Schwabachs jüdisches Erbe und das Ende des Verdrängens

4.6.2015, 10:14 Uhr
Schwabachs erster „Stolperstein“ für Schwabachs letzten Rabbiner Dr. Salomon Mannes wurde im November 2014 verlegt.

Schwabachs erster „Stolperstein“ für Schwabachs letzten Rabbiner Dr. Salomon Mannes wurde im November 2014 verlegt. © Fotos: Wilhelm

Über 50 Jahre hat es gedauert, bis die von den Nazis 1939 in Schlötzergasse umbenannte Synagogengasse wieder ihren ursprünglichen Namen erhielt.

Über 50 Jahre mündete die Straße mit der ehemaligen Synagoge, dem Rabbinerhaus und dem Lehrhaus in die „Gasstraße“.

Über 50 Jahre war die ehemalige Synagoge ein Bierlager.

„Vergessen und verdrängt“ war auch der Titel einer Ausstellung und eines Buchs in den 1990er Jahren, die sich erstmals intensiv mit der Nazi-Herrschaft in Schwabach auseinandergesetzt haben. Diese neunziger Jahre markierten die überfällige Wende im Umgang mit der eigenen Geschichte.

Jahre verstrichen

Doch selbst nach dem sensationellen Fund der Laubhütte 2001 gab es jahrelang Stillstand, bis sich der Stadtrat entschlossen hat, 2008 endlich dem Trägerverein Jüdisches Museum beizutreten. Inzwischen ist die Synagoge längst saniert. Derzeit läuft die Sanierung des Lehrhauses. Und das Museum in der Laubhütte ist eine echte Bereicherung.

Die Synagogengasse hat sich von einer Schmuddelecke zu einem Vorzeigeobjekt gewandelt. Ein Zeichen des Respekts vor dem jüdischen Erbe. Darauf darf Schwabach stolz sein. Die Zeit des Vergessens und Verdrängens ist vorbei.

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