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Samstag, 25.01.2020

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Wegen Beziehung zu Frau: Fränkischer Pfarrer gibt Ämter auf

Geistlicher fürchtete Auswirkung auf seine Berufung - Seelische Krise - 02.01.2020 20:06 Uhr

Wegen der Beziehung zu einer Frau zieht sich ein katholischer Geistlicher aus der Fränkischen Schweiz aus seinen Ämtern zurück. Vor kurzem wurden die Mitglieder der Pfarreien Waischenfeld, Nankendorf und Hochstahl über den Schritt von Pfarradministrator Pater Rajesh Lugun informiert.

Bei den jüngsten Gottesdiensten in den betroffenen Pfarreien wurde eine entsprechende Erklärung von Lugun verlesen. Darin teilte der
äußerst beliebte, aus Indien stammende Geistliche mit, dass er in den letzten Wochen traurig und bedrückt gewesen sei. Seelisch und psychisch gehe es ihm sehr schlecht. Momentan befinde er sich deshalb auch in stationärer Behandlung.

Ersten Wochen können überbrückt werden

Pfarrer Lugun ist der Ansicht, dass seine Beziehung große Auswirkungen auf seine Berufung habe, es habe ihn in eine seelische Krise gestürzt. Er sehe sich nicht mehr in der Lage, seinen Dienst als Seelsorger, den er immer gern und mit Freude gemacht habe, weiterhin auszuüben. Jetzt ist der Geistliche mit den Verantwortlichen des Erzbistums Bamberg und seines Ordens in Kontakt, um die weiteren Schritte zu klären. Die Gläubigen seiner drei Pfarreien bittet er um Verzeihung, dass er ihr Vertrauen verletzt und sie enttäuscht habe.

Maike Wirth, Pressesprecherin des erzbischöflichen Ordinariats Bamberg, bestätigte Luguns Rückzug, doch weitere Informationen zu dem Fall gibt es derzeit nicht. Die Vertretungsfrage wurde bereits geregelt, für Januar 2020 haben die Verantwortlichen die Urlaubsvertretung für Pater Lugun eingeplant. So können die ersten Wochen überbrückt werden. "Alles Weitere wird sich im Laufe des Jahres ergeben", verspricht Maike Wirth.

Verantwortlichen halten sich bedeckt

Waischenfelds Bürgermeister Edmund Pirkelmann (BBS) bedauert den Schritt des Pfarrers sehr. "Rajesh Lugun ist ein ausgezeichneter Pfarrer und hervorragender Seelsorger, der es auch innerhalb kürzester Zeit geschafft hat, die Lücken zu schließen, die in den drei Pfarreien entstanden waren", betont der Kommunalpolitiker. Auch zwischen weltlicher Gemeinde und Pfarrer sei die Zusammenarbeit immer sehr gut gewesen.

Nun müsse eben abgeklärt werden, wie es weitergeht, so der Bürgermeister. Die Verantwortlichen in den Pfarreien wiederum halten sich bedeckt und verweisen auf das Erzbistum als Ansprechpartner.

tw

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