Neuer Vertrag

Club verlängert vorzeitig mit Cheftrainer Klauß: Die gemeinsame Lust auf mehr

Uli Digmayer
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Sportredaktion

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6.5.2022, 19:21 Uhr
Cheftrainer Robert Klauß bleibt dem Club voraussichtlich über die kommende Saison hinaus erhalten.

© Frank Molter/dpa Cheftrainer Robert Klauß bleibt dem Club voraussichtlich über die kommende Saison hinaus erhalten.

Wenn der Sportvorstand höchstpersönlich in der turnusmäßigen Pressekonferenz vor einem Punktspiel des 1. FC Nürnberg plötzlich auf dem Podium sitzt, kann das oft ein Indiz für eine besonders prekäre Lage sein. Am Freitagmittag hatte Dieter Hecking als "special guest" im virtuellen Pressemeeting vor dem vorletzten Saisonspiel am Sonntag (13.30 Uhr/Live-Ticker bei nordbayern.de) bei Holstein Kiel aber durchaus Erfreuliches zu verkünden.

Der Club setzt auf Kontinuität in der sportlichen Leitung und hat den mindestens noch bis 30. Juni 2023 gültigen Kontrakt mit Chefcoach Robert Klauß vorzeitig verlängert. Vermutlich um ein weiteres Jahr, vielleicht auch um zwei – über Laufzeiten von Arbeitspapieren schweigt man sich am Valznerweiher gerne aus. Und natürlich ist so ein Vertrag auch längst keine Gewähr mehr, dass ein Trainer ihn dann auch tatsächlich erfüllt – beziehungsweise erfüllen darf.

Entwicklung noch nicht zu Ende

Aktuell aber ist die schriftlich fixierte Absichtserklärung, den gemeinsamen Weg auch mittelfristig weitergehen zu wollen, ein positives Signal für die Zukunft und auch eine Bestätigung für Klauß‘ akribische Aufbauarbeit. "Wir sehen, dass eine Entwicklung stattgefunden hat, die uns freut und die natürlich noch längst nicht zu Ende sein darf", sagte Hecking mit Blick auf die vergangenen zwei Zweitliga-Jahre.

In denen hatte der im Sommer 2020 von RB Leipzig gekommene Cheftrainer-Novize einen kurz zuvor am Rande des Nervenzusammenbruchs stehenden Verein erst stabilisiert und dann im nächsten Schritt unter nicht einfachen Bedingungen eine Mannschaft geformt, die das im Sommer offiziell formulierte Saisonziel – ein Tabellenplatz zwischen fünf und acht – frühzeitig erfüllt hat und lange Zeit sogar noch ein bisschen vom Aufstieg träumen durfte.

Auch wenn es für den großen Coup nicht ganz gereicht hat und noch zwei Spieltage ausstehen, findet Hecking, "dass wir in der Entwicklung einen Schritt weitergekommen sind". Klauß habe es verstanden, der Mannschaft verschiedenste Spielsysteme beizubringen, "die sie auch beherrscht", lobte der frühere Bundesliga-Trainer. Zudem sei es gelungen, jüngere Spieler nach einer gewissen Anlaufzeit zu integrieren und weiterzuentwickeln. Und weil man auch von der Art und Weise, wie der 37-Jährige Fußball spielen lässt, überzeugt ist und diese prima zum 1. FC Nürnberg passe, sei das "Gesamtpaket sehr gut".

Allzu viel Überzeugungsarbeit mussten der Sportvorstand und sein Sportdirektor Olaf Rebbe in den Gesprächen mit Klauß nicht leisten. Man habe "relativ schnell" eine Einigung erzielt, verriet Hecking, "ich glaube, wir wissen, was wir aneinander haben." Ein Eindruck, den ein "sehr froher, glücklicher und auch stolzer" Trainer bestätigte. "Ich habe sofort ja gesagt, weil ich da Lust drauf habe und der Meinung bin, dass wir noch etwas miteinander vorhaben. Wir haben ein paar Dinge in die richtige Richtung gelenkt, sind aber noch nicht am Ende", betonte der Brandenburger, der auch bei sich als Trainer noch ein gewisses Entwicklungspotenzial sieht.

Aufstieg nicht planbar

Ob der gemeinsame Weg innerhalb der neuen Vertragslaufzeit in die Bundesliga führt, mochte Klauß nicht versprechen: "Ein Aufstieg ist nicht planbar. Natürlich wollen wir hier in Nürnberg gerne erstklassigen Fußball sehen, aber da spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle." Etwa die Qualität des künftigen Kaders oder die Zusammensetzung der Liga. Zumindest aber wolle man die Voraussetzungen schaffen, "dass wir richtig gut dabei sind, guten Fußball spielen und stabiler und konstanter werden". Und der Sportvorstand auch weiterhin nur zur Verkündung positiver Nachrichten bei der Pressekonferenz erscheinen muss.


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