Wer kommt, wer geht?

Transfer-Update: Aussortiert! Hat der Club freie Fahrt für eine Rückholaktion?

22.5.2024, 15:53 Uhr
Lino Tempelmann wurde beim FC Schalke 04 offenbar aussortiert - kehrt er nun an den Valznerweiher zurück?

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Lino Tempelmann wurde beim FC Schalke 04 offenbar aussortiert - kehrt er nun an den Valznerweiher zurück?

Spätestens nach dem letzten Spiel einer abermals ernüchternden Saison richtet sich der Blick auf die bevorstehenden Aufgaben: Der 1. FC Nürnberg bastelt - inzwischen ohne Dieter Hecking - am Kader für die kommende Spielzeit. Einige Abgänge und Zugänge sind bereits fix, manch andere gelten zunächst nur als Gerüchte. Ein Überblick.

Transfers beim 1. FC Nürnberg: Das sind die aktuellen Gerüchte um Zugänge

Viele Namen kursierten als potenzielle Neuzugänge und insbesondere als Nachfolger für den scheidenden Shootingstar Can Uzun, einige von ihnen gehören in Nürnberg schon wieder der Vergangenheit an: Luca Marseiler (SV Darmstadt 98) und Maximilian Breunig sowie Luca Kerber (beide 1. FC Heidenheim) hatten zwar Medienberichten zufolge das Interesse der Nürnberger Verantwortlichen auf sich gezogen, entschieden sich aber für den Bundesligisten von der Brenz und den ambitionierten Absteiger aus Südhessen. Die Gerüchteküche brodelt indes weiter, immer mehr Namen werden mit dem 1. FC Nürnberg in Verbindung gebracht - darunter auch ein alter Bekannter.

Lino Tempelmann: "Never fall in love with a loan player", schreiben Fußball-Fans oftmals, wenn Leihspieler mit starken Leistungen bei ihrem Lieblingsklub sie genau dazu verlocken. Beim Club jedenfalls spielte sich Lino Tempelmann innerhalb seiner zweijährigen Leihe vom SC Freiburg schnell in die Herzen der FCN-Anhänger.

Der dynamische Mittelfeldspieler avancierte unter Robert Klauß zum unumstrittenen Stammspieler, durfte vertretungsweise die Kapitänsbinde tragen, trieb das Nürnberger Spiel durch seine berüchtigten Tempoläufe an und war an 13 Toren direkt beteiligt. Das Resultat: Der gebürtige Münchner zählte zu den aufregendsten Spielern der 2. Bundesliga, zog das Interesse diverser Klubs auf sich und wurde von seinem Schwarzwälder Stammverein nach Gelsenkirchen verkauft.

Sein erstes Jahr beim FC Schalke stellte sich der 25-Jährige aber wohl anders vor: Nachdem Tempelmann unter Trainer Karel Geraerts zunächst gesetzt war, spielt er seit dem desaströsen 3:5-Debakel in Düsseldorf, als er nach einer halben Stunde ausgewechselt wurde, kaum mehr eine Rolle. Im Kalenderjahr 2024 spielte der Allrounder nur 152 Minuten, mitunter stand er nicht einmal mehr im Spieltagskader. Hinzu kommt die generelle Krise seines Klubs: Die Knappen taumelten durch das Fußball-Unterhaus und kämpften lange gegen den Abstieg.

Angesichts dieser Gemengelage und der Tatsache, dass nicht zuletzt aufgrund des Abgangs von Can Uzun im Sommer ein Umbruch im Kader des FCN bevorsteht, bringt unter anderem das Portal "InFranken" eine Rückholaktion von Lino Tempelmann an den Valznerweiher ins Gespräch. Der Vertrag des einstigen Nürnberger Publikumslieblings läuft in Gelsenkirchen noch bis 2026, sein Marktwert beträgt schätzungsweise eine Million Euro und liegt damit im bezahlbaren Segment.

Die Chancen auf eine Rückholaktion stehen zumindest nicht schlecht: Laut "Sky" wird auf Schalke ausgemistet, sodass Tempelmann mitgeteilt worden sei, dass er keine Rolle mehr in den Kaderplanungen spielen würde. Auch die "WAZ" berichtete von entsprechenden Gesprächen der Klubbosse am Pfingstmontag.

Ramon Hendriks und Niklas Kolbe: Nicht nur im Mittelfeld, auch im Sturm und genauso in der Abwehr herrscht beim ruhmreichen Altmeister Bedarf. Für die Defensive schaut sich Sportdirektor Olaf Rebbe offenbar insbesondere nach einem linksfüßigen Innenverteidiger um - jedenfalls gelten zwei Spieler, die in ebendieses Profil passen würden, als potenzielle Kandidaten am Valznerweiher.

