Samstag, 29.02.2020

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Rettungsdienstversorgung in Altmühlfranken soll besser werden

Eine kleine Unterversorgung soll durch ein zusätzliches Fahrzeug ausgeglichen werden. - 06.02.2020 11:51 Uhr

Das BRK Südfranken ist inzwischen einer der größten Rettungsdienstleister im Freistaat. Karl Dir (li.), Leiter des Rettungsdienstes beim hiesigen BRK, sowie Kreisgeschäftsführer Rainer Braun (re.) sind für die Organisation verantwortlich. © Foto: Jan Stephan


Von 8 bis 20 Uhr soll in Spalt an sieben Tagen die Woche ein Rettungswagen vor Ort sein. Der kann nicht nur an den Rändern des Gunzenhausener Einsatzgebiets helfen, sondern verbessert auch die Versorgung im Pleinfelder Raum. Außerdem ist das Fahrzeug in Gunzenhausen dann häufiger verfügbar, um beispielsweise am Hahnenkamm oder in der Landkreismitte zum Einsatz zu kommen.

Bedeutsam für den Landkreis ist auch eine geplante Erhöhung der Krankentransportkapazität um 100 Stunden pro Woche, was zwei neuen Fahrzeugen mit einem werktäglichen Einsatz von zehn Stunden entspricht. Sowohl für den neuen Standort in Spalt als auch für die erhöhten Transport-Kapazitäten ist der Bedarf anerkannt, der Beschluss im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Mittelfranken Süd gilt als Formsache.

Hintergrund dieser Entwicklung ist die sogenannte Trust-Studie zur Rettungsdienstversorgung. Die hatte bei der jüngsten Erhebung festgestellt, dass im Bereich des Gunzenhausener Stützpunkts nur in 79,6 Prozent aller Rettungsdiensteinsätze die gesetzliche Versorgungsfrist von zwölf bis maximal 15 Minuten eingehalten wurde. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass dies in 80 Prozent aller Alarmierungen der Fall sein muss.

Der Ausbau der Krankentransportkapazität sorgt für eine Verbesserung, weil dadurch seltener Rettungswagen für solche Fahrten eingesetzt werden und sie öfter an ihren Standorten einsatzbereit sind, erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Rainer Braun.

In Weißenburg erreichte man in gut 82 Prozent aller Einsätze den Unfallort in maximal zwölf Minuten, in Treuchtlingen gelang diese in knapp 82 Prozent aller Fälle. Braun verwies darauf, dass die Frist nicht vom BRK gesetzt werde, sondern eine Vorgabe des Freistaats sei, an die man sich halten müsse. Das BRK Südfranken ist inzwischen der größte Rettungsdienstanbieter Bayerns. Man hat rund 150 Stellen, davon knapp 130 in Vollzeit, für Besetzung und Organisation der Rettungsstandorte in Allersberg, Georgensgmünd, Greding, Gunzenhausen, Hilpoltstein, Roth, Schwabach Nord, Schwabach Mitte, Solnhofen, Treuchtlingen und Weißenburg. Neben den Sanitätern auf dem Rettungswagen ist das BRK auch dafür zuständig, den Notärzten einen ausgebildeten Sanitäter als Fahrer zur Verfügung zu stellen.

"Eine hundertprozentige Versorgung gibt es nicht", stellte Rainer Braun im Gespräch mit unserer Zeitung fest. "Dazu müsste man so viele Überkapazitäten haben, wie im allerschlimmsten Notfall gebraucht werden." Das sei kaum finanzierbar. Dementsprechend hänge es immer vom Einzelfall ab, wie lange ein Rettungswagen von der Alarmierung bis zum Unfallort brauche.

Im Normalfall halte man die gesetzliche Hilfsfrist ein, aber an einem heißen Wochenende im Juli am Brombachsee, wenn zigtausende Menschen mehr in der Region sind als im Winter, sei man an den Kapazitätsgrenzen, stellte Braun fest. Deshalb habe man ja in Pleinfeld an den Sommerwochenenden auch ein weiteres Rettungsfahrzeug im Einsatz. Eine seltene Regelung, die es sonst nur in Skigebieten im Winter gibt.

Insgesamt leistete das BRK Südfranken im Jahr 2019 rund 41 000 Einsätze. Knapp 6000 davon entfielen auf Weißenburg, gut 3000 auf Treuchtlingen und 1000 auf Solnhofen. Zu den Einsätzen zählen auch die Krankentransporte, die insgesamt etwa 40 Prozent ausmachen. Die 35 Fahrzeuge, die das BRK für den Rettungsdienst einsetzt, legten 2019 rund 1,4 Millionen Kilometer zurück.

JAN STEPHAN

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