Pokalspiel im Fokus

Derbyhelden zurück im Alltag: Club-Trainer Klauß stellt die Charakterfrage

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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26.7.2022, 15:05 Uhr
Einsatz im DFB-Pokal noch ungewiss: Torhüter Carl Klaus laboriert an einer leichten Gehirnerschütterung.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Einsatz im DFB-Pokal noch ungewiss: Torhüter Carl Klaus laboriert an einer leichten Gehirnerschütterung.

Der erste Arbeitstag nach der Neuordnung der mittelfränkischen Fußballwelt begann für die Profis des 1. FC Nürnberg am Dienstagvormittag mit einer netten Überraschung: Vom Balkon des Funktionsgebäudes aus grüßten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle und des NLZ ihre Helden mit lautstarken "Derbysieger! Derybsieger! Hey! Hey!"-Rufen.

"War schön, das können sie öfter machen", befand Trainer Robert Klauß schmunzelnd. Auch in der Mannschaft war die Stimmung nach dem umjubelten 2:0-Erfolg gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth natürlich blendend. "Die Erinnerung ist immer noch präsent", sagte Klauß, war zugleich aber bemüht, den Blick bereits auf die anstehende Aufgabe am Freitagabend (18 Uhr) zu richten, wenn der Club in der ersten Runde des DFB-Pokals beim 1. FC Kaan-Marienborn auf dem Prüfstand steht.

"Die Jungs haben intensiv und vor allem fokussiert gearbeitet, so muss es weitergehen", sagte Klauß und mahnte: "Der Pokal muss jetzt in die Köpfe rein. Wenn man auswärts bei einem Regionalligisten spielt, ist das immer eine Charakterfrage. Geht man es seriös an und will komplett dominieren, hat man meist gute Chancen."

Als "schöne Herausforderung" betrachtet Klauß diese mentale Umstellung vom glamourösen Frankenderby auf die vermeintliche Pflichtaufgabe gegen einen Provinzverein, "da können wir zeigen, wie reif wir sind und dass wir das annehmen und gut bewältigen". Dabei sei es in dieser Woche auch die Aufgabe des Trainerteams, "die Jungs scharf zu machen und ihnen die wichtigen Dinge an die Hand zu geben, denn von den Emotionen her und auch taktisch wird das sicher ein ganz anderes Spiel werden", ahnt der 37-Jährige.

Keeper Klaus muss um Pokaleinsatz bangen

Ob im Cup-Wettbewerb wie in der vergangenen Saison Ersatzkeeper Carl Klaus als Lohn für starke Trainingsleistungen eine Bewährungschance erhält, ist noch offen. Der Torhüter konnte nach einer leichten Gehirnerschütterung am Dienstag ebenso nur individuell trainieren wie Rekonvaleszent Pascal Köpke und Christoph Daferner, der am Samstag einen Schlag auf den Fuß abgekommen hatte und ausgewechselt werden musste.

"Eine reine Vorsichtsmaßnahme", beruhigte der Derbyheld, der am Mittwoch schon wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll. Erik Wekesser musste die Einheit am Dienstag ebenfalls mit einem lädierten Fuß vorzeitig abbrechen, eine genaue Diagnose steht noch aus.

Erstmals mit auf dem Platz stand auch James Lawrence. "Man sieht, dass er ein guter Fußballer ist. Und er passt auch als Typ gut rein", sagte der Trainer über den 29-jährigen Waliser, der den zu Sparta Prag abgewanderten Innenverteidiger Asger Sörensen ersetzen soll. In den vergangenen fünf Wochen hatte sich Lawrence, dessen Vertrag beim FC St. Pauli nicht verlängert worden war, individuell fitgehalten, nun müsse er sich "an die Mannschaft gewöhnen und unsere Abläufe verinnerlichen", betonte Klauß. Welche Abläufe so ein Derbysieg in Nürnberg auslösen kann, dürfte der Neue bereits begriffen haben.

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