Das Weißenburger Altstadtfest wackelt

31.1.2021, 07:31 Uhr
So schön war‘s 2019: Beim Auftritt von „Dicht & Ergreifend“ war damals Stagediving angesagt. Doch nach Stand der Dinge wird es das beliebte Fest im Juli auch in diesem Jahr – wie schon 2020 – nicht geben.

So schön war‘s 2019: Beim Auftritt von „Dicht & Ergreifend“ war damals Stagediving angesagt. Doch nach Stand der Dinge wird es das beliebte Fest im Juli auch in diesem Jahr – wie schon 2020 – nicht geben. © Archivfoto: Robert Renner

Zur Sprache kam das Thema im Weißenburger Stadtrat, als es eigentlich um eine Zuschusserhöhung für den Stadtmarketingverein ging. Maximilian Hetzner wollte wissen, wofür das Geld verwendet werden soll. Simon Sulk, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins, beschrieb, dass es derzeit für ihn und die anderen Verantwortlichen schwer ist, überhaupt Aktionen zu planen. Umso mehr aber sei eine finanzielle Unterstützung nötig.

Es gebe viele Ungewissheiten, machte Sulk deutlich. Und er kann sich kaum "große Veranstaltungen" vorstellen. Als Beispiel nannte er das Altstadtfest.

Infektionsketten wären nicht nachvollziehbar

Nach seinen Worten ist der Knackpunkt die Nachverfolgbarkeit der Kontakte. Zu viele Menschen würden bei einer solchen Veranstaltung völlig unkontrollierbar in der Altstadt aufeinandertreffen. Mögliche Infektionsketten wären danach nicht mehr nachvollziehbar. Doch genau dies soll vermieden werden.

Dies würde natürlich auch für die Weiße Nacht gelten. Auch deren Absage ist nach dem aktuellen Stand wahrscheinlich. Endgültige Entscheidungen sind aber noch nicht getroffen. Oberbürgermeister Jürgen Schröppel berichtete, dass auch in der Stadtverwaltung über das Altstadtfest diskutiert wurde. Die Einschätzungen dort deckten sich mit jenen Sulks.

Vor allem die deutlich ansteckenderen Mutanten des Coronavirus "werden uns noch große Sorgen machen", befürchtete der OB zuvor schon bei der Diskussion um das weitere Verfahren bei Stadtratssitzungen, um gleich nachzuschieben: "Ich will aber nicht das Orakel von Weißenburg geben."

Zurück zu voller Stärke

Im Dezember hatte der Stadtrat nur in Hauptausschussstärke, sprich mit 14 Stadträten plus OB, getagt. Alle Parteien hatten dieser freiwilligen Selbstbeschränkung zugestimmt. Das bayerischen Innenministerium hatte dieses Vorgehen empfohlen.

Nachdem die Infektionszahlen nun gesunken sind, sehen mehrere Stadträte, allen voran Heinz Gruber von den Freien Wählern, keinen Grund mehr, an der Beschränkung festzuhalten. Auch die Grünen wollen dies im Februar nicht mehr so handhaben.

Weil also das Einvernehmen nicht mehr gegeben ist, nahm Schröppel den entsprechenden Beschluss für den kommenden Monat von der Tagesordnung. Der Stadtrat wird daher in gewohnter Weise tagen, also mit vorberatenden Tagungen der Fachausschüsse und einer gemeinsamen Sitzung.

Was ist mit der Kirchweih?

Diese soll am Donnerstag, 25. Februar stattfinden. Die Ausschusssitzungen werden am Mittwoch, 10., und Donnerstag, 11. Februar, gehalten. Die Zeit bis dorthin wird benötigt, um die Sitzungen in der Verwaltung vorzubereiten und um die Ladungsfristen einzuhalten.

Sein Vorschlag, der Empfehlung des Innenministeriums zu folgen, die Gremien auf ein Mindestmaß zu reduzieren, könne aber so falsch nicht gewesen sein, merkte OB Schröppel an. Schließlich tage der Nürnberger Stadtrat aktuell nur mit 16 statt mit 70 Stadträten. In der Noris habe man zudem einstimmig beschlossen, diese Regelung bis März beizubehalten.

Letztlich bleibt nur abzuwarten, wie sich die Pandemie entwickelt. Und so bleibt noch ein kleines Fünkchen Hoffnung für das Altstadtfest, die Weiße Nacht und nicht zuletzt auch für die Weißenburger Kirchweih, die vier Wochen nach dem Altstadtfest starten würde.

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