Die Kosten der Pfraunfelder Kläranlage vorgestellt

2.10.2019, 15:49 Uhr
Die Mehrzweckhalle in Burgsalach platzte am Dienstagabend aus allen Nähten: Die Gemeinde hatte zu einer Infoveranstaltung unter dem Motto „Beitritt des Ortsteiles Pfraunfeld zum Zweckverband Abwasserbeseitigung Jura (ZVABJ)“ geladen und rund 140 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen.

© Foto: Markus Steiner Die Mehrzweckhalle in Burgsalach platzte am Dienstagabend aus allen Nähten: Die Gemeinde hatte zu einer Infoveranstaltung unter dem Motto „Beitritt des Ortsteiles Pfraunfeld zum Zweckverband Abwasserbeseitigung Jura (ZVABJ)“ geladen und rund 140 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen.

Von den Sachbeschädigungen distanzierte sich im Verlauf eine Vertreterin der "Bürgerinitiative zum Erhalt der Kläranlage Pfraunfeld" klar und deutlich. Mit den vorgestellten Plänen der Gemeinde, hinter der auch der Gemeinderat einstimmig steht, scheint eine kleine Minderheit aber immer noch nicht zufrieden zu sein, berichtete Franziska Pickl, die die Sprecherin der BI ist. Sie ärgert sich nach wie vor über die Informationspolitik der Gemeinde, die ohne Druck ihrer Ansicht nach, nie die Zahlen und Kosten für den Beitritt zum Zweckverband öffentlich gemacht hätte. Zum anderen zweifelt sie noch immer daran, dass die präsentierten Zahlen auch in Zukunft belastbar sind.

Neben zwei weiteren Kritikern, die sich öffentlich äußerten, schien die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger mit den Plänen, die Bürgermeisterstellvertreter Willi Hahn vorstellte, einverstanden zu sein. Der Vorsitzende des Abwasserzweckverbands präsentierte ruhig und sachlich die Gründe, was aus Sicht des Gemeindrates für eine gemeinsame Großkläranlage und den Beitritt Pfraunfelds spricht und nannte auch die Vor- und Nachteile einer weiterhin eigenen Kläranlage für Pfraunfeld (siehe die bieten Infokästen).

Als maßgeblichen Grund für die Überlegungen nannte Hahn die Vorgaben des Gesetzgebers: Die Pfraunfelder Teichkläranlage würde nach den heute geltenden Vorschriften keine Genehmigung erhalten, deshalb seien Ertüchtigungsmaßnahmen nötig. Die müssten allerdings bis zum Genehmigungsende am 31. Dezember 2014 bereits fertiggestellt sein. Das erfordere den Planungsbeginn im nächsten Jahr. Weil sich zum 1. November 2018 die Regelung zum Erhalt von Fördergeldern geändert hat, könne jetzt auch der Ortsteil Pfraunfeld – anders als früher – "wirtschaftlich" angeschlossen werden. Die detaillierten Kosten seien Hahn zufolge in einer öffentlichen Gemeinderratsitzung am 29. Januar 2019 erstmalig vorgestellt worden. Eine noch detailliertere Aufstellung sei dann am 16. April dieses Jahres erfolgt. Und letztlich erfolgte dann, nach einer Bürgerinformationsveranstaltung am 2. Mai, am 7. Mai der einstimmige Beschluss des Gemeinderats, dass Pfraunfeld zum ZVABJ beitreten soll.

Gemeinderat Stefan Hess stellte im Anschluss die zwei alternativen Varianten gegenüber: Erhalt und Ertüchtigung der bestehenden Kläranlage in Pfraunfeld versus Anschluss des Ortsteils an die Kläranlage des Zweckverbands. Im Endergebnis, erklärte Hess, schlage der Erhalt der bestehenden Kläranlage mit Investitionskosten in Höhe von 751 800 Euro (ohne Preissteigerungen und evtl. Gesetzesänderungen) zu Buche. Die auf 50 Jahre gerechneten Projektkosten nach einem vom Gesetzgeber vorgegebenen Verfahren beliefen sich hier auf 2,59 Millionen Euro. Wenn Pfraunfeld dem Zweckverband beitritt, müsste ein Pumpwerk in Pfraunfeld errichtet werden, das dann das Abwasser über eine noch zu bauende Druckleitung nach Nennslingen in die Gesamtkläranlage pumpt. Hier entstünden Investitionskosten in Höhe von 804 000 Euro, die Projektkosten für 50 Jahre betragen rund 2,35 Millionen Euro.

Aus Willi Hahns und aus Heiner Wägemanns (Ingenieurbüro Klos aus Spalt) Sicht sind die Kosten für den Betritt zur Gesamtkläranlage kalkulierbarer. Die Anlage sei "technisch moderner" und durch Fördergelder die wirtschaftlichere Variante. Deshalb habe auch der Gemeinderat dafür gestimmt.

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