Lange Leidenszeit

Hoffnungsträger in Sicht: Duman will beim Club bald wieder Vollgas geben

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

E-Mail zur Autorenseite

20.12.2022, 09:10 Uhr
Nach zwei Verletzungspausen will Taylan Duman beim Club bald wieder Vollgas geben.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Nach zwei Verletzungspausen will Taylan Duman beim Club bald wieder Vollgas geben.

Was ein gesunder Taylan Duman für diesen 1. FC Nürnberg wert sein könnte, ließ sich im Derby erahnen. Zehn Minuten nach seiner Einwechslung hatte der Mittelfeldspieler auf engstem Raum die halbe Fürther Abwehr düpiert und perfekt für Manuel Wintzheimer quergelegt, der den Ball nur noch zum 2:0 über die Linie zu drücken brauchte.

Es sollte für Duman die einzige positive Erinnerung an eine Vorrunde bleiben, hinter die man getrost "einen Haken machen kann", wie er es formuliert. 160 Minuten in der Liga, 87 Minuten im Pokal - Dumans Arbeitsnachweis liest sich bescheiden. Dabei hatte sich der Deutsch-Türke im zweiten Jahr beim Club endgültig als Stammkraft etablieren wollen.

Ein kurzes Comeback

Doch plagte er sich erst mit einer Reizung im Mittelfuß herum und zog sich dann im Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen den HSV einen Innenbandanriss im Sprunggelenk zu. Nach sechs Wochen Pause gab der 25-Jährige sein Comeback just beim Einstand des neuen Trainers Markus Weinzierl gegen Kiel und bereitete als Joker prompt den späten Anschlusstreffer zum 2:3 vor.

Das sollte es allerdings schon wieder gewesen sein mit den besonderen Duman-Momenten im Nürnberger Spiel, weil am gerade geheilten Fuß die Syndesmose riss. "Extrem unglücklich gelaufen" sei das, sagt Duman, "das war einfach Pech. Aber auch solche Phasen muss man als Profi durchleben." Das lässt sich nun, wo langsam wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, leicht sagen.

Die letzten acht Wochen aber "waren schon eine echte Leidenszeit, auch weil ich wegen der Krücken auf andere Leute angewiesen war. Und für den Kopf war es ebenfalls nicht einfach. Aber man kommt ja bekanntlich aus solchen Situationen stärker zurück". Geholfen hat ihm, dass er die erste Hälfte der Reha daheim in Duisburg absolvieren konnte, wo er Familie und Freunde um sich hatte, "das hat mich etwas abgelenkt".

"Alles im Zeitplan"

Aktuell pendelt Duman zwischen Reha-Zentrum und Trainingsplatz, "es ist alles im Zeitplan, ich fühle mich gut und bin bereit, wieder Vollgas zu geben". Wann genau das sein wird, bleibt abzuwarten. "Ich möchte mich nicht unter Druck setzen und etwas überstürzen, sondern im Januar einfach schauen, wieviel Vertrauen ich in meinen Körper habe." Auch Weinzierl mahnt zur Geduld, wenngleich er die Rückkehr des Technikers herbeisehnt: "Ich weiß, dass er Qualität hat und wir ihn brauchen."

Ein bisschen Kraft tanken konnte Duman im Urlaub in Dubai. Auf einen Ausflug ins benachbarte Katar hat er verzichtet, "da wäre ein ganzer Tag draufgegangen". Aber natürlich hat er die WM am TV verfolgt. "Ich fand es cool, dass die Teams, die mit viel Herzblut dabei waren, so weit gekommen sind." Eine Erkenntnis, die sie auch beim FCN umsetzen wollen. "Ich möchte diese Saison noch nicht ganz abschreiben", sagt Duman. Weder für sich noch für den Club.

Verwandte Themen


9 Kommentare