Nürnbergers deutliche Analyse

"So funktioniert das nicht": Der Club richtet den Blick nach hinten

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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30.10.2022, 05:49 Uhr
Unzufrieden auf dem Betzenberg: Fabian (rechts) und andere Nürnberger.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Unzufrieden auf dem Betzenberg: Fabian (rechts) und andere Nürnberger.

Fabian Nürnberger war nicht zufrieden mit seinem Arbeitstag. Nürnberger gibt beim 1. FC Nürnberg derzeit mal wieder den Aushilfs-Linksverteidiger, weil Tim Handwerker noch etwas länger verletzt fehlt und Erik Wekesser in den Augen von Trainer Markus Weinzierl der schlechtere Linksverteidiger ist. Daran aber lag Nürnbergers Unzufriedenheit nicht, auch wenn er schon lieber im Mittelfeld aufläuft.

Nürnbergers Unmut galt dem Spiel seiner Mannschaft beim 1. FC Kaiserslautern - das hatte man schon auf dem Platz gesehen, als Nürnberger mehrmals die Arme verzweifelnd in die Luft warf.

Das hörte man vor allem nach dem Spiel, als Nürnberger mit Journalisten über dieses 0:0 der schlechten Art sprechen sollte. "Mit Glück und Mathenia", sagte Nürnberger, habe man sich diesen einigermaßen mickrigen Punkt beim Aufsteiger erkämpft. Tatsächlich war Christian Mathenia, Nürnbergs Torwart, der einzige im Club-Trikot, der in etwa das tat, was man von einem Zweitliga-Profi so erwarten darf.

Die anderen machten sich das Leben auf dem Betzenberg selbst schwer. Sah auch Nürnberger so. "Wenn man bisschen mehr investiert oder die Kugel mal bisschen laufen lässt", sagte Nürnberger und ließ den Satz dann so unvollendet, wie es vorher die Leistung seiner Mannschaft war. Zumindest neben dem Platz aber konnte Nürnberger noch nachlegen.

"So funktioniert das nicht"

Also: "So viele hohe Bälle können nicht unser Anspruch sein." Oder: "Wenn man jeden Ball lang kloppt, ist es irgendwann zu viel." Von einem spielerischen Ansatz war ja tatsächlich wenig zu erkennen bei einem Club, der sich immerhin über das vierte Pflichtspiel ohne Gegentor in Serie freuen durfte. Allerdings gehört ein 0:0 bei einem Aufsteiger nicht zu den Ansprüchen des Clubs, der eigentlich ein Spitzenteam sein wollte in dieser Saison.

Dazu fehlt ihnen momentan erstaunlich viel, nach dem zweiten 0:0 hintereinander nähert sich Markus Weinzierl sehr flott dem Punkteschritt seines Vorgängers Robert Klauß an. Und auch die Analysen nach den Spielen ähneln sich. Grundsätzlich, sagte Nürnberger noch, sei er optimistisch, dass da in Sachen Spielkultur bald Besserung eintritt. Allerdings müssten da alle mithelfen: "Es ist nicht nur der Spielaufbau, es sind auch die davor, die etwas anbieten müssen."

Bleibt das aus, "funktioniert es in keiner Liga", sagte Nürnberger noch. In der zweiten Liga funktioniert beim Club immer noch derart wenig, dass Nürnberger mit Blick auf die Tabelle dann noch zum einzig realistischen Fazit kam: "Im Moment schaut man nur nach hinten." Viel ist da nur nicht mehr, wenn man als 13. nach hinten schaut.

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