TSV-1860-Trainer Markus Vierke im Interview

Landesliga in Weißenburg: "Eine brutale Herausforderung"

30.7.2021, 16:07 Uhr
Ein engagierter Trainer, der in der Region eine hohe Wertschätzung genießt: Markus Vierke (Mitte) ist seit 2017 wieder bei seinem Heimatverein, dem TSV 1860 Weißenburg, aktiv und hat die Mannschaft in der vergangenen Saison als Bezirksliga-Meister zurück in die Landesliga geführt – und das nach fast 30 Jahren.
 

Ein engagierter Trainer, der in der Region eine hohe Wertschätzung genießt: Markus Vierke (Mitte) ist seit 2017 wieder bei seinem Heimatverein, dem TSV 1860 Weißenburg, aktiv und hat die Mannschaft in der vergangenen Saison als Bezirksliga-Meister zurück in die Landesliga geführt – und das nach fast 30 Jahren.   © Uwe Mühling, NN

Herr Vierke, Sie haben von einer „wahnsinnig großen Vorfreude“ auf das Spiel gegen den SC 04 Schwabach und auf den Landesliga-Start erzählt. Würden Sie jetzt, nachdem das Auftaktspiel für Sie und Ihre Mannschaft mit 1:3 verloren gegangen ist, von einer gewissen Ernüchterung sprechen?

Ernüchterung nicht, aber die Hoffnung auf eine Überraschung hatten wir schon. Wir mussten anerkennen, dass die Schwabacher mit ihrer sehr hohen Qualität Fehler eiskalt bestrafen. Dennoch war es ein super Event und wir haben über mindestens eine Halbzeit gezeigt, dass wir mit unserer sehr jungen Mannschaft auch gegen derart starke Gegner vernünftig mitspielen können. Das bringt uns weiter.

Welche Lehren ziehen Sie aus dem Spiel und wo müssen Sie und Ihr junges Team den Hebel ansetzen, damit es am Sonntag im ersten Auswärtsspiel beim BSC Woffenbach mit dem ersten Punktgewinn klappt?

Grundsätzlich ist es wichtig, dass wir genauso fokussiert sind vor dem Spiel und über die gesamte Zeit sehr konsequent spielen, nicht nur über 70 Prozent der Partie. Woffenbach ist eine ganz andere Mannschaft und verlangt wieder andere Dinge vom Spiel als der letzte Gegner. Auf jedes Match auf diesem Niveau muss man sich speziell vorbereiten. Unsere Ballbesitzzeiten sollten etwas mehr werden, damit wir eine gewisse Sicherheit haben. Daneben gilt es aber vor allem jedem Spieler viel Mut in das Spiel mitzugeben.

Ein Bild vom Auftaktspiel: Weißenburgs Kapitän Jonas Ochsenkiel (Mitte) und Co bekamen gleich mal zu spüren, welcher Wind in der Landesliga weht und verloren mit 1:3 gegen den SC 04 Schwabach.

Ein Bild vom Auftaktspiel: Weißenburgs Kapitän Jonas Ochsenkiel (Mitte) und Co bekamen gleich mal zu spüren, welcher Wind in der Landesliga weht und verloren mit 1:3 gegen den SC 04 Schwabach. © Uwe Mühling, NN

Die Landesliga, das hat man schon beim Start gesehen, hat ein deutlich höheres Level als zuletzt die Bezirksliga. Wie würden Sie den TSV 1860 dabei einordnen?

Prinzipiell ist die Landesliga für uns alle hier in Weißenburg eine brutale Herausforderung. Deshalb ist es total wichtig, dass sich alle im Verein einbringen. Es ist etwas mega Besonderes hier mitzuspielen, aber wenn nicht alle in die gleiche Richtung gehen, werden wir wahnsinnige Schwierigkeiten bekommen. In einigen Bereichen können wir sicherlich nicht mithalten – gerade was das Finanzielle anbelangt. Andere Teams haben zum Teil Ex-Profis oder zumindest Spieler mit höherklassiger Erfahrung in ihren Reihen.

Was wollen Sie dem entgegenhalten?

Bei uns muss viel über die Euphorie und den Zusammenhalt gehen. Gerade in den ersten Spielen wird sich zeigen, wie wir in der neuen Liga ankommen. Diese Glücksgefühle, die wir durch den Aufstieg haben, sollten möglichst lang bestehen bleiben, und wir müssen versuchen, clever unsere Punkte zu sammeln, damit wir nicht frühzeitig unter Druck geraten. Eine Drucksituation auf Dauer wäre für unsere junge Mannschaft einfach nicht gut.

Ziel bei einem Aufsteiger ist im Normalfall erst einmal der Klassenerhalt, oder wie sehen Sie das?

