Startelf-Comeback gegen Bielefeld

Vom Bollwerk zur Baustelle: Kapitän Schindler soll die Club-Abwehr stabilisieren

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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8.9.2022, 14:55 Uhr
Am Freitag wieder mittendrin statt nur dabei: Kapitän Christopher Schindler (vorne links).

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Am Freitag wieder mittendrin statt nur dabei: Kapitän Christopher Schindler (vorne links).

Was seinen 1. FC Nürnberg am Freitag (18.30 Uhr/Live-Ticker auf nordbayern.de) im Kellerduell mit Arminia Bielefeld erwarten dürfte, davon hat Trainer Robert Klauß eine relativ konkrete Ahnung. Der Bundesliga-Absteiger verfüge vorne über „Spieler mit viel Tempo und Spieler, die Eins-gegen-eins-Situationen lösen können und sich gerne mal wegschleichen, um für den Umschaltmoment bereit zu sein“, analysierte Klauß, Bielefelds Konterstärke sei in der Vorbereitung „natürlich ein großes Thema“ gewesen.

Dummerweise war vor Wochenfrist auch Braunschweigs Konterstärke ein großes Thema gewesen, was die Mannschaft aber nicht daran hindern sollte, sich von der Eintracht beim 2:4 zweimal dilettantisch auskontern zu lassen. „Wir haben eine klare Zuteilung und besprochen, welche Spieler in der Restverteidigung involviert sind und welche sich am Angriff beteiligen. Das hat in Braunschweig in zwei, drei Situationen einfach nicht gut geklappt“, räumte Klauß ein.

"Gute Trainingswoche"

Damit es gegen Bielefeld besser klappt, sollen vor allem die Innenverteidiger die Kollegen „in die richtigen Positionen manövrieren“. Und einer dieser Innenverteidiger wird wieder Christopher Schindler heißen. Der Kapitän werde nach einer guten Trainingswoche definitiv in die Startelf zurückkehren, verkündete Klauß, der sich ansonsten ungern zu Aufstellungsfragen äußert.

Doch auch ihm dürfte kaum entgangen sein, dass in den letzten vier Partien neun von zehn Gegentoren fielen, als Schindler nicht auf dem Platz stand. Gegen Regensburg (0:0), Heidenheim (0:3) und Sandhausen (2:1) fehlte der 32-Jährige wegen einer Oberschenkelblessur, gegen den HSV (0:2) war er in der 52. Minute beim Stand von 0:1 eingewechselt worden.

Dass eine anerkannte Führungskraft wie Schindler, obwohl einsatzbereit, dann auch in Braunschweig nur auf der Bank saß, durfte zumindest erstaunen, zumal die Abwehr aktuell nicht gerade Nürnbergs Prunkstück darstellt. In der vergangenen Saison hatte der Club nach sieben Spieltagen erst fünf Gegentore kassiert und galt neben Heidenheim als Bollwerk der Liga. Anno 2022 musste Christian Mathenia zum selben Zeitpunkt bereits 13 Mal hinter sich greifen.

Situation "offen kommuniziert"

„Grundsätzlich möchte ich, dass der Kapitän so oft wie möglich auf dem Platz steht, wenn er gut drauf und fit ist“, sagte Klauß. Weil man gegen den HSV defensiv aber wenig zugelassen habe, wollte der Coach James Lawrence und Florian Hübner „dieses Spiel noch geben“. Schindler sei die Situation „ganz offen kommuniziert worden“, betonte Klauß, „er hat das auch verstanden.“ Zudem habe man ihm signalisiert, dass es keine Entscheidung von Dauer sei. Am Freitag darf der Routinier seine Elf nun wieder aufs Feld führen. Und mithelfen, dass Klauß’ Warnungen und Vorgaben diesmal auch tatsächlich Gehör finden.

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