So begründet Tempelmann seine Entscheidung

Lieber Antreiber beim Club als Zuschauer in Freiburg

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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20.5.2022, 06:00 Uhr
Kaum zu stoppen: Wenn Lino Tempelmann (li.) mit Ball am Fuß antritt, sehen seine Gegenspieler häufig schlecht aus.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Kaum zu stoppen: Wenn Lino Tempelmann (li.) mit Ball am Fuß antritt, sehen seine Gegenspieler häufig schlecht aus.

Das hätte ihnen gerade noch gefehlt am ohnehin wenig amüsanten Sonntag. Als Lino Tempelmann nach knapp einer Stunde sichtlich angeschlagen vom Feld musste, da hatten sie beim Club plötzlich ein paar schlimme Befürchtungen. Das Knie, die Bänder, bloß keine lange Pause.

Anfang der Woche gab der Sportvorstand Entwarnung. Nur eine Prellung. Somit konnte Tempelmann planmäßig in den Urlaub nach Mallorca abdüsen, um, nunja, wieder aufzutanken. Auch der wahrscheinlich auffälligste Club-Spieler der vergangenen acht, neun Monate konnte zuletzt nicht mehr so, wie er wollte. Gegen Ende der Saison, sagt Tempelmann, „merkt man schon, dass man viele Spiele in den Knochen hat“.

Immerhin 31 sind es für ihn geworden, in der zweiten Liga. Nach zehn überwiegend kurzen Einsätzen für den SC Freiburg 2020/21 eine für ihn wieder ungewohnt hohe Belastung, die er aber lange problemlos wegzustecken schien. Tempelmann, das Kraftpaket im Zentrum, gefiel nicht nur mit seinen fulminanten Antritten quer übers Feld.

Gesamtpaket entscheidend

Der für zwei Jahre Geliehene sorgte für Aufsehen, weshalb es zwischendurch Zweifel gab, ob er auch 2022/23 das Nürnberger Trikot tragen würde. Der Europapokalteilnehmer hätte ihn jetzt zurückholen können, Tempelmann wollte aber unbedingt bleiben, nutzte sein Mitspracherecht. Warum eigentlich?

„Ich habe für mich keinen Grund gesehen, irgendetwas zu verändern“, sagt Tempelmann, „das Gesamtpaket mit Spielzeit, dem Wohlfühlfaktor und der Chance auf eine gute nächste Saison, in der wir hoffentlich oben angreifen, das passt einfach.“ Sich jetzt in Freiburg wieder auf die Bank oder im ungünstigsten Fall auf die Tribüne zu setzen, das hätte für ihn wenig Sinn ergeben.

Der 1. FC Nürnberg ergibt für ihn dafür umso mehr Sinn, was vor allem für den 1. FC Nürnberg eine sehr gute Nachricht ist. Tempelmann hat sich nach seinem holprigen Start gesteigert, so sehr, dass er am 13. Juni als zentrale Figur des Nürnberger Spiels die Vorbereitung aufnehmen wird. Auch sein Trainer ist erleichtert, dass er weiter mit ihm planen kann, auf welcher Position auch immer.

Am liebsten auf der Acht

„Lino ist akzeptiert und anerkannt in der Mannschaft, ein wichtiger Spieler für uns“, sagt Robert Klauß. Und genau „in der richtigen Entwicklungsphase, dass er bei uns den nächsten Schritt gehen kann.“ Am liebsten auf der linken Halbposition in der Raute, da fühlt er sich am wohlsten.

Dass ihn Klauß in letzter Zeit auch häufig als zweiten Sechser vor die Abwehr stellte, fand Tempelmann nicht wirklich super, aber okay. „Nicht mehr so in die torgefährlichen Räume“ sei er da gekommen, findet Tempelmann, der seinen vierten und letzten Treffer bereits Ende Januar beim 1:0 in Düsseldorf erzielt hatte. „Ich glaube, dass meine Stärken auf der Acht ein bisschen besser zum Tragen gekommen sind. Auf der Acht habe ich meine besten Spiele gemacht.“

Hat er, besonders in der Vorrunde. Als er mit seiner Geschwindigkeit und Ballsicherheit die eine oder andere Abwehr alleine auseinandernahm, in der Rückrunde merkte man ihm hin und wieder schon an, dass sich die Gegner vermehrt und verstärkt darauf konzentrierten, vor allem ihn zu neutralisieren.

Das wird auch ab Mitte Juli wieder so sein, weil Tempelmann eine Gruppe mitreißen kann. Auch deswegen sind sie ausgesprochen froh, dass er sein Mitspracherecht genutzt hat. „Wenn jetzt noch zwei, drei Spieler hinzukommen, die uns weiterhelfen, glaube ich schon, dass wir nächste Saison wieder eine gute Mannschaft zusammenhaben werden, die oben mitspielen kann.“ An ihm soll es nicht scheitern.

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