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Mittwoch, 22.05.2019

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Wasser: Weißenburger Stadtrat entscheidet am 23. Mai

Treuchtlinger Antrag und Gutachten zur strittigen Grundwasserentnahme gingen am Donnerstag im Weißenburger Rathaus ein - 04.05.2019 06:02 Uhr

Öffentliche Wasserversorgung contra Profitinteressen eines Unternehmens: Das Wasserwerk am Kühlebachfeld (im Hintergrund) fördert Wasser aus denselben Grundwasserschichten wie die Firma Altmühltaler, von der die Flaschen im Vordergrund stammen. © Robert Renner


Dies hat Oberbürgermeister Jürgen Schröppel in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend vorgeschlagen, nachdem die Stadt die Antragsunterlagen samt dem Gutachten des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Ansbach vom Landratsamt am Donnerstagmittag erhalten hat. Damit war die Zeit zu knapp, die Papiere noch für diese Sitzung an alle Stadträte zu verteilen und sich in die Unterlagen einzuarbeiten. Die Stadt Weißenburg kann bis zum 31. Mai zu dem höchst umstrittenen Vorhaben Stellung nehmen.

Bei der Sitzung am 23. Mai wird auch ein Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes anwesend sein, um die Stellungnahme der Ansbacher Behörde zu erläutern und Fragen zu beantworten, berichtete der OB. Bekanntlich will die Firma Altmühltaler Mineralbrunnen künftig zu den ihr bisher genehmigten 250 000 Kubikmetern Tiefengrundwasser jährlich zusätzlich 300 000 Kubikmeter entnehmen, um es als Mineralwasser zu verkaufen. Zur Verdeutlichung: ein Kubikmeter entspricht 1000 Litern. Die bisher genehmigte Menge würde also in 250 Millionen Ein-Liter-Flaschen passen.

Wie sehr das Thema die Menschen in der Region bewegt, zeigte sich am Donnerstag im Sitzungssaal des Gotischen Rathauses. Zu den allermeisten Stadtratszusammenkünften verirren sich kaum Bürger, diesmal waren die Besucherbankreihen bis auf den letzten Platz besetzt. Und trotz des Hinweises von OB Schröppel, dass eine Diskussion verfrüht sei, weil noch keiner die Unterlagen kenne, gab es etliche Redebeiträge.

So merkte Heinz Gruber an, dass Gemeingut von einer Kommune nur zu marktüblichen Preisen verkauft werden darf. Der Freie Wähler "Was für Bauplätze gilt, gilt auch für Wasser." Daher stellt sich für Gruber die Frage, ob die Stadt Treuchtlingen überhaupt zu einem im Vergleich zum herkömmlichen Wassertarif niedrigen Preis ihren Brunnen verpachten darf. Der Freie Wähler stellte die Frage in den Raum, ob es sich in diesem Falle nicht um Untreue handeln würde.

Um dies zu bewerten, seien die Rechtsaufsicht und Strafverfolgungsbehörden da, merkte OB Schröppel an. Er wolle auch "nicht über die Treuchtlinger Kollegen urteilen". Es gehe für den Weißenburger Stadtrat darum, die Weißenburger Interessen zu vertreten.

Bernhard Amend ist der Meinung, dass der Antrag der Treuchtlinger Stadtwerke unzulässig ist, denn Kommunen hätten die Aufgabe, Daseinsvorsorge zu betreiben. Der Verkauf von Tiefengrundwasser an einen Mineralwasserhersteller habe damit aber nichts zu tun, meinte der CSU-Stadtrat.

Erkan Dinar wollte wissen, ob Weißenburg nicht ebenfalls einen Antrag auf Erhöhung seiner Fördermenge – und damit für eine öffentliche Wasserversorgung – stellen könne, quasi um den Treuchtlinger Antrag zu konterkarieren. Der OB hält dies für unzulässig. Die Stadt müsste den Bedarf nachweisen, erläuterte er.

Klaus Drotziger wies auf den Wasserpreis von 2,25 Euro pro Kubikmeter hin, den jeder Weißenburger Bürger zahlen muss und verglich ihn mit dem Pachtpreis von 30 000 Euro, den die Firma Altmühltaler Mineralbrunnen jährlich an die Stadt Treuchtlingen zahlen müsste. Jeder Weißenburger Bürger würde wohl auch gerne zu diesem Tarif sein Wasser beziehen, meinte der CSU-Fraktionsvorsitzende.

OB Schröppel sicherte zu, dass bis zur Stadtratssitzung am 23. Mai von Rechtsamtsleiter Heiko Stefke eine Chronologie der Wasserthematik erarbeitet wird. Und er appellierte mehrfach an den Stadtrat, auch weiterhin geschlossen die Position Weißenburgs zu vertreten. 

ROBERT RENNER

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