Lage der Center Parcs 

Viele Unklarheiten: Doch kein Aus für Center Parcs?

2.6.2021, 05:50 Uhr
Es soll viel Wald auf dem Muna-Areal erhalten bleiben. Das hat Center-Parcs-Projektleiter Jan Janssen im Vorfeld der Masterplan-Vorstellung bereits preisgegeben. Er hat außerdem versichert, dass die finanziellen Probleme beim Mutterkonzern Pierre & Vacances keine Auswirkungen auf das Projekt im Fränkischen Seenland haben werden.

Es soll viel Wald auf dem Muna-Areal erhalten bleiben. Das hat Center-Parcs-Projektleiter Jan Janssen im Vorfeld der Masterplan-Vorstellung bereits preisgegeben. Er hat außerdem versichert, dass die finanziellen Probleme beim Mutterkonzern Pierre & Vacances keine Auswirkungen auf das Projekt im Fränkischen Seenland haben werden. © Foto: Center Parcs

Während der holländische Konzern auf seiner Homepage ein Statement veröffentlichte, das den Abschied von dem Parkprojekt am Brombachseeverkündet, bekräftigte Projektmanager Jan Janssen gegenüber dem BR, was er zuvor schon im Gespräch mit unserer Zeitung verkündet hatte. Dass nämlich die Niederlage bei dem Bürgerentscheid in Pfofeld am Sonntag nicht das Aus für die Pläne bedeuten müsse.

"Wenn man eine Schlacht verloren hat, heißt das nicht, dass man den Krieg verloren hat", stellte Janssen am Montag fest. Dem gleichen Tag, an dem auch das Pressestatement veröffentlichte wurde, in dem sich folgender Satz findet: "Somit sieht Center Parcs nicht genügend lokale Unterstützung, um sich weiter für die Realisierung eines nachhaltigen Ganzjahrestourismus am Brombachsee zu engagieren und das Projekt fortzusetzen."

Das ließ viele Beobachter erst einmal recht ratlos zurück. Die nächsten Tage müssen zeigen, was hinter den sich widersprechenden Aussagen steht.


Knappes Ergebnis: Entscheidung zu Center Parcs ist gefallen


Hellhörig lässt werden, dass der Chef des französischen Mutterkonzerns Pierre & Vacances bereits am Freitag in der Süddeutschen Zeitung damit begonnen hatte, die bis dato strikte Linie von Center Parcs aufzuweichen. "Je nachdem, wie das Ergebnis des Bürgerentscheids ausfällt werden wir prüfen, ob Anpassungen an dem Projekt nötig sind", stellte Franck Gervais dort fest.

Die Center-Parcs-Vertreter vor Ort hatten bislang stets davon gesprochen, dass eine Niederlage bei dem Bürgerentscheid das Aus für einen Park in Langlau sei. Daran bestehen aber nun Zweifel. Die werden von der Pressestelle von Center Parcs bestärkt. Auf Anfrage unserer Zeitung stellte man fest , dass das Projekt "zum jetzigen Zeitpunkt" gestoppt worden sei, aber man nicht abschließend sagen könne, was in einem Jahr passiere. Auch das klingt danach, als ob man sich die Türen offen hält.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) dürfte im Falle eines anhaltenden Center-Parcs-Interesses eine entscheidende Rolle spielen. Sie hatte in einem Bieterverfahren Center Parcs als Meistbietendem den Zuschlag für das rund 165 Hektar große Areal erteilt. Der Kauf ist aber noch nicht abgeschlossen. Offenbar gibt es keine klaren Vorschriften, wie lange der Zuschlag durch das Bieterverfahren Gültigkeit hat.

"Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) behält sich grundsätzlich vor, ob, wann, an wen und zu welchen Bedingungen sie ein Grundstück verkauft. Entsprechend folgen sogenannte Bieterverfahren auch keinen festgelegten Gesetzmäßigkeiten", teilte die Bima auf Anfrage des Weißenburger Tagblatts mit.

Die Behörde entscheide vielmehr in jedem Einzelfall, wie sie auf Entwicklungen im Rahmen der Vermarktung einer Immobilie reagiert. Jetzt will man zunächst den Kontakt zu den Vertretern von Center Parcs suchen. Die Frage ist allerdings, ob die derzeit überhaupt selbst wissen, was sie eigentlich wollen.

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