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1:0 in Sandhausen! Sabiri zurrt den Klassenerhalt fest

Schnell geschaltet: Joker sticht am Hardtwald für den FCN - 06.05.2017 14:50 Uhr

Spektakulär war das Spiel in Sandhausen nicht. Ganz im Gegensatz zum artistischen Jubel von Sabiri-Gratulant Contant Djakpa. © Sportfoto Zink/DaMa


Das war's: Mit dem schwer erkämpften 1:0-Erfolg beim SV Sandhausen hat sich der 1. FC Nürnberg endgültig gerettet. Joker Sabiri erlöste in der 70. Minute knapp 3000 Club-Fans im Hardtwald-Stadion. Hochrechnungen zur kurzfristigen Zukunft des 1. FC Nürnberg basieren traditionell auf der Annahme, dass der 1. FC Nürnberg sowieso noch alles verliert, was es zu verlieren gibt. Also ruhen viele Hoffnungen auf der mindestens genauso erfolglosen Konkurrenz und ihrem mindestens genauso schweren Restprogramm. Anfang Mai 2017 ist das hier und da nicht anders - gewesen. Mit dem 1:0-Erfolg in Sandhausen hat der Club auch theoretische Restzweifel an der weiteren Klassenzugehörigkeit beseitigt. Sabiri, zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt, köpfte in der 70. Minute das Tor des Tages.

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Vor dem Gastspiel in Sandhausen war Nürnbergs Vorsprung auf einen Abstiegsplatz komfortabel, der Klassenerhalt des Altmeisters aber zumindest rechnerisch noch nicht amtlich. Der eingewechselte Abdelhamid Sabiri sorgte in der Kurpfalz dafür, dass der Club endgültig für eine weitere Zweitliga-Saison planen kann. Dafür wurde er - aber nicht nur er - von den Usern auch belohnt.


Am Tag der offenen Tür des Therapiezentrums hinter der Haupttribüne vertraute Trainer Köllner zwei Ausnahmen seiner gegen den VfB Stuttgart so furios beginnenden Elf. Margreitter (für Mühl) und Möhwald (für Hufnagel) rückten wieder in die Startformation, womit er glaubte, noch etwas stärker, vor allem aber noch etwas stabiler zu werden. Unter Druck stehend ist das keine schlechte Idee; der überraschende Sieg von 1860 München in Dresden am Freitagabend ließ einen früheren Abstiegskandidaten bis auf drei Zähler an den Club heranrücken, auch sonst spielt die Zweite Liga in den letzten Wochen einer Saison ja gerne mal verrrückt. Besonders ganz unten.

Etwas verrückt spielten zunächst auch der SV Sandhausen und der 1. FC Nürnberg. Die erste halbe Stunde im Stadion am Hardtwald erinnerte höchstens phasenweise an durchdachten Fußball, beide Mannschaften legten zunächst immensen Wert auf ihre Defensive. Heraus kam ein mitunter abenteuerliches Gebolze,

mit Vorteilen für die Gastgeber. Allein für Sukuta-Pasu notierten die Berichterstatter drei Abschlüsse in aussichtsreicher Position, allerdings musste Schäfer nur bei einem Kopfball des früheren Junioren-Nationalspielers eingreifen (43.).

Der Club präsentierte sich unruhig, ohne erkennbare Linie. Einen Strategen, der auch mal beruhigend einwirken kann auf die Kollegen, suchte man vergebens, erst spät in der ersten Halbzeit steigerten sich die Nürnberger auch in der anderen Platzhälfte. Löwen drosch die Kugel mit links auf die Tribüne, Möhwald verpasste Sallis Hereingabe um Zentimeter, Behrens köpfte auf den Querbalken (40.) - die beste Möglichkeit kurz vor der Pause sollte auch bis weit in die zweite Halbzeit hinein die beste Möglichkeit bleiben.

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Salto in Sandhausen: Sabiri köpft den Club zum Klassenerhalt

Viel Kampf, wenig Klasse: Ein fußballerischer Leckerbissen war die Partie des 1. FC Nürnberg in Sandhausen wahrlich nicht. Erst ein Jokertor von Abdelhamid Sabiri erlöste den Club in der 70. Minute. Damit steht der Klassenerhalt in Liga zwei fest.


Köllner brachte nach dem Seitenwechsel Sabiri für Petrak, Löwen rückte für den Tschechen vor die Abwehr – und hatte nach einer Stunde die Führung auf dem Kopf, Knaller reagierte glänzend. Auch sonst wirkte sich die Rochade durchaus positiv aus; Sandhausen blieb im Angriff nur noch der Weg über außen, wo der agile Vollmann ein paar Mal für Aufregung sorgen konnte. Gleiches gelang Salli auf der anderen Seite; sein Solo in der 55. Minute konnte Knipping in letzter Sekunde stoppen, sein Traumpass auf Möhwald eine Viertelstunde später stellte Sandhausen aber vor ein nicht mehr zu korrigierendes Problem. Die Flanke lenkte Knaller auf Sabiris Schädel, der schnell schaltete und den Club für etwas mehr Mut in seinen Vorträgen mit dem 1:0 belohnte (70.).

Kammerbauer patzt und glänzt

Auf der Hauptribüne sprangen auch einige Aufsichtsräte in Höhe – und rauften sich zehn Minuten später die Haare. Kammerbauers katastrophalen Querpass jenseits der Mittellinie nutzte Sandhausen zu einem rasanten Konter; Sukuta-Pasu, wunderbar freikombiniert, hatte Schäfer schon überwunden, Verursacher Kammerbauer machte seinen Fehler allerdings kurz vor der Linie wieder gut. Die Gastgeber blieben am Drücker: Trainer Kocak wechselte einen dritten Stürmer ein, der Ex-Nürnberger Stiefler zielte kurz darauf ein paar Zentimeter zu hoch, ebenso der Ex-Fürther Pledl, am Ergebnis sollte sich aber nichts mehr ändern.

+++ Der Live-Ticker zum Nachjubeln +++

SV Sandhausen: Knaller - Thiede (84. Kuhn), Kister, Knipping, Roßbach - Linsmayer, Kulovits (67. Karl) - Pledl, Vollmann (67. Stiefler) - Höler, Sukuta-Pasu

1. FC Nürnberg: Schäfer - Kammerbauer, Margreitter, Bulthuis, Djakpa - Petrak (46. Sabiri), Behrens - Salli, Möhwald (73. Mühl), Löwen - Teuchert (89. Matavz)

Tore: 0:1 Sabiri (70.) | Gelbe Karten: Linsmayer, Kulovits, Höler, Pledl - Möhwald, Salli | Schiedsrichter: Heft (Neuenkirchen) | Zuschauer: 8408.

Wolfgang Laaß

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