Losgelassen an der Leine

Im Stile einer echten Spitzenmannschaft: FCN schlägt auch Hannover

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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13.3.2022, 15:40 Uhr
Die endgültige Entscheidung: Shuranov hat soeben das 3:0 erzielt, in Gedanken ist er aber ganz woanders.

© Swen Pförtner, dpa Die endgültige Entscheidung: Shuranov hat soeben das 3:0 erzielt, in Gedanken ist er aber ganz woanders.

Die Tür zur erste Liga ging schon am Freitag und Samstag noch kleines ein Stück weiter auf für den 1. FC Nürnberg. Von den Top drei in der Tabelle hatte keiner gewonnen und Bremen sogar verloren, so dass der Club mit einem Sieg in Hannover bis auf drei Punkte aufschließen konnte zum Spitzentrio.

Die Steilvorlagen der Konkurrenz nahmen die Nürnberger dankend auf und ließen mit einer insgesamt reifen Leistung einen 3:0 (1:0)-Erfolg im Niedersachsenstadion folgen. Lukas Schleimer belohnte seine Mannschaft zunächst für den hohen Aufwand, sein Treffer in der 26. Minute sollte bis zur Schlussphase der einzige bleiben am Sonntagnachmittag in Hannover.

Der überragende Krauß beseitigte mit einem Traumtor letzte Zweifel, Shuranov sorgte für den Endstand; mit dem vierten Sieg in Folge rücken die Nürnberger dem Spitzentrio gehörig auf die Pelle. Sankt Pauli, Darmstadt und Bremen haben allesamt 48 Punkte, der Club jetzt 45 und somit nur noch drei weniger. Am Sonntag soll sich die rasante Aufholjagd im Max-Morlock-Stadion gegen Dynamo Dresden fortsetzen, vor möglicherweise großer Kulisse.

Schleimers erstes Profi-Tor

49000 Zuschauer hätten am Sonntag kommen dürfen zum Vergleich der beiden Traditionsvereine, etwas mehr als 14000 sind es geworden, darunter erstmals seit zwei Jahren auch wieder die aktive Fan-Szene von Sechsundneunzig. Das Stadion in Hannover hätte komplett ausgelastet werden dürfen, als erstes im nationalen Profifußball.

Etwa fünf Minuten vor der Pause hörte man erste Pfiffe in der Arena; die Anhänger der Heimelf waren hörbar unzufrieden mit der Leistung ihrer Fußballer, die jetzt auch noch Glück hatten. Ein Kopfball des im ersten Durchgang sehr auffälligen Schleimer klatschte an die Latte, es wäre das 2:0 gewesen für seinen Club.

So blieb es zur Halbzeit beim 1:0, weil eben diesem Schleimer im Fallen bereits sein erster Treffer im Profifußball gelungen war. Sekunden zuvor hatte er einen Konter ausgesprochen eigensinnig finalisieren wollen und blieb hängen. Eine schnelle Balleroberung später nutzte er einen Traumpass von Nürnberger zur verdienten Führung (26.).

Die Gäste mussten gezwungenermaßen mehr für das Spiel tun; Hannover, das auch noch den Ex-Nürnberger Kerk (Magen-Darm-Erkrankung) kurzfristig ersetzen musste, zog sich bei gegnerischem Ballbesitz weit zurück und verdichtete vor allem in Strafraumnähe die Räume.

Teuchert verpasst das 1:1

Trotzdem fand Klauß' junges Team mit flotten Stafetten immer wieder Lücken im vielbeinigen Defensivverbund. Nürnbergers Distanzschuss ging knapp vorbei (7.), auf der anderen Seite landete eine Volleyabnahme von Stolze auf dem Tor. Die größte Möglichkeit für 96 vor der Pause ließ der frühere Club-Profi Teuchert aus, als er aus zehn Metern die Kugel nicht richtig traf (36.).

Ansonsten hinterließ der 1. FC Nürnberg einen äußerst stabilen Eindruck, wirkte nicht nur im Aufbau abgeklärt, obwohl der Trainer seine Routiniers Geis und Valentini zunächst auf die Bank gesetzt hatte und dafür die jungen Krauß (anstelle des gesperrten Tempelmann) und erneut Fischer nominierte. Mit bemerkenswerter Intensität im Gegenpressing gelangen selbst in der Platzhälfte der Niedersachsen etliche Ballgewinne, hier tat sich Krauß hervor.

Nach dem Seitenwechsel wurde Hannover etwas aktiver, blieb aber weiterhin ziemlich ungefährlich. Überhaupt passierte so nach einer Stunde nicht mehr viel; beide Mannschaften bekämpften sich zwar leidenschaftlich, aber eben nur zwischen den Srafräumen.

Sorgen um Schindler

Der eingewechselte Weydandt verzog nach Pass in die Tiefe deutlich, ansonsten ließen Schindler und seine Kollegen so gut wie nichts zu. Um den Abwehrchef, der mit Nasenbeinbruch spielte, musste man sich zwischenzeitlich kurz sorgen. Nach einem Kopfballduell war er mit seiner Gesichtsmaske voraus auf den Boden geknallt, konnte aber weitermachen.

Auf die Schrecksekunde folgte wenig später die große Möglichkeit: Krauß ließ in aussichtsreicher Position nach eigenem Ballgewinn das 2:0 liegen (72.), das hätte es schon sein können, ja wohl sein müssen müssen für den Club. Sieben Minuten vor Schluss holte Krauß mit einem Traumtor Versäumtes nach, Shuranov sorgte für den Endstand (87.).

3:0 in Hannover, vierter Sieg in Folge. Der Club und seine Fans dürfen jetzt träumen. Mehr denn je in dieser Saison.

Hannover: Zieler; Muroya, Franke, Börner, Hult (46. Ochs) – Diemers (84. Ondoua), Kaiser – Teuchert, Stolze (65. Ennali), Maina – Hinterseer (65. Weydandt).

Nürnberg: Mathenia; Fischer (69. Castrop), Schindler, Sörensen, Handwerker – Krauß, Nürnberger – Duman (90. Geis), Möller Daehli (90. Hübner), Schleimer (81. Dovedan) – Köpke (81. Shuranov).

Schiedsrichter: Kampka (Mainz). – Zuschauer: 14300. - Tore: 0:1 Schleimer (26.), 0:2 Krauß (83.), 0:3 Shuranov (87.). - Gelbe Karten: – / Schleimer (2).

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