Vor 15.000 Fans

Der Club geht mutig ins Spiel des Jahres

17.11.2022, 13:35 Uhr

Das größte Spiel ihres bisherigen Lebens: Lea Paulick freut sich auf das Max-Morlock-Stadion. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, NNZ

Jetzt sind es schon 15.000 Menschen, die den 1. FC Nürnberg sehen wollen. Der spielt am Sonntag 14 Uhr im Max-Morlock-Stadion gegen den VfL Wolfsburg. Sensationell wird diese Zahl dadurch, dass es nicht die Männer sind, die da zum Pokalspiel laden, sondern die Frauen, die sonst vor eher übersichtlichem Publikum ihre Zweitligaspiele austragen.

"Wir konnten es schon nicht fassen, als 10.000 Karten verkauft waren", sagt Torhüterin Lea Paulick, die neue Zahl mache sie "extrem stolz, weil es unsere Strahlkraft beweist und eine Riesen-Wertschätzung der Clubfans bedeutet". Verdient haben sie sich diese Wertschätzung schon lange, der Club von Paulick und Trainer Osman Cankaya gehört zu den spielfreudigeren der zweiten Liga - und zu den erfolgreicheren.

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Nun wird das erstmals auch ein großes Publikum sehen. Dass da auf der anderen Seite eine der besten Mannschaften der Welt steht, macht die Sache nur noch schöner. Sehr lange Zeit, sagt Cankaya, hätten sie mit der Suche nach Schwachstellen beim VfL zugebracht. Sie haben sie auch gefunden, aber "mit diesen Schwachstellen wären sie in der zweiten Liga immer noch top", sagt Cankaya.

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Von einer veränderten Herangehensweise hält er dennoch nichts. "Wir bleiben unserer Spielphilosophie treu", sagt Cankaya. In den "Außenseiterfußball" würden sie durch die Qualität der Wolfsburgerinnen eh gedrängt, dass der Club Fußball spielen kann, soll aber schon auch zu sehen sein, weshalb Cankaya nichts davon hält, nur so lange wie möglich ein Gegentor zu verhindern.

Es ist also ein schönes Spektakel zu erwarten am Sonntag und das findet auch Paulick gut. Ob eine solche oder eine ähnlich hohe Zuschauerzahl nämlich irgendwann mal keine schöne Sensation ist, sondern Normalzustand - das, sagt Paulick, hängt auch ein bisschen davon ab, wie sie sich am Sonntag ihrem neuen Publikum präsentieren. "Es liegt an uns, mit welchem Gefühl die Zuschauer nach Hause gehen", sagt sie. Wobei das eigentlich schon feststeht, weil man sich über 15.000 Zuschauer im Max-Morlock-Stadion ja nur freuen kann.