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Weiter Zoff um Center Parcs: BN-Kreisvorsitzender wirft hin

Aufgrund unterschiedlicher Positionen zum geplanten Projekt trat er zurück - 23.09.2020 06:00 Uhr

Auf dem rund 150 Hektar großen Gelände zwischen Langlau und Brombachsee war bis Ende 2007 die Munitionsanstalt (Muna) der Bundeswehr und bis 1992 das Corps Depot der U.S. Army untergebracht. Nun will hier Center Parcs eine Ferienanlage bauen.

© Limes-Luftbild.de


Das ist in Kürze die sachliche Zusammenfassung einer Kontroverse, die dem Vernehmen nach alles andere als sachlich verlaufen sein soll. Auslöser für die Meinungsverschiedenheiten zwischen Karl-Heinz Schork, der in der BN-Kreisgruppe eigentlich für die Themen Gentechnikfreier Landkreis, Wirtschaft und Energie zuständig ist, und Kreisvorsitzendem Alexander Kohler war dessen Position gegenüber den Center-Parcs-Plänen.

Schork sagt, dass Kohler bei dem Treffen mit Center-Parcs-Manger Jan Janssen die Linie der BN-Kreisgruppe verlassen habe. Intern habe man sich bislang im Kreisvorstand darauf verständigt, den Center Parc erst einmal "bis auf weiteres" abzulehnen, weil die bislang bekannten Pläne "elementare Prinzipien des Naturschutzes" verletzen würden. Schork zufolge habe es im Kreisvorstand in diesem Punkt Einigkeit gegeben.

Das Zerwürfnis dürfe man aus diesem Grund nicht nur als "Streit zwischen uns zwei" abtun. Dass er im Laufe des Streits Kohler auch verbal beleidigt haben soll, weist Schork von sich. Im Gegenteil. "Kohler sei völlig durchgedreht und habe persönliche Beleidigungen ausgestoßen und angeblich gesagt, dass der BN ohne ihn nichts sei.

Alexander Kohler ist als Kreisvorsitzender den BN Weißenburg-Gunzenhausen zurückgetreten. Grund dafür waren unterschiedliche Meinungen darüber, wie er sich gegenüber Center Parcs positionieren soll. 

© Wolfgang Dressler


Fragt man Kohler, wie das ganze denn nun aus seiner Sicht verlaufen sei, dann spricht er nur von "Unstimmigkeiten" und "unterschiedlichen Ansichten zu Center Parcs". Die rührten aus seiner Sicht vor allem auch daher, dass Karl-Heinz Schorks Sichtweise sehr stark von der Position der Bürgerinitiative "Seenland in Bürgerhand" geprägt sei, bei der Schork ebenfalls Mitglied sei. Kohler hingegen habe als Kreisvorsitzender des BN vor allem ein Interesse daran gehabt, dass dem Bund Naturschutz auch dann noch ein Mitspracherecht eingeräumt wird, wenn der Freizeitpark tatsächlich kommen sollte, was letztlich eine politische Entscheidung sei.


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Kohlers Vision wäre es dann gewesen, gemeinsam mit den Center-Parc-Managern daran zu arbeiten, dass der Freizeitpark der erste wirklich klimaneutrale Park Deutschlands wäre – sowohl für den Investor als auch für den BN ein Gewinn.

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Wie es mit der BN-Kreisgruppe weitergeht und welche Position sie vertritt, soll heute bei einem Vorstandstreffen geklärt werden, zu dem auch ein Vertreter des BN-Landesvorstands kommt. Alexander Kohler will an dem Treffen dagegen nicht teilnehmen.

Markus Steiner

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