Ramon Hendricks steht bei Feyenoord Rotterdam unter Vertrag, wurde aber zuletzt mehrfach verliehen und spielte in der abgelaufenen Saison für den Ligakonkurrenten Vitesse Arnheim. Dort verpasste der Innenverteidiger mit seiner Mannschaft zwar aufgrund eines Punktabzugs den Klassenerhalt in der Eredivisie, persönlich avancierte er aber zur wichtigen Säule in der Defensive: In 29 Partien stand der Linksfuß in der Startelf und absolvierte den Großteil davon über die volle Distanz. Nur eben bei seinem Stammverein fehlt dem 22-Jährigen die Perspektive zum Durchbruch, weshalb Feyenoord offenbar mit dem 1. FC Nürnberg über einen fixen Wechsel des früheren niederländischen Junioren-Nationalspielers verhandelt.

Jedenfalls berichtete das Magazin "1908.nl" von entsprechenden Gesprächen zwischen den beiden Klubs. Da sein Vertrag in Rotterdam bis 2026 datiert ist, wäre für den Innenverteidiger, dessen Marktwert laut "Transfermarkt.de" bei 800.000 Euro liegt, eine Ablöse fällig.

Ein weiterer Kandidat für die Rolle des linken Innenverteidigers ist in gänzlich anderen Gefilden unterwegs: Nicht etwa in den Niederlanden, nicht etwa in der höchsten Spielklasse seines Landes, dafür aber beim Ex-Verein seines womöglich zukünftigen Trainers. Niklas Kolbe verpasste mit den Stuttgarter Kickers, für die einst auch Cristian Fiél kickte, als Tabellenzweiter der Regionalliga Südwest den Aufstieg in die 3. Liga. Vielleicht überspringt der 27-Jährige diese Liga aber ohnehin: Zumindest berichtet die "Stuttgarter Zeitung" von einem - verglichen mit anderen Konkurrenten - besonders starken Interesse am Linksfuß. Der 1,96 Meter große Hüne ist unumstrittener Stammspieler bei den Kickers und führte sein Team in der abgelaufenen Saison auch mehrmals als Kapitän aufs Feld. Der "Stuttgarter Zeitung" zufolge sollen mehrere Anfragen aus höheren Ligen vorliegen.

Danilo Soares: Mit der Erfahrung aus 59 Bundesliga-Einsätzen soll Danilo Soares den 1. FC Nürnberg unterstützen und die nach Browns Abgang freigewordene Planstelle auf der linken Abwehrseite füllen. Zuletzt aber stand der 32-Jährige beim VfL Bochum, bei dem er zu den dienstältesten Spielern zählt und als Leistungsträger vor nicht allzu langer Zeit den Bundesliga-Aufstieg eintütete, nicht einmal mehr im Kader.

Sein auslaufender Vertrag an der Castroper Straße wird wohl nicht verlängert, ein Wechsel bahnt sich an - und zwar nach Nürnberg. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Womöglich wird der Transfer des Linksverteidigers allerdings erst nach den beiden Relegationsspielen der Bochumer kommuniziert, wenngleich deren Ausgang Medienberichten zufolge keinen Einfluss auf seine persönliche Zukunft haben soll.

Marko Mladenovic: 17 Tore und 10 Vorlagen in 24 Spielen. Mit dieser beeindruckenden Quote von 1,1 Torbeteiligungen pro Partie ist der offensive Mittelfeldspieler bereits jetzt besser als der Spieler, in dessen Fußstapfen er treten soll - zumindest wenn man die Qualität der Liga ausnahmsweise außer Acht lässt. Mladenovic wird in Nürnberg Berichten der "Bild" zufolge als Nachfolger für Can Uzun (16 Tore und zwei Vorlagen in 30 Spielen) gehandelt.

Der Deutsch-Serbe, der auch schon für die Stuttgarter Kickers auflief, kickt derzeit für die U19 von Eintracht Frankfurt in der A-Junioren-Bundesliga und ist dort aktuell Top-Scorer. Der 19-Jährige ist beidfüßig, laufstark und defensiv engagiert, zudem verfügt er über eine gute Übersicht und die Fähigkeit, seine Mitspieler in Szene zu setzen. Angesichts dieses Spielerprofils machte der gebürtige Nürtinger diverse Vereine aus den beiden höchsten Ligen Deutschlands auf sich aufmerksam. Aber: Laut der "Bild" hat der Club im Poker um das Offensivtalent gute Karten. Sportdirektor Olaf Rebbe wollte Verhandlungen gegenüber dem Blatt weder bestätigen noch dementieren. Fakt ist: Da Mladenovics auslaufender Vertrag in Frankfrut bislang nicht verlängert wurde, wäre ein ablösefreier Wechsel möglich.

Oliver Batista-Meier: Man könnte sich beim 1. FC Nürnberg dieser Tage in den Sommer 2020 zurückversetzt fühlen - zumindest was die Namen, welche mit dem Club in Verbindung gebracht werden, anbelangt. Analog zur Sommerpause 2020 gilt Benjamin Schmedes als Kandidat für den Job als Sportvorstand, und analog zum damaligen Transferfenster wird auch Oliver Batista-Meier wieder beim ruhmreichen Altmeister gehandelt. Damals entschied sich der inzwischen 23-Jährige noch für einen Wechsel nach Heerenveen, seither wechselte er zu Dynamo Dresden und wurde von dort zum SC Verl und zu den Grasshoppers Zürich verliehen.

