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Schwabacher Regionalmarkt: Das Thema ist wichtiger den je

Robert Schmitt

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3.10.2022, 14:26 Uhr
Einer der Klassiker. Obst aus regionalem Anbau gehört zu einem Regionalmarkt natürlich dazu. Aber es gab viel mehr darüber hinaus.
 

© Robert Schmitt, NN Einer der Klassiker. Obst aus regionalem Anbau gehört zu einem Regionalmarkt natürlich dazu. Aber es gab viel mehr darüber hinaus.  

Der Schwabacher Regionalmarkt findet immer am „Tag der Regionen“ im Frühherbst statt. Dabei hat das riesige Open-Air-Kaufhaus meist großes Glück mit dem Wetter. Doch diesmal meinte es der Himmel gar nicht gut mit den Händlern und ihren Kunden. Bereits eine Stunde nach dem offiziellen Beginn begann es bis in den Nachmittag hinein relativ heftig zu regnen. Die Temperatur hat ebenfalls nicht zu vergnügtem Bummeln eingeladen.

Der bundesweite Tag der Regionen hat 2022 das Motto „Kurze Wege – Große Wirkung“. Denn regionale Wirtschaftskreisläufe sind ein wichtiger Faktor für das Aussehen unserer Kulturlandschaft. „Ökologisch hochwertige Produkte können von den Landwirten nur produziert werden, wenn sie auch nachgefragt werden“, sagt Andreas Barthel vom Landschaftspflegeverband, der den Markt gemeinsam mit der Stadt veranstaltet. Nachhaltigkeit, Klimabewusstsein, Kreislaufsysteme und Krisensicherung seien elementare Bausteine für eine zukunftsfähige Ernährungswirtschaft, zählt Barthel auf. Dies steht und fällt mit der Überlebensfähigkeit der kleinen und mittleren Betriebe. Regionale Strukturen bieten dafür ein wichtiges Standbein.

Gute Geschäfte oder gute Miene zum eher bescheidenen Wetter? Beim 24. Schwabacher Regionalmarkt konnte man sich auch was Gutes tun.

Gute Geschäfte oder gute Miene zum eher bescheidenen Wetter? Beim 24. Schwabacher Regionalmarkt konnte man sich auch was Gutes tun. © Robert Schmitt, NN

Der bundesweite Aktionstag der Regionalbewegung „Tag der Regionen“ präsentiert die Stärken der Regionen und zeigt die Chancen einer lebendigen Region. Er betont die Verantwortung gegenüber unserem wirtschaftenden Nachbarn. Das bedeutet, Waren in der Region zu nutzen, in der sie hergestellt werden, regionale Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe beauftragen sowie regional verfügbare Rohstoffe verwenden und regionales Engagement.

Wichtig, aber hart getroffen

Die Corona-Pandemie ebenso wie die Ukraine-Krise führen uns laut Andreas Barthel zum einen vor Augen, wie wichtig regionale Erzeuger und Wirtschaftskreisläufe sind. Gleichzeitig treffe sie kleine, regionale Unternehmen und Gastronomen besonders hart. „Regionale Wirtschaftskreisläufe zu unterstützen, ist das Kernziel des Tag der Regionen – wann, wenn nicht auch jetzt“, ruft der Diplom-Biologe den Verbrauchern zu.

Obst lässt sich natürlich auch verflüssigen. Die passenden Gefäße finden sich auf dem Regionalmarkt.

Obst lässt sich natürlich auch verflüssigen. Die passenden Gefäße finden sich auf dem Regionalmarkt. © Robert Schmitt, NN

Die Stadt Schwabach und der Landschaftspflegeverband führen 2022 den beliebten Schwabacher Regionalmarkt zum 24. Mal in Folge durch. „In diesen 24 Jahren haben wir viel erreicht“, findet Andreas Barthel. „Aber gerade jetzt ist die Förderung regionaler Produzenten von enormer Bedeutung. Denn Kostensteigerung und Konkurrenz durch preiswertere, aber nicht nachhaltigere Produkte bringen Direktvermarkter und Lebensmittel produzierendes Handwerk wie den Metzger und Bäcker von nebenan in Bedrängnis. Dabei bieten sie nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch Versorgungssicherheit – gerade jetzt ein unschätzbarer Vorteil.“

Viele Standbetreiber, die seit Jahren zum festen Bestandteil des Schwabacher Regionalmarkts gehören, sind wieder vor Ort. An über 60 Ständen werden Spezialitäten und Grundnahrungsmittel, Deko-Artikel aus natürlichen Rohstoffen und Informationen zu Umwelt- und Naturschutzthemen angeboten.

Produkte und Infos

Neben dem Einkauf regionaler Produkte bekommt man bei verschiedenen Vereinen, Verbänden und öffentlichen Dienstleistern Informationen und Anregungen zur Verkleinerung des eigenen ökologischen Fußabdrucks. Dabei reicht die Palette der Produkte längst nicht nur über regionale Grundnahrungsmittel wie Kürbisse, Kartoffeln oder Äpfel. Mit in Schwabach gebrautem Bier ist der Brauverein Schwabach vertreten. Der Bauernverband informierte über sein Programm zur Kooperation mit den Schulen. Dabei sollen Schülerinnen und Schüler über die Arbeit der Landwirtschaft und deren Bedeutung für Ökologie und Umweltschutz sowie die Produktion von Lebensmitteln aufgeklärt werden.

Neu war in diesem Jahr die „Meister-Küfner-Nusseckenmanufaktur“ aus Großgründlach. Sie bot Nussecken, Mozartkugeln, Schokocrossies und Elisenlebkuchen in Bioqualität an. Der Umweltpreisträger der Stadt Nürnberg im Jahr 2020 produziert fair, nachhaltig, meist vegan und palmfettfrei. Wieder mit von der Partei waren nach einer Pause die Obst- und Gartenbauvereine Schwabach und Unterreichenbach sowie der Fischereiverein Schwabach.

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