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Samstag, 25.01.2020

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Abschied von Jürgen Winter am Klinikum Altmühlfranken

Der langjährige Vorstand wurde von den Festrednern mit viel Lob und warmen Worten überschüttet. - 05.12.2019 11:13 Uhr

Jürgen Winter (2. von rechts) wurde im Weißenburger Krankenhaus feierlich verabschiedet. An seiner Seite von links: Dr. Heiko Priesmeier, Professor Dr. Alexander Schraml, Gerlinde Winter und Landrat Gerhard Wägemann. © Foto: Markus Steiner


Das erste Klagelied stimmte Landrat Gerhard Wägemann an, seines Zeichens Vorsitzender des Verwaltungsrats: "Ihr Weggang ist nicht nur für mich als politisch Verantwortlichen, sondern auch für die anwesenden Gäste ein schwerer Verlust." Dennoch habe er Verständnis für Winters Entscheidung und blicke mit großer Dankbarkeit auf die erfolgreiche Zusammenarbeit zurück.

Wägemann listete Winters wichtigste Stationen seines "erfolgreichen Wirkens in den Krankenhäusern unseres Landkreises" auf. Die erste davon besetzte Winter gleich nach seinem Studium: Am 1. Juli 1995 heuerte er als Controller im Krankenhaus Gunzenhausen an und startete eine steile Karriere. Schon am 1. Januar 2001 wurde er zum Leiter des Krankenhauses Weißenburg berufen. Bereits ein Jahr später wurde er neben Rudolf Frenzel der gleichberechtigte Vorstand des neu gegründeten Kommunalunternehmens. Als Frenzel in Rente ging, führte er als alleiniger Vorstand beide Kreiskliniken und war verantwortlich für 380 Betten, 800 Mitarbeiter/innen und ein Budget von 55 Millionen Euro.

Die Führungsverantwortung und die Weiterentwicklung der Kliniken mit den medizinischen Schwerpunkten in Gunzenhausen (Unfallchirurgie, Kardiologie, Angiologie) und Weißenburg (Gastroenterologie, Diabetologie, Viszeral- und Thoraxchirurgie) sowie die Profilierung der medizinischen Zentren seien laut Wägemann "die Eckpfeiler des wirtschaftlichen Erfolgs unseres Krankenhauswesens im Landkreis".

"Hervorragender Ruf"

Winters erfolgreiche Umsetzung seiner "Vision" habe dazu beigetragen, dass beiden Kliniken bis über die Landkreisgrenzen hinaus einen "hervorragenden Ruf" genießen würden. Ebenfalls unter Winters Ägide wurde seit 2007 die Generalsanierung in Gunzenhausen mit einem Kostenvolumen von rund 84 Millionen Euro, der Aufbau des neuen Zentrums für Altersmedizin in Gunzenhausen und die Zentralisierung der Geburtshilfe in Weißenburg realisiert. Trotz immer schwierigerer Rahmenbedingungen sei es Winters "verdienstvollem Wirken als Vorstand" und der engagierten Arbeit sämtlicher Beschäftigter zu verdanken, dass bislang "keine wirtschaftlichen Defizite" aufgelaufen seien.

Winter habe es als Vorstand immer verstanden, dass "hochqualifiziertes und motiviertes Personal" nicht nur ein Kostenfaktor, sondern auch "der Schlüssel für den Heilungserfolg der Patienten und damit auch für den wirtschaftlichen Erfolg" eines Krankenhauses sei. Winter habe immer eine "offene Kommunikation auf Augenhöhe" und einen "respektvollen und wertschätzenden Umgang" mit allen Mitarbeitern gepflegt und ihnen auch Handlungsspielräume zugestanden.

Alle Verdienste aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Aber einzelne Schlagworte ließen erahnen, dass Wägemann Winter nicht gerne gehen lässt. Er bezeichnete ihn als "unermüdlichen Netzwerker", "fachkundigen Ratgeber", der jederzeit "loyal, vertrauens- und respektvoll" mit allen zusammengearbeitet habe. Der Landrat dankte auch Winters Frau Gerlinde, die "sicherlich auch enorme Belastungen aus dem beruflichen Alltag ihres Mannes mittragen musste", und überreichte ihr einen Blumenstrauß.

Dr. Heiko Priesmeier, Chefarzt für Innere Medizin am Klinikum in Gunzenhausen, verglich in seiner launigen Rede Jürgen Winters Rolle mit der Funktion des Großhirns. Wie das Großhirn habe der scheidende Vorstand allen den Takt vorgegeben. Unter seiner Führung habe es nie "blockierende Rhythmusstörungen" gegeben. Auch der Chefarzt erwähnte explizit Winters stets wertschätzenden Umgang mit allen Mitarbeitern. Bei betriebswirtschaftlichen Entscheidungen habe er die Interessen der Mitarbeiter und Patienten im Auge gehabt und man habe sich immer auf sein Wort verlassen können – "ob mit oder ohne Unterschrift".

Abschließend betonte Priesmeier, dass auch für die Ärzteschaft der Verlust durch Winters Weggang im Vordergrund stehe: "Sie haben koordiniert, integriert, eingeführt, vernetzt, haben zugehört, Essen ausgeteilt, Feiern organisiert, haben sich immer verantwortlich gefühlt, haben nie den Boden unter den Füßen und den Bezug zu den Mitarbeitern verloren und haben zu guter Letzt unser Kommunalunternehmen erfolgreich und zielgenau durch phasenweise stürmische See geführt. Dafür sind wir Ihnen sehr dankbar."

 

 

 

 

MARKUS STEINER

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