Entscheidung spätestens im Oktober

Club-Vorstand Hecking: Seine Frau möchte, dass er nach Hause kommt

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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27.7.2022, 06:00 Uhr
Möchte auf der nächsten Jahreshauptversammlung im Oktober "ein klares Votum der Mitglieder" haben: Sportvorstand Dieter Hecking.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Möchte auf der nächsten Jahreshauptversammlung im Oktober "ein klares Votum der Mitglieder" haben: Sportvorstand Dieter Hecking.

Der Derbysieg hat Dieter Hecking auch am Sonntag noch beflügelt, sogar indirekt. Als ihm bei einem Spaß-Triathlon allmählich der Saft auszugehen drohte, hörte der Sportvorstand des 1. FC Nürnberg von außen: "Lauf, Derbysieger!" Und der Derbysieger lief, bis ins Ziel.

Auch zwei Tage später, bei seinem Besuch im Marmorsaal des Presseclubs, ging's natürlich noch um das emotionale 2:0 gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth. "Jeder erwartet jetzt wieder, dass das etwas bewirkt", glaubt Hecking, "natürlich erhofft man sich immer, dass ein Schub reinkommt." Am besten schon am Freitagabend, in der ersten Pokalhauptrunde beim Regionalligisten 1. FC Kaan-Marienborn.

Der Club, das hörte man während der gut eineinhalb Stunden nicht nur einmal, ist ihm richtig ans Herz gewachsen. Heute ist Hecking genau zwei Jahre Sportvorstand, von 2009 bis 2012 war er hier Trainer - und wäre beinahe schon als Spieler beim 1. FC Nürnberg gelandet.

100.000 Mark zu wenig

Bei Hessen Kassel hatte der junge Stürmer mit vielen Toren für Aufsehen gesorgt, Trainer Hermann Gerland und Präsident Gerd Schmelzer hätten ihn deshalb Ende der 80-er Jahre gerne verpflichtet. Konnten aber nicht, weil er 350.000 Mark Ablöse gekostet hätte, der Club aber nur 250.000 D-Mark zahlen konnte.

Stattdessen zog Hecking weiter zum SV Waldhof (1990) und zum VfB Leipzig (1992); mit den Sachsen erlebte er einen der schwärzesten Abende seiner Karriere. Gegen: den 1. FC Nürnberg. Beim 0:5 seinerzeit musste Hecking ausnahmsweise Innenverteidiger spielen, gegen Sergio Zarate.

"Ich hatte ein Laufduell mit diesem Spieler", so Hecking, von der Mittellinie bis in den Strafraum, näher als zwei Meter kam er aber einfach nicht ran an den Argentinier. "Dann hat er kurz den Turbo gezündet und es waren fünf Meter." Immerhin seine Oma fand's lustig; am nächsten Tag rief sie ihn an und sagte: "Du, Junge, weißt Du, was das Schönste war gestern Abend? So lange hab' ich dich noch nie an einem Stück im Fernsehen gesehen."

Vertrag läuft 2023 aus

Hecking hatte ein paar nette Anekdoten dabei, widmete sich aber auch seiner beruflichen Zukunft. "Wir sind im Austausch und werden alles beleuchten, damit eine gute Lösung dabei herauskommt", sagt Hecking. Wie die aussehen wird, ist noch offen; der Vertrag mit dem 1. FC Nürnberg läuft 2023 aus, ob Hecking ihn verlängert, hängt wohl auch davon ab, ob die Mitglieder bereit sind, den eingeschlagenen Weg mitzugehen. Auf der nächsten Jahreshauptversammlung voraussichtlich Mitte November "möchte ich ein klares Votum haben", sagt Hecking.

Vorrangig ist für ihn aber offenbar die privaten Situation. Seine Frau hat nach vielen Jahren Profi-Fußball keine Lust mehr auf eine Fernbeziehung. Die fünf Kinder sind aus dem Haus, ihr schönes umgebautes Bauernhaus wartet. Dass sie aus der Nähe von Hannover gen Süden zieht, schließt Hecking aus. "Diesen Baum zu verpflanzen von Niedersachen nach Nürnberg wird nicht funktionieren", sagt er, zudem betone sie: "Irgendwann möchte ich Dich mal gerne hier haben".

Ab wann genau, wird sich bereits "deutlich vor der Mitgliederversammlung" (Hecking) entscheiden. "Es ist der Wunsch von meiner Frau, dass ich zurückkomme", sagt Hecking. Was aber nicht heißt, dass es schon nächstes Jahr soweit sein wird. "Sie sieht eben auch, wieviel Spaß mir die Arbeit macht." Erst recht als Derbysieger.

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