Medienbericht

Würzburger Messerstecher wird in Psychiatrie verlegt - "Er starrt nur"

Tobi Lang
Tobi Lang

Online-Redakteur

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20.7.2021, 09:07 Uhr
Die Attacke von Würzburg sorgte bundesweit für Entsetzen.

© Karl-Josef Hildenbrand, dpa Die Attacke von Würzburg sorgte bundesweit für Entsetzen.

Auch mehr als vier Wochen nach der tödlichen Messerattacke von Würzburg, bei der drei Menschen ihr Leben verloren und viele weitere teils schwer verletzt wurden, tappen die Ermittler im Dunkeln. "Gesicherte neue Erkenntnisse, auch zum Tatmotiv, liegen derzeit nicht vor", zitiert etwa die Main-Post die Münchner Generalstaatsanwaltschaft. Laut dem Tagesspiegel habe die Durchsuchung der Handys keinerlei neue Spuren ergeben - das Blatt beruft sich dabei auf "Sicherheitskreise".

Derweil soll der Somalier vom Gefängnis in eine psychiatrische Klinik verlegt werden. "Er starrt nur schweigend durch die Glasscheibe auf einen imaginären Punkt hinter mir", sagt der Pflichtverteidiger des mutmaßlichen Täters etwa der Main-Post. Ein Gutachter, der den 24-Jährigen zu den Vorwürfen vernehmen sollte, habe mehrfach ohne Aussage wieder abrücken müssen.

Damit, so berichtet die Main-Post, sei die Rechtsgrundlage für die Unterbringung in einer Justizvollzugsanstalt nicht mehr gegeben. Der Haftbefehl werde durch einen sogenannten Unterbringungsbeschluss ersetzt - und der Somalier kommt in eine Psychiatrie. Die Generalbundesanwaltschaft wollte sich auf Nachfrage des Blattes dazu nicht äußern. Der Pflichtverteidiger bestätigt aber die Verlegung. "Es zeigt sich immer stärker, dass ich mit der Einschätzung richtig lag: Hinter den fürchterlichen Taten meines Mandanten stecken eher Kennzeichen einer psychische Erkrankung als islamistische Motive", sagt er der Main-Post.