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Center Parcs legt Pläne für Anlage am Brombachsee offen

800 Häuser sollen in Langlau entstehen - Rund 110 Hektar des Areals sollen naturbelassen bleiben - 16.03.2021 15:15 Uhr

Ferienparkbetreiber Center Parcs will in Langlau am Brombachsee eine Anlage mit voraussichtlich etwa 800 Häusern errichten. Am Dienstag legte das Unternehmen erstmals konkretere Planungsdetails vor.

18.12.2020 © Ton Hurks/Center Parcs


Der geplante Center Parcs rangiert am unteren Ende der zuächst angedachten Größe. Ging man zu Beginn noch von bis zu 1000 Ferienhäuser am See aus, rechnen die Park-Planer nun mit 800 Häusern. "Das ist plus-minus 10 oder 20 Häuser", stellte Frank Daemen, der Geschäftsführer von Center Parcs Deutschland in der Stadthalle in Gunzenhausen fest.

Die Anpassung ist auch den Ergebnissen der Umweltuntersuchung geschuldet. Es wurden große wertvolle Flächen auf dem Muna-Areal bei Langlau festgestellt. Die müssen nun aus der Planung herausgenommen werden. Unter anderem gibt es in den alten Militärgebäuden landesweit bedeutsame Fledermausquartiere. Insgesamt sollen 65 der insgesamt 165 Hektar nicht beplant werden.

Vor allem die Fledermausvorkommen trieben den Center-Parcs-Planern einige Schweißperlen auf die Stirn. Denn deren Flugroute führt in Nord-Süd-Richtung mitten durch das Gelände. Und diese muss erhalten werden. Deshalb mussten das Zentralgebäude und die Ferienhäuser auf dem Grundstück noch ordentlich hin und hergeschoben werden. Ingesamt sollen 1800 Parkplätze geschaffen werden. 1250 für die Gäste, 250 für Tagesgäste und 300 für die Beschäftigten.

Als roter Faden ziehen sich die fränkischen Mühlen durch die Gestaltung des Parks. Bekanntlich gab es im Brombachseegebiet etliche Mühlen. Ein paar davon stehen noch auf dem Grund des Brombachsees. Die Mühlencharakteristik soll bei der Gestaltung der Bungalows und bei deren Innenausstattung eine Rolle spielen.

Die Park-Planer kündigten an, die Energieversorgung komplett CO-2-neutral umzusetzen. Die insgesamt knapp 30 Gigawattstunden Energiebedarf für Wärme und Strom, die der Park hätte, soll über Photovoltaik, Biogas, Holz und unter anderem auch Geothermie und Wärmegewinnung aus Seewasser erfolgen.

Eine Tourismusstudie, die die Parkplaner präsentierten, rechnet durch den Park mit einem Umsatzplus von 80 Millionen Euro für Gastronomie, Dienstleister und Einzelhändler in der Umgebung des Sees. Der gesamte wirtschaftliche Impuls eines Center Parcs in Langlau betrüge  in Einkommensäquivalenten demnach rund 1300 zusätzliche Arbeitsplätze.

Die Sorge, dass die Center-Parcs-Gäste für einen Overtourism in der Region sorgen könnten, lässt sich durch die Zahlen nicht belegen. Laut einer der vorgelegten Studien werden in den Sommermonaten jeden Tag etwa 200 Besucher der Ferienanlage einen Ausflug an eines der Seeufer machen. In etwa die selbe Zahl würde Ausflüge nach Weißenburg, Gunzenhausen oder andere Orte in der Region unternehmen.

Die erste Voruntersuchung des Geländes durch eine Fachfirma ergab erhebliche Kampfmittelbelastungen. Man geht von 280 Kilogramm Munitionsschritt und 15 bis 18 scharfen Granaten pro Hektar Fläche auf. Ohne flächendeckende Erkundung und Räumung sei keine Nutzung möglich, erklärte der Experte in Gunzenhausen. Für eine vollständige Räumung sei mit rund eineinhalb Jahren zu rechnen.

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Bei der zusätzlichen Verkehrsbelastung auf der Staatstraße 2222 rechnet man in einer Prognose für 2035 in der absoluten Spitze mit rund 3400 Fahrzeuge mehr als bisher. Das würde vor allem bei Thannhausen Handlungsbedarf erzeugen. Die Park-Planer sprachen sich hier für eine Umgehung Thannhausens aus, aber auch ein Kreisverkehr wäre denkbar - vermutlich aber abgerückt von der bisherigen Kreuzung.

Für die Wasserversorgung schlägt das Ingenieurbüro Resch & Partner aus Weißenburg einen Anschluss an die Reckenberg Gruppe vor. Diese könnte den zustätzlichen Wasserbedarf von durchschnittlich 8,5 Litern pro Sekunde über Fernwasser der Wasserversorgungg Fränkischer Wirtschaftsraum abdecken. Das Abwasser könnte demnach über das bestehende Ringsystem zur Kläranlage des Zweckverbands Brombachsee transportiert werden. 

Ob der Ferienpark mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 300 bis 400 Millionen Euro kommen wird, hängt vor allem von einem Bürgerentscheid ab, der in Pfofeld abgehalten werden soll. Die Gemeinde kann das Projekt verhindern, weil sie die planungsrechtliche Voraussetzungen für das Projekt schaffen müsste.

Sollte der Bürgerentscheid erfolgreich für Center Parcs ausgehen, schlösse sich ein umfangreiches behördliches Genehmigungsverfahren an. Bei dem würde unter anderem die Umweltverträglichkeit und die Verkehrsanbindung geprüft werden.

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