Dienstag, 20.10.2020

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Was die Umweltanalyse für Center Parcs bedeutet

Erste Ergebnisse aus der laufenden Kartierung auf dem Muna-Gelände wurden bekannt - 13.10.2020 12:00 Uhr

Wie sieht es auf dem Muna-Areal bei Langlau aus? Bunker, unberührte Natur, unbekannte Quellen, Flecken mit Fichtenmonokultur, aber auch artenreiche Bereiche finden sich dort. Nähere Aufschlüsse soll eine Umweltuntersuchung bringen.

© Foto: Privat


Es handle sich bei dem Wald auf der Fläche in Langlau um unterschiedliche Teilbereiche, stellte Burchard Stocks fest. Sein Büro für Umweltsicherung und Infrastrukturplanung koordiniert die Untersuchung. Es gebe Teile mit wenig wertvollen Fichten-Monokulturen, es gebe Teile, die wegen Staunässe geschwächt seien, es gebe aber auch sehr artenreiche und gut strukturierte Bereiche auf dem Gelände.

Das wird zu Beschränkungen in der Beplanbarkeit der Fläche durch Center Parcs führen. Das stellte auch Projektleiter Jan Janssen von Center Parcs fest. Für die Parkplaner ist das keine Überraschung. Auch in Leutkirch musste Rücksicht auf die Umweltbedingungen vor Ort genommen werden. Unter anderem wurden zwei Bunker im Bereich belassen und als Fledermausquartiere umgebaut und ein Bereich aus der Planung genommen, um einen national bedeutsamen Wildtierkorridor in Nachbarschaft des Areals zu schützen.

Weniger als 700 Häuser sind nicht wirtschaftlich

Die Frage ist allerdings, welche Flächen die Einschränkungen in Langlau konkret betreffen. 700 Ferienhäusern seien die Untergrenze für Center Parcs, um eine Anlage wirtschaftlich zu betreiben, so Janssen im Gespräch mit unserer Zeitung. "Es kann auch immer noch sein, dass das am Ende nichts wird", stellte er in der Diskussion mit den Kreisräten und Zweckverbandsvertretern fest.

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Damit werden die Ergebnisse der Umweltuntersuchung eine der entscheidenden Weichen für das geplante Park-Projekt sein. Gegen Ende des Jahres soll die Kartierungen abgeschlossen sein. Dann wolle man mit Behörden und Verbänden sprechen und schließlich die Ergebnisse in einer eigenen Veranstaltung der Öffentlichkeit präsentieren, so Burchard Stocks. "Eins nach dem anderen, alles zu seiner Zeit und dann richtig", bat er um Geduld.

Untersuchung lief schon vor dem Zuschlag an

Die Umweltuntersuchung habe man in Absprache mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) bereits vor dem Zuschlag für Center Parcs durchgeführt, um keine Zeit zu verlieren, erklärte Janssen. Bei einer solchen Untersuchung muss immer ein ganzes Jahr in den Blick genommen werden. "Wir hatten mit der BImA vereinbart, dass wir unsere Ergebnisse kostenlos dem Käufer zur Verfügung stellen, wenn wir nicht den Zuschlag bekommen. Das war unser unternehmerisches Risiko", so der Center-Parcs-Vertreter.

Weil die Untersuchung zu einem Zeitpunkt begonnen hatte, als das Projekt noch nicht öffentlich war, habe man auch keine Umweltschutzverbände an der Kartierung beteiligen können, wie das in Leutkirch der Fall gewesen sei, erklärte Stocks. Der Bund Naturschutz in Weißenburg-Gunzenhausen steht dem Projekt skeptisch gegenüber. Zuletzt hatte ein Vertreter verkündet, man habe Beweise, dass der seltene Schwarzstorch in dem Muna-Waldgebiet vorkomme. "Wir haben bislang weder einen Schwarzstorch noch Hinweise auf ihn in dem Gebiet feststellen können", stellte Stocks auf Anfrage fest.


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Die derzeit laufende Untersuchung sei nur die Datenerhebung. An die schließe sich später erst die artenschutzrechtliche Prüfung an, die einschätze, welche Beeinträchtigungen durch den Park für Flora, Fauna und Umwelt zu befürchten seien. Daraus ergeben sich auch Vorschläge, wie diese Beeinträchtigungen zu vermeiden beziehungsweise zu kompensieren sein könnten. In jedem Fall wird Center Parcs beim Bau eines Parks erhebliche Ausgleichsmaßnahmen finanzieren müssen.

In Leutkirch musste Center Parcs etwa 60 Hektar Wald neu aufforsten. Außerdem wurden große Waldflächen aus der aktiven Benutzung genommen sowie Feuchtbiotope neu angelegt oder in ihrer ökologischen Qualität verbessert.

JAN STEPHAN

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