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Corona-Angst: Das Blut wird knapp

Der Einbruch bei den Blutspenden macht den Verantwortlichen immer größere Sorgen. - 13.03.2020 14:57 Uhr

Warten auf Freiwillige: Beim Blutspendezentrum Haema in Nürnberg sind die Liegen leer, die Blutkonserven gehen langsam zur Neige. Die Lage ist „katastrophal“, sagt Zentrumsmanager Tim Wagner. © Foto: Tim Wagner


Für Tim Wagner bedeutet das, dass an guten Tagen etwa 100 Leute in sein Zentrum kommen. Während der Grippewelle Anfang des Jahres hat dies schon deutlich abgenommen, und in den vergangenen Tagen sei es noch mal drastisch gesunken. Beim Roten Kreuz sei es nicht anders. "Ich bin froh, über jeden Einzelnen, der heute seinen Weg zu uns findet", sagte Wagner am Freitag.

Er könne zwar einerseits verstehen, dass soziale Kontakte eingeschränkt werden. "Aber andererseits haben wir hier Hygienevorschriften, die um ein Vielfaches höher sind als etwa im Supermarkt", erklärt der Manager des Blutspendezentrums. "Einmal stündlich wird bei uns geputzt, alles wird desinfiziert, bis hin zu den Türklinken."

Die sinkende Blutspenden sind schnell zu einem großen Problem geworden. "Wir bekommen schon Meldungen aus dem Depot, dass es kritisch wird", sagt Wagner. Stammkunden können noch beliefert werden, aber bei neuen Anfragen könne Haema nicht mehr liefern. "Dabei wird der Bedarf ja eher größer."

Was viele nicht wissen: Blut und Blutplasma werden nicht nur bei Operationen eingesetzt, sondern dienen auch zur Herstellung wichtiger Medikamente, zum Beispiel in der Behandlung von Menschen mit Immundefekten oder Blutgerinnungsstörungen. Das schlimmste Szenario, wenn die geringe Bereitschaft zum Blutspenden so bleibt: Operationen müssten verschoben werden, und im Extremfall würden etliche Menschen keine Medikamente mehr bekommen, auf die sie dringend angewiesen sind.

Wagner bittet daher eindringlich: "Die Leute müssen kommen. Sonst wird aus kritisch ganz schnell extrem kritisch." Der Burgsalacher weiß, dass auch einige Menschen aus dem Weißenburger Raum nach Nürnberg zum Blutspenden kommen und die Aufwandsentschädigung gleich in das Tagesticket Plus für den VGN investieren. "Da kann man etwas Gutes tun und hat keine Kosten damit."

Wer Blut oder Blutplasma spenden möchte, sollte sich zuvor online oder per Telefon informieren, ob er geeignet ist: www.haema.de, Tel. 0911/2 34 29 80 oder Blutspendedienst des BRK, www.blutspendedienst.de, Tel. 0911/37 45 - 53 50.

MIRIAM ZÖLLICH

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