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Freitag, 06.12.2019

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Weißenburg sucht einen neuen Stadtschreiber

Entstehen soll wieder ein Stück für das Bergwaldtheater. - 21.11.2019 11:35 Uhr

Weißenburg soll für 2020 wieder einen Stadtschreiber bekommen. Dafür hat sich der Kulturausschuss jetzt ausgesprochen. 2022 soll dessen Stück dann wieder Leben ins Bergwaldtheater bringen. © Foto: Robert Renner


Entstehen soll erneut ein Werk, das für eine Bergwaldtheaterinszenierung tauglich ist. Gleichwohl ist mit dem Senatsbeschluss noch nicht verbunden, dass sich Weißenburg auf den Weg macht, eine neue Festspieltradition im Bergwaldtheater zu etablieren. Dies ist aber das unausgesprochene Ziel.

Der neue Stadtschreiber soll 2020 wieder für eine gewisse Zeit in Weißenburg leben. Das Schreiben und die Umsetzung könnten 2021 erfolgen. Im darauffolgenden Jahr soll das Stück aufgeführt werden.

Den Vorschlag haben Dr. Karl Friedrich Ossberger, Mathias Meyer und Jan Stephan Oberbürgermeister Jürgen Schröppel unterbreitet. Das Trio hatte schon das erste Stadtschreiberprojekt 2018 mit Franzobel initiiert. Sie setzen sich nun, nach dem großen Erfolg des "Lebkuchenmanns", für eine Verstetigung des Stadtschreiberprojekts ein. Auf diesem Weg soll es auch im dreijährigen Rhythmus eine "hochkarätige Veranstaltung" im Bergwaldtheater geben, erläuterte der OB.

Ihm zufolge steht "dankenswerterweise die Hirschmann-Stiftung" zur Finanzierung wieder zur Verfügung. Lediglich für die Unterkunft des Schriftstellers während seines Aufenthalts in Weißenburg und dessen Betreuung müsse wieder die Stadt sorgen.

"Keine Eintagsfliege"

Mathias Meyer machte deutlich, dass das Stadtschreiberprojekt "von Anfang keine Eintagsfliege" werden sollte. Eigentlich seien er und seien Kollegen davon ausgegangen, dass man so im Zwei-Jahres-Turnus Stücke für das Bergwaldtheater erhalten könnte. "Aber wir haben gelernt, dass die Sache etwas komplizierter ist", machte Meyer deutlich. Trotzdem wäre eine Verstetigung prima, und so könne wohl im Bergwaldtheater "alle drei Jahre ein großes Rad gedreht werden".

Zum Auftakt war mit Franzobel gleich ein namhafter Schriftsteller gefunden worden und mit Georg Schmiedleitner ein ebensolcher Regisseur. Schmiedleitner will nun bei der Vermittlung eines neuen Stadtschreibers behilflich sein, berichtete Meyer. Der Regisseur, der "sehr daran interessiert ist, mit den Bürgern Weißenburgs weiter Theater zu machen", wird die bereits bestehende Liste mit Dramatikern ergänzen.

Von der Idee begeistert zeigten sich einige Kulturausschussmitglieder, wobei Heinz Gruber (Freie Wähler) anmerkte, dass er einen Drei-Jahres-Rhythmus für zu lange hält. Sonja Strunz lobte das Engagement von Ossberger, Meyer und Stephan. "Besser geht es nicht, solche Leute brauchen wir mehr in Weißenburg", hob sie hervor. Und Harld Dösel (SPD) gab der Hoffnung Ausdruck, "dass jemand Namhaftes anbeißt". Er ist aber zuversichtlich, denn: "Wir sind in der Szene weit über Weißenburg hinaus wahrgenommen worden."

Anita Dollinger (CSU) wollte wissen, ob nicht eine Neuauflage mit Franzobel möglich wäre. Karl Friedrich Ossberger zufolge haben die Initiatoren darüber nachgedacht, aber sie wollten dann doch einen anderen Namen haben. Außerdem habe Franzobel durchaus "ein schwieriges Stück geliefert". Elisabeth Pecoraro (SPD) hält eine Fortsetzung mit Franzobel auch deshalb nicht für gut, weil sonst zu sehr verglichen werde. "Der Lebkuchenmann" sei aber auf seine Art "nicht zu toppen".

Nun soll das Initiatorentrio also in Abstimmung mit Georg Schmiedleitner und dem Kulturamt einen Vorschlag für den Weißenburger Stadtschreiber 2020 an den Kulturausschuss machen.

ROBERT RENNER

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