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FCN-Legende Mintal: Vier Tore, Gerüchte und ein Jubiläum

Foto: Eduard Weigert Datum: 27.3.19..Wolfgang Laass....Mitarbeiterportrait
Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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14.5.2022, 11:00 Uhr
Den Club im Herzen, auch in Altensittenbach: Marek Mintal mit Helmut Rahner. 

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Den Club im Herzen, auch in Altensittenbach: Marek Mintal mit Helmut Rahner. 

Auch über ein Jahr nach der Trennung ist Marek Mintal noch sehr präsent beim 1. FC Nürnberg. Auf der Internetseite wird mit der richtigen "Mintalität" um Mitglieder geworden, am Freitagabend trug er bei einem Benefizspiel in Altensittenbach sogar mal wieder das rot-schwarze Trikot des Traditionsteams. "Die haben mich gefragt", sagt Mintal, "also bin ich auf einen Sprung vorbeigekommen."

Fazit des Abends: Mintal, bald 45, kann es immer noch. Und ist top-fit. Vier Mal pro Woche geht er Laufen plus regelmäßiges Krafttraining. Von wegen sportlicher Vorruhestand. Dafür ist der ehemalige Musterprofi immer noch viel zu ehrgeizig.

Beruflich ist er nach wie vor im Auftrag des slowakischen Fußball-Verbandes unterwegs; ungefähr einmal pro Monat fährt er deshalb in die Heimat, ansonsten scoutet er Nationalspieler in halb Europa, von den Niederlanden bis zur Schweiz. Auch Samuel Slovak, der andere Co-Trainer, der früher mal beim Club beschäftigt war, betreut einen Pool von zehn bis 15 Fußballern, sie teilen es sich intern auf.

Vier wichtige Spiele in elf Tagen

Schon im Juni mit seinen vier Länderspielen in elf Tagen muss das Trainer-Team um Stefan Tarkovic aber wieder liefern. In der Nations League geht es um den Pflicht-Aufstieg von Liga C in Liga B, "das ist für uns sehr wichtig", sagt Mintal. In einer Gruppe mit Kasachstan, Belarus und Aserbaidschan zählt nur Platz eins.

Alles darunter könnte eventuell auch Folgen für die sportliche Leitung haben; dass Fußballlehrer Mintal unbestätigten Gerüchten zufolge als Trainer des Drittliga-Aufsteigers Spielvereinigung Bayreuth im Gespräch ist, schmeichelt ihm zwar, kommt für ihn aber überraschend. Timo Rost wird ja seit ein paar Wochen beim Zweitliga-Absteiger FC Erzgebirge Aue gehandelt, es könnte demnächst also eine Stelle frei werden.

Mintal versichert zwar glaubhaft, "noch mit niemandem von der Spielvereinigung" Kontakt gehabt zu haben, würde sich ein mögliches Angebot aber anhören. In früheren Begegnungen mit der U21 des 1. FC Nürnberg hat er die Schwarz-Gelben zu schätzen gelernt, auch ihren Fußball, zudem sind es auf der Autobahn nur etwa 40 Minuten von seinem Wohnort Röthenbach an der Pegnitz nach Bayreuth.

Und, der Club? "Ja, natürlich, schon"

Etliche Spieler kennt er zudem noch aus gemeinsamen Zeiten im Sportpark Valznerweiher. Dennis Lippert, Sebastian Kolbe, Ivan Knezevic, Steffen Eder, Patrick Weimar, die Namen hat er noch drauf. Ohne sich mit seinem Hintergrundwissen jetzt aufdrängen oder gar selbst ins Gespräch bringen zu wollen. Reizen würde ihn die Aufgabe aber durchaus.

Vor allem vermisst er aber: seinen Club. "Ja, schon, natürlich", sagt Mintal, "18 Jahre sind 18 Jahre", der grandiose DFB-Pokalsieg vom 26. Mai 2007 jährt sich heuer zum 15-mal, ein kleines Jubiläum. Vom Verein hat sich niemand bei ihm gemeldet, bei den anderen Helden auch nicht, obwohl das ausverkaufte Heimspiel gegen Schalke am Sonntag ein durchaus würdiger Rahmen gewesen wäre für eine gemeinsame, möglicherweise höchst emotionale Erinnerung an die Nacht von Berlin.

So haben nur die Gäste etwas zu feiern, Mintal versucht, es professionell zu nehmen. Eine Rückkehr zum 1. FC Nürnberg könnte er sich trotzdem durchaus vorstellen, eines Tages, "ich habe die Tür nie zugemacht", sagt Mintal, der Sportvorstand auch nicht: "Eines ist aber auch klar: Für Marek wird die Tür beim Club immer offenstehen", so ließ sich Dieter Hecking Ende April 2021 in einer Pressemitteilung zitieren, "wir werden in Kontakt bleiben, und er hat die Möglichkeit, jederzeit zum Verein zurückzukehren."

Dann würde er möglicherweise auch wieder öfter die Traditionsmannschaft verstärken. Beim 8:3-Erfolg in Altensittenbach gegen die Allstars des Vereins „Freunde fördern Fußball" erzielte das "Phantom" vier Tore. Rund ein Dreivierteljahr nach seinem letzten Fußballspiel.

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