Demo für mehr Klimaschutz

"Letzte Generation": Unangekündigter Protestzug durch Würzburg

Johannes Lenz

Nordbayern-Redaktion

E-Mail zur Autorenseite

15.8.2023, 15:14 Uhr
Mitglieder der "Letzten Generation" demonstrieren in Würzburg für eine konsequentere Klimapolitik.

© Letzte Generation Mitglieder der "Letzten Generation" demonstrieren in Würzburg für eine konsequentere Klimapolitik.

Am Montagnachmittag fand sich überraschender Besuch in der Würzburger Innenstadt ein: 150 Teilnehmer der "Letzten Generation" versammelten sich unangekündigt auf der "Alten Mainbrücke" im Würzburger Zentrum. Die Polizei hatte im Vorfeld Wind von der Aktion bekommen und stoppte den geplanten Protestmarsch in die Stadt - fürs Erste.

Ursprünglich wollten die Aktivisten über zwei Routen zum Berliner Platz gelangen. Weil die Teilnehmer dabei auf allen Fahrspuren in eine Richtung laufen wollten, befürchtete die Polizei nicht nur eine allgemeine Beeinträchtigung des Straßenverkehrs, sondern auch die Behinderung potenzieller Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätze.

Protestmarsch auf abgestimmter Route

Nachdem die Aktivisten bei 30 Grad über eine Stunde auf der Mainbrücke ausharren mussten, konnten sich die Protestierenden und die Einsatzkräfte auf eine abgestimmte Route für den Demonstrationszug einigen. Die Polizei forderte weitere Einsatzkräfte an und begleitete die Versammlungsteilnehmer, unterwegs leitete sie Verkehrsmaßnahmen ein. Zeitweise kam es auf den Straßen im Stadtgebiet zu Behinderungen.

Gegen 19.20 Uhr war die Versammlung nach einer Abschlusskundgebung am Berliner Ring beendet. Für zwei Mitglieder der "Letzten Generation" wird die Aktion aber wohl noch ein Nachspiel haben: Gegen sie werden nach Polizeiangaben Verstöße gegen das Versammlungsgesetz geprüft.

"Letzte Generation" kritisiert "ausbleibendes Handeln" in Bayern

Die Aktivisten der "Letzten Generation" teilten auf Nachfrage mit, dass sie sich bewusst dafür entschieden hätten, den Protest nicht anzukündigen. Zum einen sei es bei der Gruppe "üblich", unangekündigt zu demonstrieren. Zum anderen warte die Klimakrise nicht auf die Genehmigung einer Demonstration.

Mit ihrer Aktion wollten die Klimaaktivisten einmal mehr auf die Dringlichkeit des Handelns gegen die drohende Klimakrise hinweisen. Auf Nachfrage teilte ein Mitglied mit, dass man sich bewusst für Würzburg als Demonstrationsort entschieden habe, weil in Bayern die "Disparität zwischen dem Hochhalten von (...) gesellschaftlichen Werten und dem ausbleibenden Handeln besonders eindrücklich" sei. Die "Letzte Generation" kritisiert unter anderem, dass der Ausbau von Windenergie im Freistaat - trotz mehrfacher Ankündigung - nur langsam vorangeht.

Einzelne Frustrations-Äußerungen aber auch viel Zuspruch

Laut eines Sprechers der Gruppe sei der Protest in Würzburg friedlich verlaufen. Zwar kam es vereinzelt zu "verbalen Unverständnis- und Frustrations-Äußerungen" von Passanten, die Aktivisten hätten aber auch viel Zuspruch erfahren. Den friedlichen Verlauf sieht die "Letzte Generation" auch als Bestätigung für eine zunehmende Akzeptanz des Protestes durch die Bevölkerung.

Keine Kommentare