Stürmersuche geht weiter

Nach geplatztem Burgstaller-Coup: Wer beim Club jetzt in den Fokus rückt

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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15.6.2022, 13:31 Uhr
Das Max-Morlock-Stadion wird Guido Burgstaller (rechts) wohl nicht mehr so schnell zu Gesicht bekommen.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, NN Das Max-Morlock-Stadion wird Guido Burgstaller (rechts) wohl nicht mehr so schnell zu Gesicht bekommen.

In der Öffentlichkeit hatten sie das Thema stets sehr diskret und zurückhaltend behandelt, hinter den Kulissen aber war beim 1. FC Nürnberg eifrig an einer reizvollen Rückholaktion gebastelt worden, die viele Fans wohl sehr glücklich gemacht hätte. Und es sah auch ganz gut aus, zumindest, wenn es nur nach dem Club und Guido Burgstaller, dem erklärten Objekt seiner Begierde, gegangen wäre. Nun aber grätschte wie berichtet der FC St. Pauli, wo Burgstaller noch bis 30. Juni 2023 unter Vertrag steht, resolut dazwischen: Per Präsidiumsbeschluss darf der 33-jährige Angreifer nicht innerhalb der Zweiten Liga wechseln. Und somit eben auch nicht zum Club.

"Gute Gespräche" mit Burgstaller

Ein auf dem Transfermarkt nicht unbedingt branchenübliches Geschäftsgebaren, das am Valznerweiher denn auch für dezente Irritationen gesorgt hat – zumal Burgstaller offenbar zu einem Comeback in Franken tendierte. „Ich glaube schon, dass wir mit dem Spieler eine Einigung erzielt hätten, das hätte gepasst“, sagte Sportvorstand Dieter Hecking.

„Zwei, drei gute Gespräche“ hätten er, Sportdirektor Olaf Rebbe und Cheftrainer Robert Klauß mit Burgstaller und dessen Berater Mario Weger geführt, nachdem ihnen zugetragen worden war, dass es den Österreicher aus familiären Gründen wieder „in Richtung Süden“ zieht. Ehefrau Stefanie ist mit Töchterchen Mila schon vor Monaten nach Kärnten gezogen.

Allerdings gestalteten sich die Verhandlungen mit den Hamburgern von Beginn an schwierig. Die Ablösesumme, die Sport-Geschäftsführer Andreas Bornemann aufrief, „war für unsere Seite unrealistisch“, wie Hecking betont, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Dem Vernehmen nach soll sie im siebenstelligen Bereich gelegen haben – viel Geld für einen 33-Jährigen, auch wenn der seine Goalgetter-Qualitäten in der vergangenen Saison mit 18 Toren eindrucksvoll nachgewiesen hat.

Und obwohl der Club sein Angebot zweimal nachgebessert hat, seien „seriöse Verhandlungen“ laut Hecking kaum möglich gewesen. Aussagen, die vermuten lassen, dass der Kiez-Klub wohl nie ernsthaft erwogen hat, Burgstaller zum direkten Liga-Konkurrenten ziehen zu lassen.

Rapid Wien darf sich wohl freuen

Mit dem finalen Veto des St.-Pauli-Präsidiums vom Montagabend ist der erhoffte Transfercoup nun endgültig geplatzt. Davon profitieren dürfte Rapid Wien. Auch die Hütteldorfer bemühen sich bekanntlich intensiv um eine Rückkehr ihres früheren Stürmers. Burgstaller sei ein Spieler, „den wir gerne haben wollen“, hatte Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic im TV-Sender Sky verkündet. Nun werden sie ihn wohl auch bekommen, denn dass der Ex-Schalker seinen Vertrag in Hamburg doch noch erfüllt, gilt als ausgeschlossen.

Auch wenn gerade mit Blick auf Bornemanns Vergangenheit am Valznerweiher ein fader Beigeschmack bleibt, hat man die Angelegenheit beim Club schnell abgehakt, wie Hecking betont: „Wir nehmen es sportlich.“ Lieber konzentriert sich der Sportvorstand darauf, mögliche Alternativen abzuarbeiten, um die Kaderlücke „so schnell wie möglich“ schließen zu können.

Ex-Fürther Dursun kein Thema

Getrost ignorieren darf man laut Hecking die Gerüchte um den Ex-Fürther Serdar Dursun (Fenerbahce Istanbul), dafür sollen unter anderem die Gespräche mit Christoph Daferner bereits weit gediehen sein. Der 24-jährige Mittelstürmer hat sich vergangene Saison mit respektablen 13 Toren für Dynamo Dresden empfohlen. Und da die Sachsen bekanntlich trotzdem abgestiegen sind, dürfte in diesem Fall zumindest hinsichtlich der Liga-Zugehörigkeit auch nichts gegen den Club als neuen Arbeitgeber sprechen.

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