Millionen-Schaden nach Flammen-Inferno

Spektakuläre Irrfahrt: Brennende Geisterlok rast durch Bayern

Tobi Lang

Redakteur

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20.1.2023, 17:28 Uhr
Dieses Foto der Lok veröffentlichte das BRK am Freitag.

© BRK Berchtesgadener Land Dieses Foto der Lok veröffentlichte das BRK am Freitag.

Es sind Szenen wie aus einem Action-Film. Meterhohe Flammen schießen aus einer Lokomotive, die führerlos über bayerische Schienen rollt. Ein Großaufgebot ist im Einsatz, überall Blaulicht - und Retter, die die brandgefährliche Situation entschärfen. Exakt das ist in der Nacht auf Freitag an einem Bahnhof in Oberbayern geschehen.

Warum die Lok in Flammen geriet, ist derzeit noch unklar. Gegen 3 Uhr, teilt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mit, meldeten Passanten erstmals den brennenden Zug. Doch noch bevor die Feuerwehr mit den Löscharbeiten beginnen konnte, bewegte sich die Lok plötzlich in Richtung des Bahnhofes Freilassing in der Nähe der deutsch-österreichischen Grenze. In einem leichten Gefälle auf der Strecke wurde das Fahrzeug immer schneller und schneller, "woraufhin die Einsatzkräfte die Verfolgung der mittlerweile mit hoher Geschwindigkeit fahrenden Geister-Lok aufnahmen", heißt es in einer Pressemitteilung.

Bahn behilft sich mit einem cleveren Trick

Ein Notfallmanager der Deutschen Bahn reagierte geistesgegenwärtig und schlug Alarm. "Durch geschickte Weichenstellung gelang es, die Geisterlok auf ein Gleis östlich des Bahnhofs umzuleiten, wo sie durch den Einschlag an einem Prellbock gebremst und schließlich (...) gestoppt wurde", teilt das BRK mit. Die Irrfahrt ging über rund sechs Kilometer.

"Die Diesellok ist komplett ausgebrannt", sagte ein Polizist dem Österreichischen Rundfunk (ORF). Der Augenzeuge erklärt: "Den Prellbock hat es auf dem Gleis durch die Wucht ein paar Meter verschoben. Der Gesamtschaden wird von Fachleuten auf acht bis neun Millionen Euro geschätzt."

Wegen der Lärmschutzwände, die sich auf beiden Seiten auftürmten, gestalteten sich die Löscharbeiten zwar schwierig. Doch die Retter verhinderten, dass sich die Flammen weiter ausbreiteten. "Der kuriose Einsatz dauerte bis 9 Uhr in der Früh", teilt das BRK mit - also etwa sechs Stunden. Verletzt wurde wohl niemand.