Defekt am Generatorgehäuse

Vorsicht Lebensgefahr: In Unterfranken könnte der Kopf eines Windrades abstürzen

12.8.2021, 15:25 Uhr
Reparaturarbeiten an Windrädern sind aufgrund der gewaltigen Dimensionen der Anlagen ziemlich aufwendig. An einem Windrad in Unterfranken (dieses Symbolfoto zeigt eine Anlage in Hessen) ist ein Defekt im Generatorgehäuse aufgetreten, deshalb wurde die Umgebung weiträumig abgesperrt.

Reparaturarbeiten an Windrädern sind aufgrund der gewaltigen Dimensionen der Anlagen ziemlich aufwendig. An einem Windrad in Unterfranken (dieses Symbolfoto zeigt eine Anlage in Hessen) ist ein Defekt im Generatorgehäuse aufgetreten, deshalb wurde die Umgebung weiträumig abgesperrt. © Boris Roessler/dpa

Am Kopf eines der Windräder nahe des 370 Meter hohen Bretzensteins waren große Mengen Öl ausgetreten. Laut Fachleuten, die daraufhin das Innere der Windkraftanlage inspizierten, ist es zu einem größeren Getriebeschaden gekommen. In dem in über 60 Metern Höhe liegenden Generatorgehäuse haben sich wahrscheinlich einige Bauteile verkeilt, die möglicherweise auch herunterfallen könnten. Das Windrad wurde deshalb umgehend stillgelegt.

Wegen der akuten Lebensgefahr haben die Beamten der Polizeiinspektion Ebern und die Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr außerdem den Bereich um die Windräder weiträumig abgesperrt. Auch die in der Nähe verlaufende Straße wurde für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt. Von den Sperrungen sind unter anderem einige Landwirte betroffen, die im Umfeld des Windparks Bretzenstein Ackerflächen besitzen.

Öl lief teilweise am Mast herunter

Bisher sind etwa 250 Liter Getriebeöl ausgetreten und teilweise am Mast des Windrades heruntergelaufen. Ein Teil des Öls hat sich laut eines Sprechers der Freiwilligen Feuerwehr Ebern auch frei in der umliegenden Natur verteilt. Im schlimmsten Fall könnte der gesamte Kopf der Windkraftanlage herunterfallen. Das Windrad der Marke "Südwind" hat eine Nennleistung von 1500 kw und einen Rotordurchmesser von 70 Metern.

Aufgrund der Dimensionen der Anlage ist die Behebung des Schadens ziemlich aufwendig und kompliziert. Wahrscheinlich muss ein Spezialkran dafür eingesetzt werden. Bis dahin wird die Sperrung aller Voraussicht nach aufrecht erhalten werden müssen.

Der Eigentümer des Windrades lebt im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg und steht inzwischen in Kontakt mit den zuständigen Behörden. Für eine Stellungnahme war er bisher von unserer Redaktion nicht zu erreichen. Voraussichtlich am Freitag, 13. August, soll aber mit den Sicherungs- und Reparaturarbeiten begonnen werden.

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