Variable Defensivkraft

Der Club macht die Leihe fix: Florian Flick kommt zum 1. FC Nürnberg

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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8.12.2022, 16:00 Uhr
Im Sommer feierte er hier den Bundesliga-Aufstieg, nun kehrt er als Leihspieler nach Nürnberg zurück: Florian Flick (Mitte mit der Zweitliga-Schale).
 

© imago images/Frank Hoermann/SVEN SIMON, NN Im Sommer feierte er hier den Bundesliga-Aufstieg, nun kehrt er als Leihspieler nach Nürnberg zurück: Florian Flick (Mitte mit der Zweitliga-Schale).  

Der Ehemalige und sein Nachfolger liefen sich am letzten Spieltag im Max-Morlock-Stadion ein paar Mal über den Weg. Tom Krauß eroberte da im Mittelfeld noch Bälle für den 1. FC Nürnberg, Florian Flick für den FC Schalke. Schon Ende Mai zeichnete sich ab, dass der Club seinen Leihspieler von RB Leipzig nicht über den 30. Juni hinaus würde halten können - weil es Krauß in die Bundesliga zog.

Dass er im Runden-Finale bereits mit seiner neuen Mannschaft auf dem Platz gestanden hatte, erfuhr die Öffentlichkeit gut drei Wochen später; überragende 92 Prozent gewonnene Zweikämpfe imponierten auch Schalkes damaligem Manager Rouven Schröder, der sich seinerzeit aber mit Klauß offenbar schon längst einig war über einen Wechsel.

Dem Club tat sein Abschied nach zwei Jahren richtig weh und auch Florian Flick dürfte nicht gerade begeistert gewesen sein, dass ihm der Aufsteiger jetzt einen U21-Nationalspieler vor die Nase setzte. Flick, in der vergangenen Zweitliga-Spielzeit mit 27 Einsätzen und 15-mal in der Startelf, verschwand heuer spätestens nach dem 0:4 in Leverkusen am 9. Spieltag aus dem Rampenlicht.

Nürnbergs Trainer Markus Weinzierl hat ihn wohl überzeugt

Dass er zuvor in Stuttgart, gegen Bochum, in Dortmund und gegen Augsburg in der Anfangsformation gestanden hatte und gute Kritiken erhielt, ist ihnen auch beim 1. FC Nürnberg nicht entgangen. Dem gebürtigen Mannheimer, im Sommer 2020 vom SV Waldhof nach Gelsenkirchen-Buer gewechselt, eilt der Ruf eines robusten, athletischen Strategen voraus, der mit seiner Spielintelligenz auch unter Druck häufig eine Lösung findet.

Weil der 22-Jährige ebenfalls in der Innenverteidigung aushelfen könnte, intensivierte der auch für ganz hinten nach Personal suchende Club seine Bemühungen. James Lawrence fehlt mit seinem Innenband- und Innenmeniskusriss noch mindestens bis März, wann Florian Hübner nach dreimonatiger Pause zurückkehrt, ist weiter offen.

Auch beim Trainingsauftakt am Montag wird Hübner, der sich mit einer Nervenreizung im Rücken herumplagt, nur einen lockeren Lauf absolvieren können. Zugang Flick wird da schon mit den Kollegen auf Zeit üben, der 1. FC Nürnberg konnte dem FC Schalke lediglich ein Leihgeschäft bis 30. Juni abringen, ohne Kaufoption.

Oder: immerhin. Flicks Marktwert liegt laut transfermarkt.de bei zwei Millionen Euro. Auch der 1. FC Kaiserslautern zeigte reges Interesse am defensiven Mittelfeldspieler, muss sich jetzt aber mit anderen Namen beschäftigen. Wie man hört, konnte ihn letztlich Nürnbergs Trainer Markus Weinzierl von einem Wechsel zum Club überzeugen.

Erst im Februar hatten sie seinen Vertrag beim FC Schalke bis 2024 verlängert; "er besitzt unbestritten großes Potenzial", sagte Ex-Manager Schröder seinerzeit über den 1,90 Meter langen Flick, der sich jetzt erst mal wieder in der Zweiten Liga Spielpraxis holen soll. Zuvor gilt es für ihn allerdings, sich intern gegen Johannes Geis durchzusetzen, wobei auch eine Doppelsechs mit beiden vorstellbar ist.

Beim Routinier wechselten auch in der Hinserie Licht und Schatten, besonders gegen den Ball offenbarte Geis mitunter Schwächen. Auch deshalb sahen sich seine Vorgesetzten gezwungen, sich nach Alternativen umzuschauen; bereits im Sommer hatten Sportvorstand Dieter Hecking und Sportdirektor Olaf Rebbe den Markt nach einem "Sechser" gescannt, hatten aber nicht ausreichend Geld zur Verfügung.

"Hansi" Flick entschied damals für Schalke 04

Da sich der Verein gerade die Gehälter der Langzeitverletzten spart, ist Flicks Leihe wirtschaftlich darstellbar; "er ist in der Defensive vielseitig einsetzbar", sagt Sportdirektor Olaf Rebbe, "man muss kein Prophet sein, dass er uns weiterhilft". Beim Club ist der Mannheimer kein Unbekannter; bereits vor zweieinhalb Jahren und seinem Wechsel zum FC Schalke hatten sie sich mit ihm beschäftigt, es gab auch Gespräche - Flick, den sie schon zu Mannheimer Zeiten nur "Hansi" riefen, entschied sich seinerzeit aber für die U23 der Königsblauen.

Am Donnerstag unterschrieb er für knapp sieben Monate beim 1. FC Nürnberg, muss aber zumindest in der Vorbereitung nicht ohne den FC Schalke sein. Beide Vereine wohnen während ihrer Trainingslager Anfang Januar im türkischen Belek im gleichen Hotel. Und haben da für den 10. Januar sogar ein Testspiel vereinbart.

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