Unser Ziel sollte sein, auf dieses neue Niveau zu kommen und es zu halten. Wenn es uns nicht gelingt, dann sollten wir zumindest viel aus dieser Saison gelernt haben. Viele unserer jungen Spieler haben ein enormes Entwicklungspotenzial und es wird sich zeigen, wie sie in der Landesliga bestehen können. Die obere Tabellenhälfte und damit die Aufstiegsrunde ist aus meiner Sicht schon sehr ambitioniert, zumal wir mit Favorit Kornburg sowie dem Zweiten und Dritten des Vorjahres, Schwabach und Buch, drei absolute Topteams in unserer Vorrundengruppe haben. Hier unter die ersten fünf zu kommen, wäre schon top, ein absolutes Traumziel. Wir wissen, dass wir schwere Gegner haben, aber wir wollen erreichen, dass sie Respekt vor uns haben. Ich denke, wir brauchen uns nicht zu verstecken.

Stichwort Vorrundengruppe: Wie sehen Sie das neue, alternative Spielmodell mit zunächst zwei Gruppen in der ersten Saisonhälfte und dann einer Aufstiegs- und einer Abstiegsrunde im zweiten Teil?

Wir haben als Verein für das gewohnte Spielmodell mit 38 Spieltagen in Hin- und Rückrunde gestimmt. Ich finde aber auch das neue System nicht schlecht. Es ist auf jeden Fall eine faire Art und Weise den Meister und die Absteiger zu ermitteln. Man spielt trotzdem fast gegen jede andere Mannschaft der Landesliga Nordost, letztlich ist auch bei dieser Variante im Herbst noch nichts entschieden und vor allem ist die Belastung mit 28 Spieltagen deutlich geringer.

Die Belastung und auch die Unsicherheit, ob Corona ein volles Programm zulässt, dürften auch die Hauptgründe gewesen sein, warum eine knappe Mehrheit für Plan B gestimmt hat.

Ja, das glaube ich schon. Beim alten Modell mit 38 Spieltagen hätten wir allein von Juli bis September sechs englische Wochen gehabt – ich denke das wäre zu heftig, besonders nach den langen Corona-Unterbrechungen und mit möglichen weiten Fahrten bis Selb oder Mitterteich. So gesehen hätte das alte System auch viele Nachteile. Beim neuen Modell war klar, dass wir als südlichster Verein mit den Teams aus dem Nürnberger Raum in einer Gruppe spielen. Hier ist allerdings die Linie gezogen, und da ist es zum Beispiel schon bitter, dass Nachbarn wie Buch und Stadeln oder auch Quelle Fürth und Vach nicht in der gleichen Gruppe spielen. Das ist schade, denn die hätten bei solchen Derbys bestimmt Zuschauer ohne Ende, das kann aber vielleicht in der zweiten Saisonhälfte nachgeholt werden. Generell sehe ich die Splittung nicht negativ. Vielmehr sind wir einfach froh dabei zu sein in der Landesliga – unabhängig vom Spielmodell ist das für uns beim TSV 1860 etwas sehr Schönes.


Hier gibt's die Bilder vom Spiel TSV 1860 Weißenburg gegen SC Schwabach

Das Jura-Derby zwischen Weißenburg und Schwabach in Bildern - Weißenburg | Nordbayern


Die Termine des TSV 1860 in der Landesliga

Vorrunde

TSV 1860 Weißenburg – SC 04 Schwabach 1:3
Sonntag, 1. August, 15.00 Uhr
BSC Woffenbach – TSV 1860 Weißenburg
Samstag, 7. August, 17.00 Uhr
TSV 1860 WUG – Türk/Cagri Nürnberg
Samstag, 14. August, 14.00 Uhr
TSV Kornburg – TSV 1860 Weißenburg
Samstag, 21. August, 15.30 Uhr
TSV Buch – TSV 1860 Weißenburg
Samstag, 4. September, 15.00 Uhr
SG Quelle Fürth – TSV 1860 Weißenburg
Samstag, 11. September, 15.30 Uhr
TSV 1860 Weißenburg – SV Schwaig
Sonntag, 19. September, 15.00 Uhr
Großschwarzenlohe – TSV 1860 Weißenburg
Rückrunde
Freitag, 24. September, 19.00 Uhr
SC 04 Schwabach – TSV 1860 Weißenburg
Samstag, 2. Oktober, 15.00 Uhr
TSV 1860 Weißenburg – BSC Woffenbach
Sonntag, 10. Oktober, 15.00 Uhr
Türk/Cagri Nürnberg – TSV 1860 Weißenburg
Samstag, 16. Oktober, 14.30 Uhr
TSV 1860 Weißenburg – TSV Kornburg
Samstag, 23. Oktober, 16.00 Uhr
TSV 1860 Weißenburg – TSV Buch
Samstag, 6. November, 13.00 Uhr
TSV 1860 Weißenburg – SG Quelle Fürth
Samstag, 13. November, 16.00 Uhr
SV Schwaig – TSV 1860 Weißenburg
Sonntag, 21. November, 11.00 Uhr
TSV 1860 Weißenburg – SC Großschwarzenlohe

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