Am Letzigrund kommt der Offensivmann, der in der Jugend für den FC Bayern spielte, allerdings kaum zum Zug. Die Schweizer werden demnach die Kaufoption verfallen lassen, sodass Batista-Meier vorerst nach Dresden zurückkehrt. Und dann? Dann wäre der 1. FC Nürnberg laut den Fußball-Analysten von "Clubfokus" ein geeigneter nächster Schritt für den technisch versierten, dynamischen und sowohl dribbel- als auch abschlussstarken Ex-Münchner. Jedenfalls zeigte der ehemalige Junioren-Nationalspieler bei seiner Leihe in Verl, was er drauf hat, und glänzte mit 22 Torbeteiligungen in 32 Spielen.

Leo Scienza: Einen der Shootingsstars der 2. Bundesliga, nämlich Can Uzun, möchte der Club offenbar gerne mit dem Shootingstar der 3. Liga ersetzen. Leo Scienza ist mit zwölf Toren und 17 Assists der Top-Scorer und mit einem "kicker"-Durchschnitt von 2,41 der notenbeste Spieler der Liga. Mit dem SSV Ulm gelang dem 25-Jährigen der Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Ob der Brasilianer aber auch in der kommenden Spielzeit auf dem Flügel der Spatzen wirbelt, ist fraglich. Mehrere Vereine sollen die Fühler nach dem beidfüßigen Offensivmann ausgestreckt haben. Das Rennen macht mutmaßlich der 1. FC Heidenheim, der dem Club damit - zumindest was die Gerüchte angeht - nach Kerber und Breunig den dritten Spieler binnen kürzester Zeit wegschnappt. Laut "Sky"-Informationen soll der Bundesligist von der Ostalb bereit sein, die Ausstiegsklausel in Höhe von 500.000 Euro zu ziehen.

Bestätigte Zugänge

Caspar Jander: Der 21-jährige zentrale Mittelfeldspieler ist der erste fixe Sommer-Neuzugang. Jander kommt ablösefrei vom MSV Duisburg. Bitter: Nachdem der FCN den Transfer Anfang Januar bestätigte, verletzte sich Jander Anfang Februar schwer am Knie und fällt seitdem auf unbestimmte Zeit aus. Vor seiner Verletzung kam der gebürtige Münsteraner auf 60. Drittliga-Spiele (neun Torbeteiligungen).

Bestätigte Abgänge

Youngster wollen nächsten Schritt gehen

Nathaniel Brown hat im Winter einen Vertrag bei Eintracht Frankfurt unterschrieben und spielte in der Rückrunde nur noch leihweise für den 1. FC Nürnberg. Die Leihe endet am 30. Juni 2024, sodass Brown im Sommer in sein Bundesliga-Abenteuer als Adlerträger startet. Mit Can Uzun verlässt ein weiterer ehemaliger NLZ-Spieler und zudem der Top-Torschütze der abgelaufenen Saison den 1. FC Nürnberg. Für das Wunderkind der 2. Bundesliga gibt es diverse Interessenten: Unter anderem wird der 18-Jährige, dessen Marktwert sich laut "Transfermarkt.de" auf 12 Millionen Euro beläuft, mit Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht.

Sextett verabschiedet sich aus Nürnberg

Abgesehen von den beiden Youngsters verlassen auch sechs Routiniers den Verein. Die auslaufenden Verträge von Florian Hübner, Christopher Schindler, James Lawrence, Felix Lohkemper, Carl Klaus und Sebastian Andersson werden nicht verlängert. Das teilte der 1. FC Nürnberg vor dem letzten Saisonspiel mit. Bei Torhüter Klaus berichtete die "Bild" von Interessenten aus der ersten und zweiten Liga - und von einem konkreten Angebot eines skandinavischen Erstligisten, dessen Vereinsname aber nicht erwähnt wurde.

Abgelaufene Leihen

Daichi Hayashi und Marcel Wenig kehren nach abgelaufener Leihe zu ihren Stammvereinen zurück - der Club zieht damit weder für den Japaner noch für den Youngster die Kaufoption. Für Hayashi geht es zurück zum VV St. Truiden nach Belgien. Wenig, der sich unmittelbar nach seinem Wechsel an den Valznerweiher schwer am Knie verletzte, schließt sich wieder Eintracht Frankfurt an.

Leih-Rückkehrer

Aus ihrem Leih-Intermezzo kommen Tim Handwerker (FC Utrecht), Christoph Daferner (Fortuna Düsseldorf), Manuel Wintzheimer (DSC Arminia Bielefeld), Jermain Nischalke (Borussia Dortmund II) und Louis Breunig (SSV Jahn Regensburg) im Sommer vorerst zurück nach Nürnberg. Für Letzterin besitzt der oberpfälzische Drittligist, der in der Relegation noch den Aufstieg in die 2. Bundesliga eintüten kann, eine Kaufoption. Handwerker befindet sich bereits jetzt für eine Reha schon wieder in Deutschland: Der Linksverteidiger riss sich Anfang März das Kreuzband.

Verwandte Themen


369 Kommentare