Mit 39 Jahren

Gracias, Pino: Eine echte Club-Legende hört auf

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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14.11.2022, 07:21 Uhr
Mucha suerte, Pinola. Beim 1. FC Nürnberg beendete Javier Pinola bereits 2015 seine Karriere. In Argentinien startete er jetzt noch einmal durch. Das Freundschaftsspiel gegen Betis Sevilla war sein letztes Spiel. Mit Tränen ging er vom Platz - wie hier beim Club im Jahr 2015.

© Zink Mucha suerte, Pinola. Beim 1. FC Nürnberg beendete Javier Pinola bereits 2015 seine Karriere. In Argentinien startete er jetzt noch einmal durch. Das Freundschaftsspiel gegen Betis Sevilla war sein letztes Spiel. Mit Tränen ging er vom Platz - wie hier beim Club im Jahr 2015.

Sehr viele Helden hat der 1. FC Nürnberg in der Neuzeit des Spiels nicht mehr hervorgebracht. Eigentlich sind es sogar nur drei in diesem Jahrtausend, die strahlen aber umso heller: Hans Meyer, der gerade 80 geworden ist, der große Marek Mintal, der immer noch besungen wird in Nürnberg, und Javier Pi-No-La. Der hat keine Tore geschossen wie Mintal und ist nicht für lustige Sprüche erinnerlich wie Meyer. Pinola aber hat für diesen Verein gearbeitet in jeder Minute, die er für den Club auf dem Platz stand.

Mit Pinola hat der Club den DFB-Pokal gewonnen und hat im Europapokal gespielt. Mit Pinola erlebte der Club erstaunlich solide Zeiten in der ersten Liga - und als er doch wieder einmal abgestiegen ist, da haben sie im Internet Petitionen gestartet, dass er bleiben soll, ja bleiben muss. Er blieb so lange, bis die Verantwortlichen dachten, er sei zu alt für professionellen Fußball. Pinola ging zurück nach Argentinien, obwohl längst Nürnberg zu einer Heimat geworden war. Weil sie beim Club zumindest ahnten, dass sich da einer der Großen der Vereinsgeschichte verabschiedet, haben sie im Max-Morlock-Stadion einen Block nach ihm benannt (zuvor traf diese Ehre auch ein Schabrackentapir im Nürnberger Tiergarten). "Es ist eine Ehre für mich", sagte damals Pinola und meinte das ernst.

Dann zeigte er, dass er noch nicht zu alt geworden war für den ganz großen Fußball, den der Club ohne ihn eher nicht mehr spielte. Er wurde Meister und Pokalsieger in Argentinien, gewann die Copa Libertadores mit River Plate und gab sogar ein Comeback in der Nationalmannschaft. Jetzt ist Pinola 39 Jahre alt und hört auf. Das Freundschaftsspiel gegen Betis Sevilla war sein letztes Spiel. Mit Tränen ging er vom Platz - und in Nürnberg dürften einige Menschen mitgeweint haben. Wie es weitergeht, ist unklar. Immer wieder war auch eine Rückkehr zum 1. FC Nürnberg im Gespräch. Würde sie gelingen, es wäre eine der besseren Transfers in der jüngeren Vereinsgeschichte.

In Argentinien verabschiedete sich Pinola derweil so, dass sich auch die Menschen in Nürnberg mitgemeint fühlen konnten: "Ich möchte einfach allen danken, die in diesen Jahren an meiner Seite waren, die mich begleitet haben, die mich wachsen ließen und mich zu einem besseren Menschen gemacht haben", sagte er dem Fernsehsender "ESPN". Umgekehrt gilt das natürlich umso mehr, zumal Pinola ja geholfen hat einen Verein wachsen zu lassen und besser zu machen. Deshalb: Gracias, Javier Pinola.

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