten. Die Entscheidung trifft der Stadtrat am 21. Mai.


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Hindenburg-/Schillerstraße: Die Verwaltung schlägt an dieser Kreuzung nahe dem Schulzentrum Mitte einen Mini-Kreisverkehr vor. "Damit wird es für Radfahrer deutlich komfortabler und sicherer", glaubt OB Peter Reiß (CSU). Auch Heiner Hack (CSU) freute sich über eine "tolle Lösung".

"Es sieht nach einer super Lösung aus", räumte zwar auch Martin Sauer (SPD) ein. Gleichzeitig verwies der Stadtratspfleger für Mobilität darauf, dass selbst der Schwabacher ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) Bedenken habe und einen Kreisverkehr für Radfahrer als problematisch ansehe.

Gerade an dieser Stelle "hängt der Kreisverkehr etwas in der Luft, weil es keine angrenzende Lösung für Radfahrer gibt", findet Sauer. "Jetzt 130.000 Euro für eine punktuelle Lösung auszugeben, ist kritisch." Gerade in der coronabedingt schwierigen Haushaltslage. Sein Vorschlag: Zumindest ein Jahr abwarten und sehen, wie weit das Mobilitätskonzept bis dahin sei. Dem schloss sich der schließlich gesamte Ausschuss an.

ADFC-Fahrrad-Klima-Test: Note 4,3 und nur Platz 341 von 415 Städten mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern in Deutschland. So hat Schwabach bei einer Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs abgeschnitten, an der 234 Schwabacherinnen und Schwabacher teilgenommen hatten. Anlass für die SPD, dieses Resultat im Mobilitätsausschuss zu diskutieren.


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Die Verwaltung wies darauf hin, dass bei einer Haushaltsbefragung 2017 die Situation für Fahrradfahrer mit der Note 2,4 bewertet worden war. Die Stadt sei auch nicht untätig. Stadtbaurat Ricus Kerckhoff legte eine Liste mit 26 Maßnahmen für den Radverkehr vor, die 2020/21 umgesetzt wurden oder in Arbeit sind. Die Palette reicht von neuen Radaufstellstreifen über 80 neue Fahrradstellplätze am Bahnhof bis hin zu den aktuellen Plänen in Wolkersdorf.

"Wir verkaufen uns manchmal zu schlecht", findet deshalb Martin Sauer (SPD). Ähnlich sieht das Roland Oeser (Grüne): "Es bewegt sich was. In vielen Bereich vielleicht etwas langsam, aber wir sind auf einem guten Weg. Es muss ja nicht gleich Erlangen, Münster oder gar Kopenhagen sein."

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