50-Millionen-Mann trifft doppelt

3:5 gegen Arsenal: FCN misslingt Generalprobe trotz starker erster Halbzeit

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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8.7.2022, 19:35 Uhr
In der zweiten Halbzeit machte Arsenal ernst.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink In der zweiten Halbzeit machte Arsenal ernst.

Die erhofften 35.000 Zuschauer sind es dann nicht ganz geworden. Wohl auch, weil ServusTV das Testspiel des 1. FC Nürnberg gegen den FC Arsenal übertrug. Ex-Vermarkter Sportfive hatte den Red-Bull-Sender als eine Art Abschiedsgeschenk angeschleppt, wofür sich Niels Rossow von dem einen oder anderen Fan zuvor einiges anhören musste.

Dabei sollte es doch ausschließlich um Fußball gehen am Freitagabend und ein Fest werden Mit "einer der weltbesten Mannschaften" hätten sie sich verabreden können im Max-Morlock-Stadion, schwärmte Rossow vorab, die sich seit ein paar Tagen bei ihrem Ausrüster in Herzogenaurach auf die neue Premier-League-Saison vorbereitet. Am 5. August erst wird’s für die "Gunners" wieder ernst bei Crystal Palace.

Club zunächst fitter

Der 1. FC Nürnberg, schon am nächsten Samstag zum Zweitliga-Auftakt beim FC St. Pauli zu Gast, wirkte anfangs insgesamt fitter und konnte so die individuelle Klasse des FC Arsenal mit seinen vielen Ausnahmekönnern kompensieren, von denen zunächst nur ein paar auch mitwirkten; das Portal transfermarkt.de taxiert den Marktwert des Premium-Kaders nach der Verpflichtung von Gabriel Jesus auf aktuell fast 700 Millionen Euro.

Der brasilianische Nationalspieler zählte in der zweiten Halbzeit zu den Attraktionen seiner Elf, die sich gegen den in seinem neuen schwarz-blau-goldenen Ausweichtrikot angetretenen Club (Marktwert: knapp 24 Millionen) 45 Minuten extrem schwertat. Trainer Robert Klauß wollte ja unbedingt Wiedergutmachung für die indiskutable Leistung beim 0:2 gegen die WSG Tirol fünf Tage zuvor und stellte deshalb gleich seine zurzeit beste Formation aufs Feld.

Es sollte ja eine Art Generalprobe sein, sodass der Trainer wie angekündigt zunächst auf Experimente verzichtete und sogar Mats Möller Daehli aufbot, der wegen seines verspäteten Einstiegs zwar noch aufholen muss, aber eben nicht zu ersetzen ist. Im Großen und Ganzen dürfte es also die Elf gewesen sein, die auch am Millerntor beginnen wird. Mit Christopher Schindler und Asger Sörensen in der Innenverteidigung, Jan Gyamerah rechts hinten – und Johannes Geis vor der Abwehr.

50-Millionen-Mann trifft doppelt

Der defensive Mittelfeldspieler betrieb auch noch ordentlich Werbung in eigener Sache und krönte seinen abgeklärten Auftritt mit einem Traumtor. Mit links nagelte Geis die Kugel aus etwa 20 Metern unter die Latte (1:0, 24.), Kwadwo Duah erhöhte fünf Minuten später nach einem Konter mit trockenem Abschluss auf 2:0. Dem Schweizer hatte sich bereits früh in der Begegnung eine gute Möglichkeit geboten, auch Christoph Daferners sehenswerter Kopfball verfehlte sein Ziel nur knapp.

Die Nürnberger ließen hinten wenig zu und überzeugten vorn mit Effizienz. Vier Chancen, zwei Tore, bei Arsenal zwang nur Emile Smith-Rowe den aufmerksamen Christian Mathenia zu einer Parade (14.). In der Pause wechselte Mikel Arteta vier Mal; der Arsenal-Coach kannte das Max-Morlock-Stadion bereits von seinem Gala-Auftritt Anfang November 2007 im Uefa Cup, als er groß aufgetrumpft hatte beim 2:0-Erfolg seines FC Everton in Nürnberg. Der Spanier erzielte kurz vor Schluss per Elfmeter sogar die Führung und war bester Mann der "Toffees".

Bester Mann der "Gunners" knapp 15 Jahre später: 50-Millionen-Mann Gabriel Jesus, der nicht mal zwei Minuten benötigte für seinen Premierentreffer (1:2) und knapp 30 für seinen zweiten (75.), zwischendurch glich Elneny aus gut 25 Metern aus. Arsenal machte jetzt ernst, der Club hielt trotzdem gut mit, Tim Handwerkers Eigentor war äußerst unglücklich (2:4, 63.) und auch Christopher Schindler hatte nur wenige Minuten zuvor (2:3, 57.) ins eigene Tor getroffen und so dem einschussbereiten Gabriel Jesus den Treffer noch weggenommen.

1. FC Nürnberg: Mathenia; Gyamerah, Schindler, Sörensen, Handwerker – Geis (71. Schleimer/82. Duman), Nürnberger – Tempelmann, Möller Daehli (61. Wekesser) – Daferner (87. Shuranov), Kwadwo (87. Wintzheimer).

Arsenal: Turner (69. Okonkwo); Bellerin (46. Elneny), Mari (69. Patino), Walters (46. Magalhares), Tierney (30. Joares) - Maitland-Niles (46. Elneny), Lokonga (69. Oulad M’Hand) – Pepe (69. Marquinhos), Smith-Rowe (46. Martinelli), Nelson (69. Balogun) – Nketiah (46. Jesus).

Schiedsrichter: Bacher (München) – Zuschauer: 21.616 – Tore: 1:0 Geis (24.), 2:0 Kwadwo (29.), 2:1 Jesus (47.), 2:2 Elneny (54.), 2:3 Schindler (58., Eigentor), 2:4 Handwerker (63., Eigentor), 3:4 Schleimer (73.), 3:5 Jesus (75.).

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