Zum 80. Geburtstag von Heinrich von Pierer

25.1.2021, 19:50 Uhr
Sein Name macht etwas her: Heinrich Karl Friedrich Eduard Pierer von Esch wird am am 26. Januar 1941 als Sohn eines Offiziers in Erlangen geboren. Ein Hobbyhistoriker wirft der Familie später vor, den Adelstitel unrechtmäßig zu tragen - und kassiert eine Unterlassungserklärung.
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Sein Name macht etwas her: Heinrich Karl Friedrich Eduard Pierer von Esch wird am am 26. Januar 1941 als Sohn eines Offiziers in Erlangen geboren. Ein Hobbyhistoriker wirft der Familie später vor, den Adelstitel unrechtmäßig zu tragen - und kassiert eine Unterlassungserklärung. © dpa

Das Abitur legt Heinrich von Pierer am humanistischen Erlanger Gymnasium Fridericianum ab, das damals noch in der Oberen Karlstraße stand. Elke Sommer ist eine seiner Schulkameradinnen.
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© Gymnasium Fridericianum

Als Schuljunge verdient sich von Pierer ein paar Mark als Sportreporter für das
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© Bernd Böhner

Auch für sein Studium bleibt von Pierer in der Heimat. An der FAU legt er gleich zwei Examen ab: eines in Jura und das andere in Volkswirtschaft. Ein Jahr später hat von Pierer bereits seinen Arbeitsvertrag bei Siemens in der Tasche und fängt in der Münchner Rechtsabteilung als Syndikus an.
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© André De Geare

Zwei Jahrzehnte später hat es von Pierer, den Kollegen anfangs als unscheinbar und zaudernd einschätzen, in die Siemens-Vorstandsetage geschafft.
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© dpa

Mit der Karriere kommen die Kontakte nach ganz oben: Dieses Bild zeigt Heinrich von Pierer (Mitte)  vor der Erlanger Orangerie, wo er 1995 den 90. Geburtstag von Walther Peter Fuchs (links) feiert. Der Historiker war von 1962 bis 1973 Professor am Lehrstuhl für Mittelalterliche, Neuere und Neueste Geschichte an der FAU Erlangen - und Doktorvater von Alt-Kanzler Helmut Kohl (2.v. rechts).
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© Bernd Böhner

Vom Wirtschaftsboss lernen will auch die Politik: Schon für Alt-Kanzler Gerhard Schröder (hier während einer gemeinsamen Reise nach China) steht von Pierer als Berater in Wirtschaftsfragen zur Seite.
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© dpa, Archivfoto von 2002

Offizieller Termin, lockere Atmosphäre: Heinrich von Pierer (Mitte) bei einem Tennis-Match gegen den damaligen argentinischen Präsidenten Carlos Menem (Mitte) und Bundesaußenminister Klaus Kinkel (links).
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© dpa, aufgenommen im Mai 1997

Promi-Runde auch auf der Bergkirchweih: Theo Waigel (links, Bundesfinanzminister von 1989 bis 1998 und zur Zeit Anti-Korruptionsbeauftragter bei Siemens), der ehemalige bayer. Ministerpräsident Edmund Stoiber samt Gattin Karin und von Pierer, von links).
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© Bernd Böhner, Archivbild von 2000

Für ihren Bundestagswahlkampf 2005 holt Kanzleramts-Anwärterin Angela Merkel von Pierer in ihr Berater-Boot.
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© Horst Haitzinger, Karikaturist für die Nürnberger Nachrichten

Bei Siemens selbst läuft für den Chef alles glänzend. Unter seiner Regie wird der Konzern umfassend umstrukturiert, Asien als neuer Markt erobert und die automatische Lohnerhöhung für die Führungskräfte des Konzerns abgeschafft.
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© dpa, Aufnahme vom November 2004

Von Pierers Geschäftspolitik sorgt aber auch für negative Schlagzeilen: Während der Konzern im Ausland Stellen schafft, werden in Deutschland Arbeitsplätze abgebaut. Die Angestellten machen - wie hier in München - ihrer Wut über die Massenentlassungen auf der Straße Luft.
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© dpa, Archiv 2003

Anfang 2005 tritt Klaus Kleinfeld von Pierers Nachfolge als Vorstandsvorsitzender an, während
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© dpa, Archivbild von 2005

2005 verkauft Siemens seine Handysparte an das taiwanische Unternehmen BenQ - das einen Herbst später Insolvenz anmeldet. Tausende Arbeitsplätze gehen in Deutschland verloren.
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© dpa, Archiv 2006

2006 kommt es ganz dick für den Konzern: Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Siemens, nachdem offenbar 1,4 Milliarden Euro in dunklen Kanälen verschwunden sind. Von Pierer selbst muss sich nicht vor Gericht verantworten.
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© dpa, Archiv

Stattdessen schluckt der Manager, dem
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© dpa

Allerdings hatte Siemens von seinem ehemaligen Vorstandschef zuvor schon fünf Millionen Euro Schadensersatz gefordert. Die Zahlungen, so von Pierer, seien für ihn allerdings kein Schuldeingeständnis.
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© dpa. Archiv

Mit der verhängten Geldbuße endet für von Pierer 2009 die Schmiergeldaffaire. Da hat er sich längst von Siemens verabschiedet. Sein Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzender wird Gerhard Cromme, der bislang in gleicher Position bei ThyssenKrupp beschäftigt war. Und von Pierer?
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© dpa

Sein Image hat unter der Siemens-Schmiergeldaffaire zwar gelitten, sein Know-how ist aber weiter gefragt. Mit 70 Jahren sitzt von Pierer, den es inzwischen sogar als Plüsch-Bär zu kaufen gibt, unter anderem im Aufsichtsrat beim türkischen Industriekonglomerat Koc, dem längst auch Grundig gehört.
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© Bernd Böhner, Archivbild von 2001

Daneben konzentriert sich von Pierer auf sein Geschäft als Unternehmensberater. Seine Pierer Consulting GmbH ist in der Nägelsbachstraße in Erlangen zu finden.
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© Bernd Böhner

Quasi ein Geschenk zum 70. Geburtstag macht sich Heinrich von Pierer übrigens selbst: Gerade ist beim Econ-Verlag seine Biografie erschienen. Der Titel:
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© Verlag