Sieg trotz Sorgen

Die Stimmen zum Spiel: Der Zusammenhalt macht den Club glücklich

Fadi Keblawi

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28.5.2023, 18:05 Uhr
Glücklich am Ende einer komplizierten Saison: Enrico Valentini und andere Club-Fans.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Glücklich am Ende einer komplizierten Saison: Enrico Valentini und andere Club-Fans.

So etwas hatte auch Dieter Hecking noch nicht erlebt. Sagte nach dem Sieg in Paderborn: Tim Handwerker. Der Linksverteidiger war angesprochen worden auf das extreme Verletzungspech des 1. FC Nürnberg, das sich vor dem wichtigsten Spiel des Jahres noch einmal verschärft hatte. Mats Möller Daehli fehlte in Paderborn, Jens Castrop auch, Florian Flick sowieso - und ein paar Spieler hatten es angeschlagen zumindest auf die Bank geschafft nach einer wieder einmal komplizierten Trainingswoche.

Das führte unter anderem dazu, dass beim Versuch, den Absturz auf den Relegationsplatz zu verhindern, Enrico Valentini Rechtsverteidiger spielen musste. Und dass der Linksverteidiger Handwerker im zentralen Mittelfeld ran musste. Und dass der 17-jährige Can Uzun sein Startelfdebüt geben musste. "Wir haben gesehen, dass die Umstände eigentlich noch schlimmer wurden", sagte hinterher Valentini über die Tage vor dem Spiel.

Es war ihnen dann aber egal. "Jeder wollte unbedingt den Sieg", sagte der Torschütze Lukas Schleimer über die Stimmung in den Tagen vor dem Spiel. Und sie bekamen den Sieg. Weil unter anderem Valentini eine großartige Flanke schlug, an deren Ende Schleimer das Siegtor köpfelte. Und weil Can Uzun so tat, als sei das sehr selbstverständlich, dass er in einem Zweitligaspiel die Nürnberger Offensivbemühungen orchestriert.

Am Ende bekamen sie den Sieg, weil jung (Uzun), mittelalt (Schleimer) und alt (Valentini) miteinander harmonierten. "Das macht mich am meisten stolz", sagte deshalb hinterher Valentini, "dass wir zusammen gehalten haben." Und darin sah Valentini, der seine Karriere noch einmal um eine Saison verlängert, "ein Zeichen für die Zukunft". Ohne den Zusammenhalt, sagte Valentini, geht es nicht in der zweiten Liga. Und dann verabschiedeten sie sich alle in den Urlaub. Weniger mit Freude am Ende einer doch missratenen Saison, sondern mit "Erleichterung", wie es Valentini ausdrückte.

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