Stresstest im Richterzimmer

Staubsauger sorgt für bizarren Streit vor fränkischem Gericht

Eva Orttenburger
Eva Orttenburger

Online-Redaktion

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7.3.2022, 13:27 Uhr
Ein Staubsauger sorgt in Franken für eine gerichtliche Auseinandersetzung.

© Hauke-Christian Dittrich/dpa Ein Staubsauger sorgt in Franken für eine gerichtliche Auseinandersetzung.

Saugt der Staubsauger richtig oder nicht? Mit dieser Frage musste sich nun das Amtsgericht Kitzingen auseinandersetzen. Wie die Mainpost berichtet, hat eine Frau aus Dettelbach einen Elektro-Staubsauger für 950 Euro gekauft. Als das Markengerät bei ihr zu Hause ankam, war die Enttäuschung aber groß. Das teure Gerät saugte nicht richtig, zudem sollen die Bürsten unbeweglich sein. Nach sechs Wochen schickte die Frau das Produkt wieder zurück.

Doch der Hersteller wollte die Reklamation nicht gelten lassen. Der Sauger sei einwandfrei, die Frau habe lediglich in der Zeit während der Benutzung die Bürsten abgenutzt. Prompt bekam die Fränkin das Gerät wieder zurück. Als die Kundin den Preis jedoch weiterhin nicht bezahlen will, geht die Sache vor Gericht, denn die Firma will den Kaufpreis einklagen.

Die Richterin des Amtsgerichts Kitzingen lässt den Übeltäter daraufhin zum Testsaugen antreten. Im Richterzimmer werden Fussel verteilt, um die Leistungsfähigkeit zu überprüfen. Doch so richtig saugen wollte das Markenprodukt auch dort nicht. Vielmehr ist von einem "lauen Lüftchen" die Rede.

Ein teures Gutachten wollen weder die Frau noch der Hersteller in Auftrag geben. Was also tun? Ein Techniker der Staubsauger-Firma soll das Problem lösen und das Gerät genauer unter die Lupe nehmen. Herrscht danach weiterhin Zwist, muss wohl doch ein Sachverständiger eine Beurteilung vornehmen, die allerdings zwischen 1500 und 2000 Euro kostet - mehr also, als der Sauger überhaupt wert ist.

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